Sexuelle Ausbeutung ist weiterhin eine zentrale Form des Menschenhandels und betrifft nach Angaben der Vereinten Nationen zu über 90 Prozent Frauen und Mädchen. Hinter solchen Zahlen stehen immer individuelle Lebensgeschichten. „Jede Frau ist von Gott mit unveräußerlicher Würde geschaffen. Doch in vielen Teilen der Welt wird diese Würde mit Füßen getreten“, sagt Busenbender.
Hilfe im Berliner Straßenmilieu
Mit dem Projekt Alabaster Jar unterstützt Samaritan’s Purse in Berlin Frauen, die in die Prostitution geraten sind. Die Mitarbeiterinnen begegnen ihnen in Bordellen, Stripclubs oder auf der Straße und hören immer wieder ähnliche Geschichten: Gewalt, Zwang, ökonomischer Druck oder emotionale Abhängigkeiten lassen den Frauen keine Wahl. Allein im Jahr 2025 erreichten die Teams von Alabaster Jar über 380 Frauen durch Straßen- und Caféarbeit, mehr als 300 Frauen besuchten sie in Bordellen und Stripclubs. Das Team begleitet bei Arzt- und Behördenterminen, vermittelt Ausstiegshilfen, steht den Frauen mit Gespräch und Gebet zur Seite. „Unsere Aufgabe ist nicht zu urteilen, sondern da zu sein – egal, was passiert“, sagt Sylke Busenbender. „Wir wollen den Frauen zeigen: Gott sieht dich. Dein Leben ist einmalig und wertvoll.“
Ursachen von Ausbeutung bekämpfen
Unterdrückung, Gewalt und mangelnde medizinische Versorgung prägen in vielen Regionen der Welt die Lebenswege von Frauen und machen sie besonders anfällig für Ausbeutung. „Schon da müssen wir Verantwortung übernehmen“, fordert Busenbender. Samaritan’s Purse hat darum weltweit Bildungs-, Präventions- und Gesundheitsprojekte aufgebaut, um Frauen und Mädchen langfristig zu stärken. In Ländern wie Vietnam etwa klärt die Organisation Familien über die Gefahren von Menschenhandel auf und schafft Verdienstmöglichkeiten für Mütter. Bildungsprogramme u.a. in Indien fördern Mädchen und schützen sie vor Kinderheirat. Auf den Philippinen bietet Samaritan’s Purse Schwangeren medizinische Betreuung. Das Ziel ist nachhaltige Hilfe, die Frauen Perspektiven eröffnet und Ausbeutung verhindert.
Frühzeitig Weichen stellen
Nachhaltig wirkt auch „Weihnachten im Schuhkarton“. Jedes Jahr beteiligen sich allein in Deutschland hunderttausende Menschen an der internationalen Geschenkaktion von Samaritan’s Purse, 2025 wurden so über 12 Millionen Kinder weltweit beschenkt. Getragen wird die Aktion von einem Netzwerk aus mehr als 540.000 Ehrenamtlichen, die Familien in lokalen Kirchengemeinden begleiten.
Oft verändert ein solches Geschenk ein ganzes Leben: So verbrachte etwa die 22-jährige Tatiana aus der Republik Moldau ihre ersten Lebensjahre auf der Straße, während ihre Mutter unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten musste. Mit zwölf Jahren erhielt Tatiana einen Schuhkarton und begegnete Menschen, die sich ihr zuwandten. Heute steht sie kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Friseurin und hilft selbst bei der Verteilung der Geschenke.
Zum Weltfrauentag ruft Samaritan’s Purse dazu auf, die Situation von Frauen hier vor Ort und in anderen Kulturen stärker in den Blick zu nehmen. „Wenn wir auf Frauen schauen, sehen wir die Bruchstellen unserer Welt besonders deutlich“, sagt Busenbender. „Unser Wunsch ist, dass Frauen überall erleben: Gott liebt dich. Und du kannst deine Zukunft gestalten.“
Die Arbeit von Alabaster Jar wird durch Spenden finanziert. Aus Anlass des Frauentages werden alle Spenden bis zu 5.000 Euro im März verdoppelt.
Samaritan’s Purse widmet sich der Unterstützung von Menschen in Not, unabhängig von deren Herkunft, Religion oder Kultur. Unter dem Motto „Helping in Jesus‘ Name“ leistet Samaritan’s Purse weltweit humanitäre und medizinische Hilfe in Kriegs- und Krisengebieten. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist vor allem die internationale Geschenkaktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die Menschen einlädt, Kindern nicht nur das Nötigste zukommen zu lassen, sondern sie zu beschenken und ihnen die Botschaft von der Liebe Gottes zu überbringen. Der deutsche Zweig von Samaritan’s Purse wird von Sylke Busenbender und Gary Lundstrom geleitet.
Samaritan’s Purse e. V.
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