Eine komoot-Collection zu den literarischen Wanderungen gibt es hier.
Dorfspaziergang nach Marie Luise Kaschnitz durch Bollschweil
Die vor 125 Jahren in Karlsruhe geborene Marie Luise Kaschnitz weilte zeitlebens immer wieder in ihrem Elternhaus Schloss Bollschweil. Wer das im Markgräflerland, kurz vor den Toren Freiburgs gelegene Bollschweil heute erkundet , spaziert zugleich durch die literarische Welt der Schriftstellerin (1901-1974): Kaschnitz hat der Gemeinde mit der Erzählung „Beschreibung eines Dorfes“ (1966) ein bleibendes Denkmal gesetzt – eine poetische Liebeserklärung an die Landschaft und ihre Menschen. Mit einem Leitfaden und der Karte, die online verfügbar sind, lassen sich die in der Erzählung beschriebenen Orte entdecken: stille Gassen, das Schloss Bollschweil und Plätze voller Geschichte(n). Ergänzend lohnt ein Besuch des Kaschnitz-Zimmers im Rathaus oder des Gedenksteins auf dem Friedhof, auf dem die Ehrenbürgerin beigesetzt wurde. www.bollschweil.de
Auf den Spuren von Hermann Hesse – zwischen Calw und Hirsau
Ein Spaziergang durch die historische Altstadt Calws wird zu einer Reise in die Welt einer der berühmtesten Schriftsteller Deutschlands: Hermann Hesse (1877-1962). Der gut drei Kilometer lange Rundgang führt über den Marktplatz, auf dem auch Hesses Geburtshaus sowie weitere historische Fachwerkhäuser zu finden sind, über die Nikolausbrücke und durch enge Gassen, die Schauplätze vieler seiner Erzählungen sind. Wer den Blick schweifen lässt, erkennt die Orte, die Hesse in Werken wie „Unterm Rad“ oder „Gerbersauer Geschichten“ (sein poetischer Name für seine Heimatstadt) so eindrucksvoll beschrieb. Mit dem Flyer „Literarischer Streifzug“ der Stadt Calw in der Hand, können Schauplätze seines Lebens und Schreibens erkundet werden. Hierbei wird deutlich, warum Calw für den Nobelpreisträger „die schönste Stadt von allen“ war. Musikalisch umrahmte Lesungen präsentiert der „Gerbersauer Lesesommer“ vom 2. Juli bis 9. August 2026. www.calw.de/kultur/hermann-hesse
Außergewöhnliche Sonderausstellung in Riegel: Hesse als Maler
Die Ausstellung „Hermann Hesse – Bereit zum Aufbruch“ zeigt in einer umfassenden Werkschau rund 130 Aquarelle, Tusche- und Federzeichnungen, Typoskripte von Gedichten, illustrierte Briefe, Erstausgaben sowie Fotografien des genialen Grenzgängers und lässt Hesses künstlerisches und literarisches Werk in einen Dialog treten. In Hesses farbenfrohen Aquarellen kommen seine Liebe zur Natur und zu seiner Wahlheimat Tessin, seine Sehnsucht nach Harmonie und Vervollkommnung sowie seine großen Themen – Aufbruch, Erneuerung, Suche nach der eigenen Identität, nach einem Leben in Einklang mit sich und der Umwelt – zum Ausdruck. Zu sehen vom 21. März bis 11. Oktober 2026 in der Kunsthalle Messmer in Riegel am Kaiserstuhl. www.kunsthallemessmer.de
200 Jahre Scheffel in Bad Säckingen: Bergsee und Trompetenklänge
Die gemütliche Rundtour startet in der Innenstadt Bad Säckingens und führt auf rund sechs Kilometern durch die historische Lindenallee hinauf zum idyllischen Bergsee. Hier lädt die wildromantische Stimmung zum Verweilen ein – so wie es einst schon Joseph Victor von Scheffel (1826-1886) tat, der dem ehemaligen „Schwarzsee“ seinen heutigen Namen verlieh. Der markante „Scheffelfelsen“ am Rande des Sees erinnert an den Dichter des berühmten Versepos´ „Der Trompeter von Säckingen“ (1854). Wer die Wanderung verlängern möchte, kann einen Abstecher in den Schlosspark der „Trompeterstadt“ einplanen: Dort befindet sich nicht nur die Scheffelbüste und der beliebte Trompeter-Brunnen, sondern auch die Büste des Katers Hiddigeigei – eine charmante Hommage an Scheffels berühmtestes Werk, das ab den 1870er Jahren zum Bestseller wurde und von einer realen Liebesgeschichte erzählt, die die Standesgrenzen ignorierte. Neben Themenführungen mit Trompetenklängen gibt es drei Kater-Kinder-Stadt-Rallyes, zudem ist im Hochrheinmuseum Schloss Schönau von 1. April bis 1. November 2026 eine Ausstellung zu Scheffels 200. Geburtstag zu sehen. www.badsaeckingen.de/scheffel
