Geheimratsecken, lichter Scheitel, dünner werdendes Haar: Haarausfall ist kein kosmetisches Randthema, sondern für viele Betroffene eine Belastung. Der globale Markt ist kaum überschaubar. Shampoos, Seren und Tabletten versprechen schnelle Hilfe, doch nur wenige Ansätze halten einer wissenschaftlichen Prüfung stand. Medizinisch gelten bislang nur einzelne Wirkstoffe als belegt, sie greifen jedoch oft systemisch ein oder sind mit Nebenwirkungen verbunden. Genau hier setzt ein Perspektivwechsel an. Statt Symptome zu überdecken, rückt zunehmend die Frage in den Fokus, welche Rolle Entzündungen und das Immunsystem im Haarfollikel spielen. Ein lokaler, nicht-hormoneller Ansatz, der auf immunologischen Mechanismen basiert und den Körper nicht aus dem Gleichgewicht bringt, gilt als möglicher Durchbruch. Seit mehr als zwei Jahrzehnten erforscht der Immunologe Prof. Dr. Alexander Steinkasserer ein körpereigenes Protein, das dabei eine Schlüsselrolle spielen könnte. Gemeinsam mit dem Biotech-Unternehmer Dr. Manfred Gröppel hat er diesen Forschungsansatz in eine Vision und das Start-up Mallia geführt.

Haarausfall gilt als Milliardenmarkt – und zugleich als Feld enttäuschter Hoffnungen. Warum glauben Sie, dass sCD83 hier einen echten Durchbruch bringen kann?

Gröppel: Weil wir das Thema nicht kosmetisch angehen, sondern aus der Immunologie heraus. sCD83 basiert auf mehr als 25 Jahren Grundlagenforschung und ist ein körpereigenes, lösliches Immunprotein. Während viele Produkte kurzfristige Effekte versprechen, ohne die biologischen Ursachen zu adressieren, greifen wir gezielt in zentrale Prozesse des Haarfollikels ein. Unser Ansatz ist wissenschaftlich nachvollziehbar, reproduzierbar und sicher – das ist in diesem Markt alles andere als selbstverständlich.

Was passiert im Haarfollikel, wenn sCD83 angewendet wird?

Steinkasserer: Beim androgenetischen Haarausfall spielt Dehydrotestosteron eine Schlüsselrolle, weil es Haarfollikelzellen schädigt und ihre Wachstumsphase verkürzt. sCD83 wirkt multimodal: Es schützt die Zellen vor dem programmierten Zelltod, aktiviert ruhende Stammzellen im Follikel und erhöht die Keratinproduktion. Zusammengenommen kann das den Haarzyklus stabilisieren und Haarverlust nachhaltig bremsen – und im besten Fall neues Wachstum anstoßen.

Worin unterscheidet sich Ihr Ansatz von etablierten Wirkstoffen wie Minoxidil oder Finasterid?

Gröppel: Viele etablierte Wirkstoffe greifen indirekt oder systemisch ein. sCD83 folgt einem anderen Prinzip: Es wirkt lokal dort, wo der Haarverlust entsteht, ohne den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Als körpereigenes Protein entfaltet es seine Wirkung gezielt im Haarfollikel, ohne relevante systemische Belastung. Dieser lokale, nicht-hormonelle Ansatz ist ein wesentlicher Fortschritt in puncto Sicherheit und Verträglichkeit.

Welche Rolle spielen Entzündung und Immunsystem beim Haarausfall?

Steinkasserer: Eine deutlich größere, als lange angenommen. Auch beim genetisch bedingten Haarausfall entstehen Mikroentzündungen, die den Haarfollikel zusätzlich schädigen. sCD83 hilft, diese fehlgeleitete Immunreaktion zu regulieren und das natürliche immunologische Gleichgewicht im Haarfollikel wiederherzustellen – ein Hebel, der in vielen bisherigen Ansätzen kaum vorkommt.

Warum bringen Sie das Immunprotein zunächst als kosmetisches Produkt unter dem Markennamen 8T3 Essentials Haar Serum auf den Markt?

Gröppel: Die klinische Entwicklung eines Medikaments ist langwierig und kostenintensiv. Mit dem kosmetischen Produkt 8T3 Essentials Haar Serum ermöglichen wir betroffenen Männern und Frauen schon heute den Zugang zu einem neuen Wirkprinzip – und schaffen gleichzeitig die wirtschaftliche Basis, um die klinische Entwicklung konsequent voranzutreiben. Die Resonanz hat uns selbst überrascht: In den ersten 30 Stunden kamen über den Webshop selbst Anfragen aus Kanada, Australien und Asien.

Was ist die wichtigste Botschaft für Betroffene?

Gröppel: Dass es erstmals einen wissenschaftlich fundierten, nicht-hormonellen Ansatz gibt, der Wirksamkeit, Sicherheit und eine einfache Anwendung verbindet – nur zweimal pro Woche. Und: Haarausfall ist für viele nicht Eitelkeit, sondern belastet die Lebensqualität massiv. Wenn wir daran etwas ändern, ist das mehr als Kosmetik.

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