• Kein Stadtbahnverkehr und nur einzelne Busfahrten
  • VAG-Vorstände verweisen auf angespannte Haushaltslage der Kommunen und üben scharfe Kritik am Vorgehen der Gewerkschaft: „Wünschen uns einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Streikrecht“

Die Freiburger Verkehrs AG (VAG) wird am Montag, 2. Februar, ganztägig bestreikt. Der Arbeitskampf der Gewerkschaft Verdi beginnt mit Betriebsstart und endet mit Betriebsschluss. In dieser Zeit fahren keine VAG-Stadtbahnen und nur ein sehr kleiner Anteil der Busse. Auch die Schauinslandbahn bleibt außer Betrieb. Zusätzlich sind das VAG-Kundenzentrum, das Fundbüro sowie die Abteilung für das erhöhte Beförderungsentgelt geschlossen.

Vom Streik betroffen sind alle Bus- und Straßenbahnlinien, die direkt von der VAG betrieben werden. Ausgenommen sind lediglich Fahrten, die von privaten Auftragnehmern übernommen werden. Weitgehend in Betrieb bleiben daher die Linien 15 und 32. Auf den Linien 24, 33 und 34 verkehrt etwa die Hälfte der Fahrten. Alle übrigen Bus- und alle Stadtbahnlinien der VAG entfallen.

Alle tatsächlich stattfindenden Fahrten sind in der elektronischen Fahrplanauskunft zu finden. Einen Notfallfahrplan kann die VAG nicht anbieten. Die VAG weist zudem darauf hin, dass die fahrenden Buslinien keine Anschlüsse an andere Stadtbahn- oder Buslinien der VAG haben.

Unabhängig vom Streik bleiben Ziele in Freiburg über die Linien der Breisgau-S-Bahn erreichbar. Auch der Regionalverkehr der Deutschen Bahn mit seinen innerstädtischen Haltepunkten sowie einzelne Buslinien aus dem Umland fahren weiterhin.

Die Tarifverhandlungen für den kommunalen Nahverkehr hatten am 20. Januar in Stuttgart begonnen. Verhandelt wird lediglich über Zuschläge. Deutliche Entgeltsteigerungen, hohe Zulagen und eine reduzierte Wochenarbeitszeit sind laut VAG bereits aufgrund der zurückliegenden Tarifabschlüsse über das laufende Jahr hinaus vereinbart.

Die VAG-Vorstände Oliver Benz und Stephan Bartosch übten scharfe Kritik an den Streiks: „Die Tarifverhandlungen sind sachlich und konstruktiv gestartet. Wir waren davon ausgegangen, dass Verdi Verständnis für die schwierige Haushaltslage hat“, erklärte Benz. „Umso unverständlicher und überraschender ist dieser Streik. Die Leidtragenden sind unsere Fahrgäste.“

Die Vorstände verwiesen darauf, dass in vielen Kommunen bereits freiwillige Aufgaben auf dem Prüfstand stehen. „Vielerorts geht es nicht mehr darum, ob Angebote im öffentlichen Nahverkehr gekürzt werden müssen, sondern darum, wie stark diese Kürzungen ausfallen“, sagte Benz. Vor diesem Hintergrund müsse das Vertrauen in den ÖPNV gestärkt werden. Streiks bewirkten das genaue Gegenteil. Es sei schwer nachvollziehbar, dass Verdi nun auf kommunaler Ebene realitätsferne Forderungen stellt, während in vielen Privatfirmen Beschäftigte um ihre Jobs bangen.

Nach Angaben der VAG hat Verdi das kommunale Unternehmen seit 2023 bereits an zwölf Tagen bestreikt. „Dies führte bei unseren Fahrgästen zunehmend zu Unverständnis. Hier wünsche ich mir einen verantwortungsvolleren Umfang mit dem Streikrecht “, erklärte VAG-Vorstand Stephan Bartosch. Der kommunale Nahverkehr biete gerade in Krisenzeiten sichere Arbeitsplätze und attraktive Bedingungen. „Das sollte auch die Gewerkschaft anerkennen und entsprechend berücksichtigen“, sagte Bartosch weiter.

Nach Berechnungen des kommunalen Arbeitgeberverbands sind die Gehälter in Baden-Württemberg im ÖPNV seit 2023 im Durchschnitt bereits um über 20 Prozent gestiegen, in unteren Entgeltgruppen noch stärker. Im Fahrdienst beträgt das durchschnittliche Monatsgehalt inklusive aller Zuschläge demnach landesweit mehr als 4.300 Euro. In Freiburg liege es aufgrund von Zusatzleistungen sogar noch höher, erklärte die VAG. Dazu komme, dass für Mai bereits eine Entgelterhöhung von 2,8 Prozent fest vereinbart ist.

Die VAG-Vorstände verwiesen außerdem auf das wachsende Defizit der VAG. Ein wesentlicher Grund dafür seien die enorm steigenden Personalkosten. Eine Umsetzung sämtlicher Verdi-Forderungen bei den Zuschlägen würden bei der VAG nach ersten Berechnungen zusätzliche Personalkosten im Umfang von rund drei Millionen Euro pro Jahr bedeuten.  

Hinweis für die Fahrgäste: Die Freiburger Verkehrs AG streikt nicht selbst, sondern wird von der Gewerkschaft Verdi bestreit. Daher greift keine Mobilitätsgarantie, und es gibt keinen Ersatzanspruch.

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