Lustwandeln auf Mörikes Spuren in Nagold
Der rund acht Kilometer lange „Mörike-Wanderweg“ führt von der historischen Stadtkirche in Nagold hinaus in die Natur und verbindet Kultur mit Natur: Auf acht Wegtafeln erfahren Wanderer Spannendes aus dem Leben des schwäbischen Biedermeier-Lyrikers und Pfarrers Eduard Mörike (1804-1875). Nach einem Anstieg öffnet sich der Weg zu weiten Wiesenflächen, bevor er durch das „Kuhloch“ – eine Unterführung der Bahngleise und „Lost Place“ – zurück in die Stadt führt. Den Abschluss bildet der Zeller-Mörike-Garten – ein Ort der Ruhe und Inspiration: 1862 kurte Mörike im Nagolder Rötenbad und besuchte auf Einladung des Apothekers Gottlieb Heinrich Zeller mehrmals seinen bezaubernden Garten. Die Erinnerung daran hält auch die Dauerausstellung des „Museums im Steinhaus“ lebendig, die im Andenken an die beiden im Gartenhaus eingerichtet wurde. www.mein-schwarzwald.de
„Wiesensteig“ entführt in Grimmelshausens Schelmenroman
Auf rund 13,5 Kilometern schlängelt sich der Schwarzwälder Genießerpfad „Wiesensteig“ durch das Tal der wilden Rench bei Bad Peterstal-Griesbach, vorbei an blühenden Bergwiesen, klaren Bächen und eindrucksvollen Aussichtspunkten. Zahlreiche Rastplätze und Himmelsbänke laden zum Verweilen ein, während Getränkebrunnen und Einkehrmöglichkeiten für Genussmomente sorgen. Hier, in der zweiten Heimat von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (um 1622-1676), spürt man die Kraft der Natur, die den Autor des Schelmenromans „Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“ (1668) einst inspirierte. Einige Episoden des Romans – der ein plastisch-schauriges, doch zugleich auch bemerkenswert humoristisches Bild der damaligen Zeit vermittelt – spielen in dieser Region, in der sich der Protagonist schließlich als Bauer niederlässt. Der Schwarzwald spielt bei Grimmelshausen auch deshalb eine prominente Rolle, weil der erste große Romancier der deutschen Literatur in der Region lebte – in Renchen lohnt ein Besuch im „Simplicissimus-Haus“, zudem ist sein 350. Todestag auch Thema der „Heimattage Baden-Württemberg“ in Oberkirch. www.nationalparkregion-schwarzwald.de und www.heimattage2026.de
Familienspaß mit Wilhelm Hauff in Bad Wildbad
Köhler, Glasmacher und dunkle Sagengestalten sind die Akteure von Wilhelm Hauffs 1827 erschienenem Märchen „Das kalte Herz“. Die Erzählung vom mittellosen Köhler Peter Munk, der aus Liebe zur schönen und aus gutem Hause stammenden Lisbeth einen Weg sucht, um reich zu werden, fasziniert noch immer. Der Märchenweg „Das kalte Herz“ in Bad Wildbad führt auf rund drei Kilometern durch die Wälder des Sommerbergs und lässt Hauffs (1802-1827) berühmte Erzählung lebendig werden: An zehn Stationen begleiten Hörspiele die Geschichte von Peter Munk, dem Glasmännlein und dem Holländer-Michel – dazu werden spannende Informationen zu Schwarzwälder Traditionen wie Flößerei, Glasmacherei und Köhlerei erzählt. Start und Ziel ist der Turm des Baumwipfelpfads, der mit seinem spektakulären Ausblick über den Schwarzwald lockt. Ein weiteres Highlight ist die nahe gelegene „Wildline“-Hängebrücke. Wer noch tiefer in die Welt des „kalten Herz“ eintauchen möchte, sollte auch die Ausstellung im Schloss Neuenbürg und Hauffs Märchenmuseum in Baiersbronn besuchen. www.bad-wildbad.de
