Unter dem Motto „Crossing the Dike“ kamen am Donnerstag, den 28. August, rund 150 internationale Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Naturschutz, Politik und Wirtschaft im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum in Wilhelmshaven zum Wattenmeertag 2025 zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen dem Wattenmeer und dem Land hinter den Deichen.

Das Wattenmeer ist nicht nur ein gemeinsames Meeresökosystem der drei Anrainer Dänemark, Deutschland und den Niederlanden, sondern auch ein offenes System, das von natürlichen Prozessen und menschlichen Einflüssen geprägt ist. Die dynamische Wechselbeziehung von Wasser, Sedimenten, Nährstoffen und zahlreichen Arten verbindet die offene Nordsee mit dem Hinterland diesseits der Deiche. Die Küstenmarschen als kultivierte ehemalige Wattflächen und die Gewässer mit Spuren alter Gezeitenkanäle zeugen von einer reichen geologischen und kulturellen Landschaftsgeschichte. Der Zufluss von Wasserläufen ins Wattenmeer und die Abhängigkeit der Binnenwasserwirtschaft von den hydrologischen Bedingungen der Meeresumwelt verdeutlichen die enge Verbindung zwischen Meer und Land.

In acht Fachvorträgen wurde die Bandbreite der ökologischen, landschaftlichen und kulturellen Verbindungen zwischen Meer und Land beleuchtet. Ein besonderer Impuls kam von Katy Owen aus Norfolk/England, die den Blick auf den gesamten Nordseeraum erweiterte.

Impulse für eine zukunftsfähige Küstenlandschaft

Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, betonte: „Durch die Eindeichung der letzten Jahrhunderte wurden dem Wattenmeer große Bereiche abgerungen. Um eine lebenswerte Küste zu erhalten, die sich an den Klimawandel anpassen kann, ist es notwendig, die Bedeutung des Deiches neu zu denken. Hierfür müssen wir eine gemeinsame Idee der Kultur- und Naturlandschaft an der Küste entwickeln. Die Verbindung von UNESCO-Weltnaturerbe und Biosphärenregion Wattenmeer leistet dazu einen wichtigen Impuls.“

Anne-Marie Vaegter Rasmussen, Vorsitzende des Wattenmeer-Ausschusses, ergänzte: „Küstenschutz-Maßnahmen wie der Deichbau haben die Vernetzung von Hinterland und Wattenmeer verringert. Wir verstehen immer besser, dass sowohl die Natur als auch der Mensch davon profitieren können, wenn diese künstlichen Barrieren zugunsten natürlicher Dynamiken abgeschwächt werden. Daher untersucht die Trilaterale Wattenmeerzusammenarbeit, wie naturbasierte Lösungen in Küstenschutzmaßnahmen integriert werden können.“

Cormac Walsh von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg fasste in seinem Überblicksvortrag zusammen: „Eine wirksame Erhaltung des Wattenmeeres erfordert einen integrierten Ansatz, der die Zusammenhänge zwischen dem Wattenmeer, seinem Küstenhinterland und dem weiteren Kontext der Nordsee umfassend berücksichtigt. Der Schutz der Natur und des Naturerbes profitiert von einer stärkeren Berücksichtigung des kulturellen Erbes und der gesellschaftlichen Werte.“

Sascha Klöpper, Exekutivsekretär des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats, erklärte: „Die Trilaterale Wattenmeerzusammenarbeit begann mit dem Naturschutz. Heute gehören auch sozio-ökonomische Fragestellungen dazu, insbesondere die kumulativen Auswirkungen menschlicher Aktivitäten. Der Deichbau ist ein anschauliches Beispiel: Er bietet Schutz, bringt aber zugleich komplexe Folgen für Mensch und Natur mit sich. Umso wichtiger ist es, dass wir uns am Wattenmeertag gemeinsam und über Grenzen hinweg mit diesen Herausforderungen befassen.“

Der Wattenmeertag 2025 hat anschaulich gemacht, wie wichtig ein ganzheitlicher Blick auf die Wechselwirkungen zwischen Meer und Land für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Wattenmeeres ist. Die verschiedenen Fachvorträge unterstrichen die Notwendigkeit, traditionelle Küstenschutzmaßnahmen neu zu denken und stärker auf naturbasierte Lösungen zu setzen.

Der Wattenmeertag

Der Wattenmeertag wird seit 2006 jährlich gemeinsam von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und dem Gemeinsamen Wattenmeersekretariat organisiert und dient dem Austausch der internationalen wissenschaftlichen Wattenmeer-„Familie“ zum Erhalt des Weltnaturerbes Wattenmeer.

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