Seit Jahresbeginn lädt das Oberschlesische Landesmuseum einmal im Monat zu einer besonderen Filmmatinee ein. Gezeigt werden Filme mit historischem, gesellschaftlichem oder biografischem Bezug zu Oberschlesien und Mitteleuropa. Im Anschluss an die Vorführungen sind Besucher eingeladen, gemeinsam über die Filme zu diskutieren. Die kommenden Termine im April und Mai bieten Besonderes: Die Filmschaffenden reisen dafür aus Wiesbaden und Berlin nach Ratingen, um ihre Werke persönlich vorzustellen und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.

Am 11. April um 12 Uhr wird der Dokumentarfilm „Die geteilte Klasse“ (Podzielona Klasa) des Regisseurs Andrzej Klamt gezeigt. Der Film begleitet den Regisseur auf seiner Suche nach ehemaligen Klassenkameraden einer Schulklasse aus Beuthen (Bytom). Deren Biografien stehen dabei stellvertretend für die Schicksale von Hunderttausenden Aussiedlern und Immigranten aus Oberschlesien und beleuchten die prägenden Entwicklungen der 1970er- und 1980er-Jahre in Deutschland und Polen. Dabei wirft Klamts Werk viele Fragen auf: Welche Erinnerungen bleiben bei denen, die zurückbleiben, und wie erleben die Ausgewanderten ihr neues Leben in Deutschland? Fühlen sie sich als Polen, als Deutsche oder als etwas dazwischen? Wie verändert Migration Identität, Sprache und das Gefühl von Heimat? Was passiert, wenn sich ehemalige Mitschülerinnen und Mitschüler Jahrzehnte später wiederbegegnen? Können sie noch an ihre gemeinsame Kindheit anknüpfen oder haben sich ihre Lebenswelten zu sehr voneinander entfernt? Der Film wurde 2012 mit dem Spezialpreis des Neiße Filmfestivals ausgezeichnet und war im selben Jahr Teil der Berlin Biennale.

Am 30. Mai um 12 Uhr wird der essayistische Dokumentarfilm „Vor Zeit“ (Przedczas) von Juliane Henrich gezeigt. Darin begibt sich die Regisseurin auf eine persönliche Spurensuche durch Oberschlesien. Ausgehend von ihrer Familiengeschichte entfaltet sich eine vielschichtige Erzählung über Identität, Zugehörigkeit und die Frage, was Heimat heute bedeutet. Was als Recherche zum eigenen Stammbaum beginnt, entwickelt sich zu einer facettenreichen Migrationsgeschichte mit der zentralen Erkenntnis, dass Herkunft oft nicht eindeutig ist, sondern das Ergebnis vieler historischer Schichten. Der stark künstlerisch geprägte Film wurde unter anderem beim DOK Leipzig, beim Kasseler Dokfest, beim Film Festival Cottbus, beim Achtung Berlin Film Festival, beim Pochen Biennale Symposium, im Arsenal Berlin, beim Kozzi Film Festival in Zielona Góra und bei DocBuenosAires gezeigt.

Nach beiden Vorführungen stehen die Autoren für ein Publikumsgespräch zur Verfügung. Die Filmreihe möchte damit nicht nur Filme zeigen, sondern auch Raum für Austausch schaffen. „Das Format versteht sich bewusst als Chance, Filme jenseits des üblichen filmischen Mainstreams zu zeigen und zu diskutieren”, sagt die Projektkoordinatorin Katarzyna Schieweck. „Die Filme stellen dabei nicht selten auch die Frage, wie Geschichte ganz persönliche Lebenswege beeinflusst.“

Die kostenlosen Filmvorführungen finden im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen statt. Interessierte sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist für den Film am 11. April bis zum 9. April und für den Film am 30. Mai bis zum 28. Mai per E-Mail an vermittlung@oslm.de erforderlich.

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