MS Kognition ist ein maßgeschneidertes, interaktives Trainingsprogramm, das theoretisches Wissen und praktische Übungen vereint, um MS-Erkrankten dabei zu helfen, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Exekutivfunktionen zu schulen. Dieses bei Nutzern und Therapeuten gleichermaßen beliebte Angebot hat in der Desktop-Version und als App für den mobilen Einsatz ein Upgrade erfahren. Die Nutzerfreundlichkeit wurde weiter optimiert und die Übungen um ein neues interaktives Spiel „Spatzenfang“ zum Thema Bewegung ergänzt.
Entwickelt und produziert wurde das Internetprojekt von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. und AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. mit technischer Unterstützung durch interActive Systems aus Berlin.
Nutzerfreundlich, barrierefrei und wirkungsvoll: Mit MS Kognition spielerisch Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Exekutivfunktionen trainieren
Insgesamt zwölf Übungen, die Spaß machen und wirken, ein barrierefreies Update und die neue App bieten für jeden Nutzer die Möglichkeit, jederzeit und überall auf Desktop und Smartphone die individuell passenden Übungen auszuwählen und Fortschritte zu dokumentieren.
MS Kognition ist eine seit vielen Jahren erfolgreiche internetgestützte Anwendung, in der wissenschaftlich fundierte Übungen durchgeführt werden können. Aufgrund der vielfachen Nachfrage hat die DMSG dieses Internetangebot weiter ausgebaut. Dafür wurden neben Aktualisierungen zur Barrierefreiheit eine neue Übung zum Thema Bewegung entwickelt. Darüber hinaus verbessern zusätzliche Funktionen und Anpassungen die Nutzerfreundlichkeit und erleichtern die Bedienung. Konzeption und Gestaltung des Trainingsablaufs sind durch einen Neurologen und eine Psychologin wissenschaftlich begleitet worden. Für diese Unterstützung danken wir Prof. Dr. med. Peter Flachenecker, Chefarzt des Rehabilitationszentrums Quellenhof in Bad Wildbad, Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat der DMSG und Heike Meißner, leitende Diplompsychologin im Quellenhof.
Die individuelle Kognition lässt sich verbessern
Bei fast jedem zweiten MS-Erkrankten, Studien sprechen von 45 bis 65 Prozent, funktionieren kognitive Prozesse wie Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung, Gedächtnis, Konzentration, komplexes Planen und Problemlösen nur noch eingeschränkt. Gerade im Alltag führt dies oft zu Schwierigkeiten, belastet neben der familiären, insbesondere die berufliche Situation.
Laut einer Analyse des MS-Registers der DMSG bleiben kognitive Störungen jedoch bei zwei Drittel der befragten MS-Erkrankten unbehandelt. Ein Fehler. Kognitive Störungen sind behandelbar und lassen sich durch gezielte Trainingsprogramme erfolgreich reduzieren. Diese Möglichkeit bietet das Trainingsprogramm MS Kognition, das auch von vielen Ärzten und Rehakliniken empfohlen und genutzt wird.
Mit Übungen spielerisch die Kognition schulen
Auf MS Kognition finden Sie zwölf wissenschaftlich fundierte Übungen, um Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen zu trainieren. Unmittelbar nach Beendigung einer Übung erfolgt die Auswertung. Trainingsfortschritte werden dokumentiert. Zu jeder Übung wird nachvollziehbar erklärt, um welche kognitive Funktion es geht und anhand von praktischen Beispielen belegt, warum sie für die Bewältigung des Alltagslebens so wichtig ist. Die Übungen verlaufen in steigenden Schwierigkeitsstufen. Die Ergebnisse werden in einer Statistik dokumentiert, die geteilt werden kann.
Neu: Spatzenfütterung trainiert die Bewegungskoordination
Link: https://www.dmsg.de/…
Die neue Übung Spatzenfütterung behandelt das Thema Bewegung und stärkt die kognitive Flexibilität und die Priorisierungsfähigkeiten. Mit dem simulierten Gefühl des Sich-Bewegens werden in diesem interaktiven Spiel insbesondere die Reaktionszeit, die geteilte Aufmerksamkeit und die Hand-Augen-Koordination beim Antizipieren der verschiedenen Bewegungsgeschwindigkeiten geschult. Helfen Sie dem Vogel beim Auffangen der vom Tisch herabfallenden Nahrung. Doch Vorsicht – nicht alles ist essbar und manchmal taucht eine Maus auf, die ihm Nahrung stiehlt. Wird die Maus nicht rechtzeitig vertrieben, wird der Spatz langsamer oder friert in der Bewegung kurz ein. Mit jeder Schwierigkeitsstufe steigt die Geschwindigkeit.
Um die unterschiedlichen Arten der Aufmerksamkeit zu trainieren, Reaktionsbereitschaft, Konzentration und Multitasking, gibt es weitere Übungen: Die „Blitzreaktion“ schult die Reaktionsbereitschaft, „Fischfang“ ist eine Übung, die die geteilte Aufmerksamkeit stärkt, mit dem „Getränkeausschank“ gilt es, die fokussierte Aufmerksamkeit beziehungsweise die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern.
