Das war eine rundum gelungene Buchtaufe: Die Vorstellung des neuen Tagebuchromans „Und dann werde ich stolz sein. Auf mich“ der Autorin Antje Tresp-Welte am 27. Februar im Audimax des Hegau-Jugendwerks stieß auf großes Interesse. Im Mittelpunkt des Jugendromans steht Elian, ein zwölfjähriger Junge mit spastischer Zerebralparese, der in einer Nacht aufgrund einer "Monsterflut" sein Zuhause und seine geliebte Oma, aber trotzdem nicht seinen Lebensmut verliert.

Rüdiger Becker, Leiter der Wilhelm-Bläsig-Krankenhausschule, zeigte in seiner Einführung auf, welche Bedeutung dem Buch in der täglichen Arbeit des Hegau-Jugendwerks (HJW) zukommt. Neben der medizinischen, therapeutischen und pädagogischen Arbeit spiele im HJW auch die psychoemotionale Unterstützung der Patienten und deren Angehörigen bei der Verarbeitung der Krankheit und ihrer Folgen eine große Rolle. Die Herausforderung, mit Handicap und Anderssein umzugehen, das Finden von Zuversicht und Mut, Ziele neu zu definieren und zu lernen, sich so zu akzeptieren wie man ist – all das spiegle sich im Buch großartig wider und mache es deshalb auch im Beratungsalltag so wertvoll. Deswegen sei er von Anfang von dem Buchprojekt begeistert gewesen und habe dessen Entstehung gerne unterstützt.

Der Schulleiter moderierte die Veranstaltung und befragte in einer informativen Gesprächsrunde die Autorin Antje Tresp-Welte und die Illustratorin Siri Malin Dietz zu den Beweg- und Hintergründen ihrer Arbeit, was spannende Einblick in die Entstehung des Buches gab. Die Autorin, die seit über 20 Jahren an der Wilhelm-Bläsig-Krankenhausschule unterrichtet, machte deutlich wie das Schreiben am Elian-Buch durch ihre Erlebnisse und Begegnungen mit Patienten und deren Angehörigen bei der täglichen Arbeit im Hegau-Jugendwerk geprägt wurde und ein reales Patientenschicksal vor dem Hintergrund der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal in 2021 Anlass für das Buch war. Für Siri Malin Dietz, noch Studentin der Ruhr-Akademie in Dortmund, die die Illustrationen eigens für das Buch angefertigt hatte, bestand die Herausforderung nach mehrfacher Lektüre des Buches die Schlüsselelemente heraus zu filtern und die Emotionen, die im Text stecken, in Licht und Farbe umzusetzen. Dazu waren viele Skizzen und eine enge Abstimmung mit der Autorin notwendig. Die Illustration sei dann fertig gewesen, wenn das Bild das transportiert habe, was der Text aussagen wollte, so Siri Dietz. Der Applaus bewies der jungen Künstlerin, dass ihr das geglückt ist.

Nach der Talk-Runde las Antje Tresp-Welte Passagen aus ihrem Buch – man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so gebannt lauschte das Publikum. Der Autorin gelang es, die Zuhörer zu berühren wie sich auch am langanhaltenden Applaus zeigte. Der zugleich poetische als auch tröstende Tagebuchroman über Verlust, Neuanfang, Mut und die Kraft des Schreibens hinterließ beim Publikum einen tiefen Eindruck.

Der anschließende Buchverkauf wurde rege genutzt, ebenso die Möglichkeit, sich das Buch von den beiden Künstlerinnen signieren zu lassen. Die Begleitausstellung mit den Illustrationen von Siri Dietz stieß auf ein begeistertes Echo. Beim abschließenden Umtrunk nutzten die über 60 Gäste die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen – die Veranstaltung hatte für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.

INFO: Das Buch von Antje Tresp-Welte „Und dann werde ich stolz sein. Auf mich“ ist im Eigenverlag erschienen (Books on Demand). Der Förderverein HegauHelden finanzierte das Buchprojekt, indem er die Kosten für die gesamte Produktion übernahm. Die Einnahmen aus dem Buchverkauf kommen vollständig dem Förderverein zugute. Das Buch ist in jedem Buchhandel (ISBN-13: 9783695765560), über diverse Internetplattformen oder direkt bei BoD mittlerweile auch als E-Book erhältlich. Es hat 130 Seiten im Taschenbuchformat und beinhaltet auch Gedichte von Hilde Domin und Liedtexte von Udo Lindenberg.

Über die Hegau-Jugendwerk GmbH

Im Hegau-Jugendwerk bieten wir Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach einer neurologischen Erkrankung, einem Unfall oder einer frühkindlichen Hirnschädigung eine umfassende Rehabilitation an. Das diagnostische und therapeutische Angebot ermöglicht die nahtlose, kontinuierliche neurologische Rehabilitationsbehandlung von der Frührehabilitation bis zur schulischen und beruflichen Wiedereingliederung. Durch das Leistungsspektrum werden die neurologischen Rehabilitationsphasen B, C, D und E komplett abgedeckt.

Die Behandlung ist an den individuellen Erfordernissen jedes einzelnen Patienten ausgerichtet. Es werden intensive Einzel- und Gruppentherapien unter aktuellen rehabilitationswissenschaftlichen Erkenntnissen angeboten und durch weitere spezielle Angebote wie Unterstützte Kommunikation, Magnetstimulation, Schluckdiagnostik, Tiergestützte Therapie, Musiktherapie etc. ergänzt.

Die Einrichtung liegt in einzigartiger landschaftlicher Lage oberhalb des Rheins, 20 km vom Bodensee entfernt und wurde als bundesweite Modelleinrichtung speziell für Kinder und Jugendliche konzipiert.

Das Hegau-Jugendwerk ist ein Unternehmen im Gesundheitsverbund des Landkreises Konstanz und verfügt gesamt über 203 Betten.

Wesentliche Bestandteile des Rehabilitationszentrums sind eine staatlich anerkannte Krankenhausschule (SBBZ) und eine berufstherapeutische Abteilung. Rooming-in-Zimmer und Angehörigenzimmer ermöglichen es Eltern bzw. Angehörigen sowie Geschwisterkindern auch während der Rehabilitation nah bei ihrem betroffenen Kind zu sein. Zudem erfahren auch die Eltern bzw. Angehörigen durch eine Angehörigenbetreuung vor Ort kompetente Unterstützung und Hilfestellungen.

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