Gleich zwei neue Circularity-Scouts-Projekte starten im Februar und März in Nordrhein-Westfalen: eines in der Region Mittleres Ruhrgebiet mit den Städten Bochum und Herne sowie eines in der Region Dortmund-Hamm-Unna. Das von der Industrie- und Handelskammer zu Köln initiierte und gemeinsam mit der efa und weiteren Partnern entwickelte Qualifizierungsformat hat sich als echte Erfolgsgeschichte etabliert. Auszubildende erhalten dabei eine praxisnahe Zusatzqualifikation im Zukunftsfeld Circular Economy und entwickeln eigene Projekte in ihren Unternehmen. Wir haben mit der Circularity Scouts Koordinatorin der efa, Dr. Nicole Freiberger, über die Idee hinter den Circularity Scouts, den Aufbau und die bisherigen Erfahrungen in NRW gesprochen.

Frau Dr. Freiberger, was war die ursprüngliche Idee hinter den Circularity Scouts und warum ist es so wichtig, Auszubildende frühzeitig für das Thema Circular Economy zu sensibilisieren?

Die ursprüngliche Idee war es – ausgehend vom erfolgreichen Programm der Energiescouts und weiteren „Scout“-Projekten für Auszubildende – ein Format zu entwickeln, das Auszubildende nicht nur über das Thema Zirkularität informiert, sondern ihnen auch die Möglichkeit bietet, ein reales Projekt im und für das eigene Unternehmen zu entwickeln.

Das Thema Zirkularität ist nicht nur für die Auszubildenden sehr herausfordernd, sondern auch für die Unternehmen nicht ganz einfach greifbar zu machen. Der frische Blick der Auszubildenden auf das Thema bietet die Chance, neue Ansatz- und Entwicklungsmöglichkeiten in Unternehmen zu entdecken.

Die Circularity Scouts arbeiten an konkreten Projekten in ihren Ausbildungsbetrieben. Welche Mehrwerte ergeben sich daraus sowohl für die Auszubildenden als auch für die Unternehmen?

Der Mehrwert für die Scouts besteht darin, dass sie ein sehr komplexes Thema mit vielen Teilaspekten auf mehreren Ebenen kennenlernen. Dabei werden ihnen Methoden vermittelt, um Zirkularität in der Praxis greifbar zu machen und in echte Arbeitsansätze zu übersetzen. Darüber hinaus erwerben sie weitere Kompetenzen, beispielsweise im Umgang mit Zahlen und Daten sowie in der Kommunikation des Themas im eigenen Betrieb. Genau darin liegt auch der Mehrwert für die Unternehmen: Sie bauen Fachkompetenz auf und erhalten ein erstes Einstiegsprojekt in die Zirkularität, das ihnen vorgestellt und konzipiert wird. Und das mit einem Blick auf die Abläufe im Betrieb, der in der täglichen Arbeit so vielleicht nicht möglich ist.

In NRW starten im Februar und März bereits das vierte und fünfte Circularity Scouts Projekt kurz hintereinander. Welche Erfahrungen haben Sie aus den bisherigen Projektrunden mitgenommen und wie hat sich das Format weiterentwickelt?

Die Erfahrungen sind sehr positiv: Die Unternehmen erkennen nicht nur die Chance, den Fachkräftenachwuchs bereits im Hinblick auf das Thema Zirkularität zu schulen, sondern auch die Auszubildenden selbst sind hoch motiviert, neugierig und kreativ, was die zirkulären Projektansätze angeht. Und besonders schön sind auch der Zuspruch und die häufig sehr intensive Begleitung in der Art eines Mentorings im Betrieb. Das führt nicht selten dazu, dass die ausgearbeiteten Projekte auch umgesetzt werden – vielleicht nicht immer 1:1, aber doch sehr nah an der Grundidee, also dem Konzept der Auszubildenden. Einige Unternehmen haben bereits ihr Interesse bekundet, „Wiederholungstäter“ zu werden.

