Ein bunt zusammengewürfeltes Publikum aus Literaturfans und den Mitgliedern der English Theatre Society Heilbronn haben sich an diesem Donnerstagabend im Quartierszentrum der Heilbronner Nordstadt zusammengefunden. Der Grund: Der Autor Cihan Acar liest aus seinem mehrfach ausgezeichneten Buch „Hawaii“. Dieser Debütroman ist Grundlage für ein Theaterstück, das Studierende des TUM Campus Heilbronn, der Ecole 42, der Heilbronner Hochschule sowie Heilbronner Bürgerinnen und Bürger gemeinsam erarbeiten.

Hawaii. Wer damit die Sehnsuchtsinsel im Pazifik assoziiert, liegt weit daneben. Greifbarer und näher könnte Hawaii, das Heilbronner Viertel mit zweifelhaftem Ruf, nicht sein. Der Ursprung dieses Euphemismus ist unklar, so der junge Autor. Vielleicht eine ironische Anlehnung an die brutale Realität der 80er- und 90er-Jahre, in denen das Hawaiiviertel von Kriminalität und Drogenhandel geplagt wurde?

Die Leiterin des Theaterprojekts, Leni Karrer, führt durch den Abend. Und fragt Acar nach seiner Motivation für den Roman. „Ich wollte über einen mir bekannten Ort schreiben. Und das waren weder Istanbul noch Berlin – an beiden Orten habe ich studiert – sondern Heilbronn, in dessen Nähe ich aufgewachsen bin.“ Acar war es wichtig, das Viertel menschlich und ohne Sensationslust darzustellen.

Wanderer zwischen den Welten

Das beweist er mit seinen vielen Romanszenen, die er im Laufe des Abends präsentiert. Das aufmerksame Publikum erfährt mehr über den türkischstämmigen Protagonisten Kemal aus dem Hawaii-Viertel. „Weltenwanderer“ nennt ihn der Autor. Kemal ist junger Ex-Fußballprofi, orientierungslos und auf der Suche nach Identität und Weg: auf einer türkischen Hochzeit, auf der Straße mit Kumpels, in der Küche, wo seine Mutter auf dem kleinen Fernseher Seifenopern aus der Heimat sieht.

Die Frage nach der Zugehörigkeit zieht sich als roter Faden durchs Buch. Dass diese auch mit der Biografie des Autors zu tun hat, wird in der anschließenden, lebhaften Fragerunde deutlich. Ob er sich eher türkisch oder deutsch fühle, möchte das Theaterensemble wissen. Acan überlegt und antwortet: „Man sollte sich nicht entscheiden müssen. Und so viel wie möglich von beiden Seiten mitnehmen.“

Aufwärtstendenz in Heilbronn

Dass Heilbronn sich positiv entwickelt, bestätigt der Autor: „Immer, wenn ich durch die Stadt fahre, wird etwas Neues gebaut.“ Heilbronn, die Stadt der 150 Nationen, geht voran. Deshalb, so betont Acar, sei es umso wichtiger, dass Viertel wie das Hawaii erhalten bleiben. Denn nur durch identitätsstiftende Orte kann auch Austausch passieren.

Die Premiere des Theaterstücks „Hawaii – Von hier aus“ findet am 27. Juni im Quartierszentrum Augärtle in Heilbronn statt.

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