Die Baden-Württemberg Stiftung hat Dr. Sarah Bez von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe in ihr Eliteprogramm für Postdocs aufgenommen und fördert Bez‘ auf drei Jahre angelegtes Forschungsprojekt „AI-Assisted Translational Reading Lab (ATReaL)“. In dessen Mittelpunkt steht die Frage, wie durch künstliche Intelligenz gestützte Diagnoseverfahren zum gelungenen Leseerwerb beitragen können. Auch die Perspektive von Schüler:innen auf solche Verfahren wird im Rahmen von ATReaL in den Blick genommen.

Dr. Sarah Bez, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Empirische Bildungsforschung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (PHKA), ist zum 1. Januar 2026 in das Eliteprogramm für Postdocs der Baden-Württemberg Stiftung aufgenommen worden. Damit ist die PHKA-Bildungsforscherin eine von zwölf jungen Wissenschaftler:innen aus Baden-Württemberg, deren Forschungsprojekte im Rahmen des Programms finanziell gefördert werden. Die PHKA war erfolgreich mit der Nominierung des Projekts „AI-Assisted Translational Reading Lab (ATReaL)“. Das Projekt von Sarah Bez ist auf drei Jahre angelegt:

„Über die Förderung freue ich mich sehr“, sagt die Wissenschaftlerin. Im Rahmen von ATReaL möchte sie erforschen, wie durch künstliche Intelligenz gestützte Verfahren, die der formativen Diagnostik von Leseflüssigkeit dienen, zum gelungenen Leseerwerb beitragen können. „Herkömmliche diagnostische Verfahren werden von Lehrkräften als aufwändig eingeschätzt. Durch künstliche Intelligenz gestützte Verfahren sind im Vergleich zu bisherigen digitalen und analogen Anwendungen potentiell im Vorteil, denn sie können die Leseflüssigkeit automatisiert erfassen. Dies ist angesichts der hohen Anzahl von Schüler:innen mit Lese-Förderbedarf besonders relevant“, erläutert Bez. Allerdings sei die Eignung von durch künstlicher Intelligenz gestützten Verfahren für die schulische Praxis bisher kaum erforscht. ATReaL prüft deshalb sowohl zentrale Gütekriterien bereits entwickelter Plattformen unter Realbedingungen als auch deren Wirksamkeit für die Individualförderung. Zudem nimmt das Projekt die Perspektive der Schüler:innen auf solche Verfahren in den Blick.

„Forschungsergebnisse zeigen, dass hinreichende Lesekompetenzen nicht nur relevant für erfolgreiches schulisches Lernen sind, sondern auch für eine aktive Teilhabe in der Gesellschaft“, betont Bez. Die PHKA-Wissenschaftlerin erhält für ATReaL von der Baden-Württemberg Stiftung Fördermittel für Personal-, Reise- und Sachkosten. Einen zusätzlichen Eigenbeitrag in Höhe von zehn Prozent trägt die PHKA. Die Förderung durch die Baden-Württemberg Stiftung umfasst darüber hinaus begleitende Qualifizierungs-Veranstaltungen im Bereich Lehre, Wissenschaftsmanagement und akademische Selbstverwaltung. Ziel des Eliteprogramms ist es, Postdoktorand:innen zu einer in der akademischen Welt vergleichsweise frühen Selbstständigkeit zu verhelfen.

Zur Person

Dr. Sarah Bez hat Germanistik, Evangelische Theologie und Erziehungswissenschaft für das Lehramt an Gymnasien an der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Universität Greifswald studiert und an der Eberhard Karls Universität Tübingen promoviert. Seit 2025 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am PHKA-Institut für Empirische Bildungsforschung. Ihre Forschungsgebiete sind unter anderem datengestützte Entscheidungen von Lehrpersonen und Leseförderung. Weitere Infos: https://www.ph-karlsruhe.de/personen/detail/Sarah_Bez_6176.

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