Natürlich entwickelt sich auch das Format weiter: Zum einen kommen neue Themen und Inhalte hinzu, denn Zirkularität ist ein großer Themenkomplex. Zum anderen sind Anpassungen notwendig, um regionale Möglichkeiten in der Kooperation mit Experten, Referenten und Veranstaltungsorten, die die Vermittlung der Inhalte unterstützen, optimal zu nutzen. Kooperationen mit Hochschulen, Lernorten, Lernfabriken, Entsorgungszentren usw. spielen dabei immer eine wichtige Rolle. Man könnte sagen, dass das Format selbst ein „lernendes System“ ist.

Das Projekt lebt von der Zusammenarbeit mit den IHKen und weiteren Partnern. Welche Rolle spielt dieses Netzwerk für den Erfolg der Circularity Scouts in NRW?

Das Netzwerk ist extrem wichtig. Der Erfahrungsaustausch bei der Durchführung, die Lerneffekte, von denen auch die Organisatoren immer wieder profitieren, die Vernetzung untereinander – es gibt neben der efa auch andere Experten, die mittlerweile in mehreren Scoutsprojekten tätig sind – und die Verknüpfung dieses Netzwerks mit den Unternehmen treiben das Thema voran. Über dieses Netzwerk verbreitet sich das Projekt „Circularity Scouts” inzwischen auch über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus: Die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar hat die Circularity Scouts Ende letzten Jahres aufgegriffen und führt diese aktuell ebenfalls zum ersten Mal erfolgreich durch.

Mit Blick auf die nachhaltige Transformation der Wirtschaft: Welche Bedeutung haben die Circularity Scouts langfristig für Unternehmen und den Fachkräftenachwuchs in Nordrhein-Westfalen?

Wie eingangs erwähnt, wird hier die Chance geboten, den Fachkräftenachwuchs frühzeitig mit den Thema Zirkularität und den damit verbundenen Fachinhalten vertraut zu machen. Diese Kompetenzerweiterung ist definitiv ein Zukunftsthema, mit dem sich Unternehmen zunehmend beschäftigen. Gleichzeitig macht es Unternehmen auch attraktiver für Nachwuchskräfte, denn sie lernen hier nicht nur ein weiteres Thema für ihre berufliche Entwicklung kennen, sondern können es ganz aktiv und mit eigenen Ideen mitentwickeln, gestalten und etablieren. Dies sensibilisiert sowohl die Unternehmen als auch die Auszubildenden für ihre zukünftige Arbeit und den Umgang mit Ressourcen. So verbreiten sie auch die gewonnen Einblicke in das Themenfeld über die Grenzen ihres Unternehmens hinaus – genau das haben wir uns bei der Entwicklung vorgestellt. Ganz im Sinne eines zirkulären Wirtschaftens.

Über Effizienz-Agentur NRW

Die Effizienz-Agentur NRW (efa) unterstützt als neutrale Institution Industrie, Handwerk und Handel bei der Entwicklung und Umsetzung ressourcenschonender und zirkulärer Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle. Damit leistet sie im Auftrag des NRW-Umweltministeriums einen entscheidenden Beitrag zur ökologischen Transformation der Wirtschaft. Mit über 30 Mitarbeitenden an neun Standorten in Nordrhein-Westfalen bietet die efa individuelle und praxisnahe Beratung – schnell, unbürokratisch und lösungsorientiert. So hilft sie Unternehmen, Ressourcenverbrauch und Kosten zu senken und sich zukunftsfähig aufzustellen. Erfahren Sie mehr unter www.efa.nrw

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Effizienz-Agentur NRW
Dr.-Hammacher-Straße 49
47119 Duisburg
Telefon: +49 (203) 37879-30
Telefax: +49 (203) 37879-44
http://www.efa.nrw

Ansprechpartner:
Thomas Splett
Pressesprecher
Telefon: +49 (203) 37879-38
Fax: +49 (203) 37879-44
E-Mail: tsp@efa.nrw
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel