Wo stehen die Frauen im Vogelsberg? Welche Themen treiben sie um? Und wie können sie möglichst viele davon möglichst effektiv besetzen? Eingeladen, über diese Fragen zu diskutieren, waren im Rahmen der Frauenwochen alle Frauen, die aktuell auf den Listen der Parteien im Vogelsberg für die Kommunalwahl kandidieren, sowie alle, die mit ihnen ins Gespräch darüber kommen wollten, was in der Region zu tun ist, um die Situation von Frauen zu verbessern. Initiiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung im Kulturladen Schlitz vom Vogelsberger Frauennetzwerk unter der Federführung der Gleichstellungsbeauftragen Elisabeth Hillebrand sowie der AWO im Vogelsberg.

„In den politischen Gremien von Städten, Gemeinden und Landkreis sind Frauen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert“, so Hillebrand in ihrer Einführung. „Ihre Zahl ist sogar rückläufig. Dabei gibt es viele Gründe, die politischen Gremien paritätisch zu besetzen: Wenn in der Politik die Lebenswirklichkeit nur zur Hälfte repräsentiert wird, schadet das der Qualität der Entscheidungen.“ Dass diese Qualität zumindest für Frauen nach wie vor zu wünschen übriglässt, macht seit vergangenem Jahr eine Ausstellung deutlich, die die AWO gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern entwickelt hat und die in zahlreichen Orten für Diskussionen rund um die Situation von Frauen gesorgt hat. Heike Bohl, AWO-Kreisvorsitzende, stellte die Themen der Ausstellung vor: Frauen sind auch im Vogelsberg führend, wenn es um die Pflege von Angehörigen geht: 72 Prozent werden hier von Frauen geleistet. In der Politik sind sie dagegen genau andersherum vertreten: Nur 28 Prozent der Kreistagsabgeordneten sind Frauen. Schon im Rahmen der Präsentation der Ausstellung kamen viele Themen, die Frauen bewegen, zur Sprache: Etwa die Schwierigkeit für alleinerziehende Frauen eine Wohnung zu finden. Auch fehlende Pflegeangebote wurden angesprochen, da dieses Manko meist auf den Schultern der pflegenden Frauen lastet. Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehörten u.a. gute und frühe Betreuungsangebote.

Auch nach der Pause in dem schönen Ambiente des Kulturladens wurde kräftig weiterdiskutiert. Dabei kristallisierte sich heraus, wie wichtig es ist, Frauen mit Mandaten zu unterstützen. Fast alle Anwesenden, die schon in politischen Ämtern, beispielsweise im Kreistag oder in der Kommune, sind, berichten von den Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen. Als besonders wichtig erachteten die Frauen, dass sich die weiblichen Abgeordneten auch über Parteigrenzen hinaus unterstützen sollen. Im Rahmen verschiedenster Settings – sei es im Beruf oder eben auch in der Politik – hätten sich kleine Maßnahmen wie aufmunternde WhatsApps bereits bewährt. Viele der Anwesenden freuten sich, dass einige Parteien mit paritätisch besetzten Listen in den Wahlkampf gehen, gleichwohl müssten die Frauen auch gewählt werden, betonte Elisabeth Hillebrand.

Die Frauenwochen im Vogelsberg bieten noch bis zum 31. März ein abwechslungsreiches Programm. Alle Informationen dazu gibt es unter https://www.vogelsbergkreis.de/kreisverwaltung/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressearchiv/frauenwochen-2026/

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