Eine Wanderung durch Johann Peter Hebels Heimat
Johann Peter Hebel (1760–1826) gilt heute als der bedeutendste alemannische Mundartdichter. Die Erinnerungen an seinen Geburtsort, das städtische Basel, und seine Kinder- und Jugendjahre im ländlichen Wiesental im südlichen Schwarzwald haben seine Werke geprägt. Der Region hat er u.a. mit seinem Gedicht „Die Wiese“ ein literarisches Denkmal gesetzt – der 60 Kilometer lange „Hebel-Wanderweg“ orientiert sich daran und verläuft von der Quelle des Flüsschens Wiese am Feldberg bis zur Schifflände in Basel. Die rund 14 Kilometer lange Teiletappe von Zell bis Steinen führt durch das idyllische Wiesental, zahlreiche Tafeln entlang des Weges geben Einblicke in Hebels Leben und sein Werk. Ein Höhepunkt ist das Hebelhaus in Hausen, das heute als Museum besichtigt werden kann und die nahezu originalgetreu erhaltene Wohnung des Schriftstellers zeigt. www.schwarzwald-tourismus.info
Auerbachs-Weltbestseller: Die „Schwarzwälder Dorfgeschichten“
Der aus Nordstetten bei Horb am Neckar stammende Berthold Auerbach (1812-1882) beschrieb in seinen „Schwarzwälder Dorfgeschichten“ eindringlich das einfache und traditionelle Leben. Seinen Durchbruch erlebte er 1843 mit den ersten neun der insgesamt 27 „Dorfgeschichten“, die den Nerv der Zeit trafen und ihn zu einem der meistgelesenen deutschen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts machten. Sie wurden in riesigen Auflagen gedruckt und waren auch international höchst erfolgreich: Mark Twain bekannte später, den Schwarzwald zuerst durch Auerbachs Geschichten kennengelernt zu haben. Spricht aus Auerbachs Werken zwar teilweise der Geist der Romantik, so wird die damalige Zeit dennoch nicht als heile Welt verklärt – gesellschaftliche Missstände werden zum Thema gemacht, etwa die Willkür der Obrigkeit oder der Gegensatz von Stadt und Land. Auf Auerbachs Spuren können sich Wanderer auf der knapp 12 Kilometer langen „Talblick-Tour“ in Horb am Neckar begeben: Sie führt auch am barocken Nordstetter Schloss vorbei, das in zwei Räumen das Auerbach-Museum beherbergt. www.horb.de
Der Mundart-Dichter-Weg in Karlsruhe
Für alle Freunde der Mundart gibt es in Karlsruhe-Durlach eine besondere Rundwanderung: Auf dem circa zwei Kilometer langen Weg entlang des Turmbergs kann dank Audio-App an sieben Stationen der Mundart von Dichterinnen und Dichtern aus der Region gelauscht werden. Zunächst bietet sich ein wunderbarer Blick über die Fächerstadt und die Rheinebene von der Turmbergterrasse, in der Folge erzählen die Gedichte von „Unner Wegs“ (Iris Treiber), beschreiben „Mei Dorlach“ (Sabine Marona) und fragen „Was isch Hoimat“ (Adin Hassa), ehe zum Ende Teile des „Hexestäffeles“ zu bezwingen sind, jene 528 Stufen, die vom Tal direkt auf den Turmberg führen und die Klaus Eppele in seinem gleichnamigen Poem humorvoll verewigt hat. www.karlsruhe-erleben.de/tour/mundart-dichter-weg
Literarisch-kulinarische Wanderung auf dem „Lebküchlerweg“
Die Todtmooser werden seit jeher im Volksmund auch „Lebküchler“ genannt. Denn früher waren es neben den Bäckern die Frauen im Ort, die sich mit dem Backen ein Zubrot verdienten und die haltbaren Lebkuchen vor der Wallfahrtskirche an durchreisende Pilger verkauften oder in der Vorweihnachtszeit selbst als „Lebkuchenweiblein“ mit den Köstlichkeiten durch die ärmeren Gebiete des Schwarzwalds zogen. Dieser Spitzname gibt auch dem Schwarzwälder Genießerpfad „Lebküchlerweg“ seinen Namen, der sich durch panoramareiche Aussichtspunkte auszeichnet. Er verläuft zwölf Kilometer weit über schmale Wiesen- und Waldpfade im Süden der Ferienregion und führt bis auf knapp 1200 Meter Höhe. Literarischen Widerhall hat die Tradition auch im Kinderbuch „Alle warten auf das Lebkuchenweiblein“ (2016) der Schwarzwälder Autorin Heidi Knoblich gefunden: Die Erzählung, untermalt von elf detailreichen Farbzeichnungen von Martina Mair, stellt den kleinen Jakob ins Zentrum, der sich auf die Suche nach den duftenden Lebkuchen macht, um Weihnachten zu retten. www.geniesserpfade-schwarzwald.info
Was der Westweg „über den Schwarzwald“ zu erzählen hat
In ihrem Buch „Über den Schwarzwald: Entdeckungsreise auf dem Westweg“ (2024) verweben Autor Johannes Schweikle und Fotograf Daniel Keyerleber Wanderbericht, Naturbeschreibungen, Mentalitätsgeschichte, historische Entwicklungslinien, literarische Stimmen und Porträts spannender Persönlichkeiten gekonnt in- und miteinander. So wie der legendäre, 1900 angelegte„Westweg“ auf seinen 285 Kilometern von Pforzheim bis Basel einmal quer durch die Ferienregion und über alle Höhen des Mittelgebirges führt, so hat sich auch der 1960 in Freudenstadt geborene Schweikle auf 256 Seiten mit Höhen (und Tiefen) der Region auseinandergesetzt. Fotograf Daniel Keyerleber hat passende, eigenwillige Bilder gefunden für das Ge- und Beschriebene. Was das Buch besonders lesenswert macht, sind die schön skizzierten großen Geschichtslinien, die auch den Schwarzwald und seine Wahrnehmung prägten: Die aus heutiger Sicht mitunter kitschig wirkenden Gedichte der Romantiker (etwa vom 1840 in Pforzheim geborenen Ludwig Auerbach) waren deswegen so revolutionär, weil sie das Bild vom Wald auf den Kopf stellten: Die dunklen Berge, vor denen sich die Menschen einst grausten, verwandelten sie in einen Ort der Schönheit, schreibt Schweikle. „Freiwillig ging niemand in diese Wildnis. Der Harzer, der Köhler, der Holzfäller – die mussten. Doch Auerbach wanderte ohne Not. Er pries die Fußreise als Lust, Berg und Tal verklärte er zum Sehnsuchtsort.“ www.westweg.info
Königsfeld: Das traute Heim des „Urwalddoktors“ Albert Schweitzer
Als „Urwalddoktor“ ist Albert Schweitzer (1875–1965) den meisten Menschen ein Begriff. Doch der deutsch-französische Arzt war auch promovierter Philosoph, Professor der Theologie sowie ein renommierter Organist und Bach-Interpret. Mit Hunderten von Konzerten erspielte er Geld für sein Lebenswerk, das auf seiner Weltanschauung der „Ehrfurcht vor allem Leben“ gründete. Für sein medizinisches Engagement erhielt er 1952 den Friedensnobelpreis. Schweitzers zweite Heimat wurde Königsfeld am Ostrand der Ferienregion Schwarzwald: In dieser heilklimatischen Schwarzwald-Gemeinde – seit 50 Jahren auch Kneippkurort – baute er 1923 für seine kleine Familie, Ehefrau Helene und Tochter Rhena, ein Haus nach seinen Vorstellungen, in dem er sich von seiner strapaziösen Tätigkeit während der zahlreichen Aufenthalte im tropischen Lambaréné erholte. Seit 25 Jahren ist das ehemalige Wohnhaus eine Dokumentationsstätte, die die ganze Geschichte Albert Schweitzers erzählt und alle Lebensbereiche abdeckt. Der „AusZEIT“-Spazierweg in Königsfeld führt auf den Spuren Schweitzers durch den Kurpark und in den Doniswald und bündelt Gedanken rund um das Thema Zeit. www.koenigsfeld.de
Buchmesse „Blätterrauschen“: Literaturförderung aus und für den Schwarzwald
Bereits zum dritten Mal findet im Kurhaus Hinterzarten die Buchmesse „Blätterrauschen“ statt. Vom 8. bis 10. Mai 2026 kommen Autoren und Verlage im Hochschwarzwald zusammen, um ihre Werke mit Bezug zum Schwarzwald vorzustellen und mit interessierten Besuchern in einen Austausch über ihre Arbeit zu kommen. Zum Programm gehören auch Lesungen, Filmvorträge und Gesprächsrunden. Im Rahmen der Veranstaltung werden ausgewählte Bücher in den Kategorien Belletristik und Sachbuch mit dem Förderpreis „Wälderliebling“ ausgezeichnet. www.hochschwarzwald.de/buchmesse
Deutsches Tagebucharchiv in Emmendingen
Ein Hoch aufs geschriebene Wort: Das „Deutsche Tagebuch-Archiv“ in Emmendingen sammelt deutschsprachige Tagebücher, Lebenserinnerungen und Briefwechsel von Jedermann und Jederfrau – einzigartig in Deutschland. Das älteste Tagebuch stammt von 1760. Aus der Sammlung von mehr als 28.000 Dokumenten sind im kleinen Museum 26 ausgewählte Dokumente in Wechselausstellungen eigenständig zu betrachten: Von Grafikern, Malerinnen und Schriftkünstlern gestaltete Diarien, Reisejournale aus zwei Jahrhunderten, Jugendtagebücher, Lebenswerke von Autoren, deren Schreiben ihr ganzes Leben begleitet, die Protokolle von Eltern, die die Entwicklungsschritte ihrer Kinder dokumentieren oder Kuriositäten wie ein Miniaturtagebuch mit dem Titel „Die Mooroase“. Das Museum ist dienstags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr geöffnet, Führungen durch das „Tagebuch-Archiv“ sind nach Absprache möglich. www.tagebucharchiv.de
Baden-Baden in der Weltliteratur: Muße-Literaturmuseum
Baden-Baden hat eine jahrhundertelange, höchst interessante Geschichte, auch mit Blick auf die Literatur. Vor allem im 19. Jahrhundert war die „Sommerhauptstadt Europas“ ein beliebter Treffpunkt für Künstler, Adelige und Schriftsteller aus aller Welt, insbesondere aus Russland. Im Muße-Literaturmuseum wird dieses „literarische Baden-Baden“ in mehrfacher Hinsicht präsentiert: als Lebensort für Literatinnen und Literaten, als „erzählte Stadt“, als Lehr- und Lernort – und als Raum für Muße. Das Literaturmuseum ist als „Buch“ mit interessanten Kapiteln gestaltet und ermöglicht, mit vielen Sinnen – Sehen, Hören, Fühlen, vor allem aber Lesen und (Be-)Greifen – einzutauchen in die Welt der Literatur. In 18 Räumen wird erzählt von Huldigungen und Frechheiten, Begeisterung und Ablehnung, Liebe und Mord – die Texte und Schicksale reichen vom Mittelalter bis in die Gegenwart und präsentieren mehr als 100 Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Paracelsus, Mary Shelley, Nikolai Gogol, Iwan Turgenjew, Fjodor Dostojewski, Leo Tolstoi, Mark Twain, Alfred Döblin und Simone de Beauvoir. www.baden-baden.com
Champagner statt Sauerstoff: „Tschechow-Salon“ in Badenweiler
1904 reiste der russische Schriftsteller Anton Pawlowitsch Tschechow (1860–1904) zusammen mit seiner Ehefrau Olga Knipper in den Kurort Badenweiler. Hier ließ er sich wegen seines Lungenleidens behandeln – ohne Erfolg, denn er starb noch in Badenweiler. Kurz vor seinem Tode, so lautet die Geschichte, wollte sein Badenweiler Arzt eine Flasche Sauerstoff für ihn besorgen. Da Tschechow befürchtete, dass diese nicht mehr rechtzeitig eintreffen würde, bat er darum, stattdessen eine Flasche Champagner für ihn und seine Frau kommen zu lassen. Das Literarische Museum „Tschechow-Salon“ in Badenweiler ist das einzige Museum für den russischen Schriftsteller und Dramatiker der Weltliteratur in Westeuropa. Zudem werden in dem Museum 25 deutsche und internationale Schriftsteller und Dichter, die im Heilbad gekurt oder gelebt haben, vorgestellt. Neben Tschechow sind dies unter anderem Stephen Crane, Konstantin Stanislawski, René Schickele und Annette Kolb sowie Vertreter der zeitgenössischen Literatur wie Gabriele Wohmann und Rüdiger Safranski. www.literaturmuseum-tschechow-salon.de
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