Für das Gedächtnistraining stehen zwei Übungen zur Verfügung: Der „Reihenspeicher“ fördert das Langzeitgedächtnis, „Vorletzter“ schult das Arbeitsgedächtnis. Um die Exekutivfunktionen, also Handlungsplanung und problemlösendes Denken, zu stärken, ist die „Wörtersuche“ ein probates Mittel.
MS Kognition wird barrierefrei
Jeder Bereich der Website ist über Tastatur-Navigation erreichbar und mit der von Windows bereitgestellten Sprachausgabe getestet. Nur die Übungen können nicht alle mit der Tastatur durchgeführt werden. Jede Übung wurde mit Filtern, die Sehschwächen simulieren, auf Durchführbarkeit geprüft. Die in Spielform angelegten Trainingseinheiten schulen die Konzentration, das Gedächtnis, die Reaktionen und die Koordination – alles Fähigkeiten, die im Verlauf der MS Einschränkungen erfahren.
Noch mehr Service für die Nutzer
Ein Wunsch der Nutzer erfüllt sich durch die Druckfunktion für die Übungsergebnisse. Der Ausdruck der Ergebnisseite ermöglicht es, diese einem Arzt vorzulegen. Zur Optimierung der Barrierefreiheit wurde zudem eine Funktion zur Individualisierung der Schriftgröße entwickelt und eingebunden. Die Kontraste wurden überprüft und entsprechend den Vorgaben für Barrierefreiheit angepasst. Zur optimalen Darstellung auf allen Geräten wurde eine Formatänderung der Übungen von 4:3 zu 16:9 durchgeführt.
Hier ist sie, die neue App zu MS Kognition
In Zusammenarbeit mit der AMSEL wurde auch die App zu MS Kognition aktualisiert. Im App Store und bei Google Play können Sie sich die neue App kostenlos downloaden mit einem Klick auf den jeweiligen Button auf: https://www.dmsg.de/…
Voraussetzungen an das Betriebssystem für die Nutzung der App:
Android:
Mindestanforderung: Version 6,
optimiert für Version 14 und höher
iOS:
Mindestanforderung: Version 14,
optimiert für Version 16 und höher
Alle Übungen und den Link zum Download der App finden Sie auf der Website: https://www.dmsg.de/ms-kognition/
Hier kommen Sie zum kostenlosen Trainingsprogramm MS Kognition
Die App und das Tool auf der Website eignen sich nicht nur für MS-Erkrankte, sondern für alle, die spielerisch alltagsrelevante kognitive Fähigkeiten trainieren und verbessern wollen. Beliebt ist das kostenlose Tool auch bei Schlaganfall-Patienten.
Ein Dank geht an die Techniker Krankenkasse für die finanzielle Unterstützung im Rahmen der Projektförderung.
Der DMSG-Bundesverband e.V., 1952/1953 als Zusammenschluss medizinischer Fachleute gegründet, vertritt die Belange Multiple Sklerose Erkrankter und organisiert deren sozialmedizinische Nachsorge.
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft mit Bundesverband, 16 Landesverbänden und derzeit mehr als 750 örtlichen Kontaktgruppen ist eine starke Gemeinschaft von MS-Erkrankten, ihren Angehörigen, mehr als 3380 engagierten ehrenamtlichen Helfern und 220 hauptberuflichen Mitarbeitern. Insgesamt hat die DMSG 42.000 Mitglieder.
Mit ihren umfangreichen Dienstleistungen und Angeboten ist sie heute Selbsthilfe- und Fachverband zugleich, aber auch die Interessenvertretung MS-Erkrankter in Deutschland. Schirmherr des DMSG-Bundesverbandes ist Christian Wulff, Bundespräsident a.D.
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zu Störungen der Bewegungen, der Sinnesempfindungen und auch zur Beeinträchtigung von Sinnesorganen führt. In Deutschland leiden nach Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als 280.000 Menschen an MS. Trotz intensiver Forschungen ist die Ursache der Krankheit nicht genau bekannt.
MS ist keine Erbkrankheit, allerdings spielt offenbar eine genetische Veranlagung eine Rolle. Zudem wird angenommen, dass Infekte in Kindheit und früher Jugend für die spätere Krankheitsentwicklung bedeutsam sind. Welche anderen Faktoren zum Auftreten der MS beitragen, ist ungewiss. Die Krankheit kann jedoch heute im Frühstadium günstig beeinflusst werden. Deutschlandweit sind schätzungsweise 280.000 Menschen an Multipler Sklerose erkrankt, weltweit etwa 2,9 Mio. Menschen.
Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
Krausenstr. 50
30171 Hannover
Telefon: +49 (511) 96834-0
Telefax: +49 (511) 96834-50
https://www.dmsg.de
Leitung
Telefon: +49 511 96834-32
E-Mail: teschner@dmsg.de
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