Wie bereitet man Kinder angstfrei auf Katastrophen vor? Wie gelingt Brandschutzerziehung für Menschen mit geistiger Behinderung? Um diese und viele weitere Fachfragen auf Augenhöhe zu diskutieren, kamen am Wochenende Feuerwehr-Einsatzkräfte aus ganz Hessen zum Landesforum der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung in Bensheim zusammen. Der Vogelsbergkreis reiste mit einer starken Truppe von insgesamt 24 Brandschutzerziehern aus acht Gemeinden sowie der hauptamtlichen Brandschutzerziehungskoordinatorin des Kreises, Heidi Schmidt, und dem ehrenamtlichen Kreisbrandmeister Andreas Leinweber nach Südhessen.

Die Brandschutzerziehung (BE) und Brandschutzaufklärung (BA) sind zentrale Säulen der präventiven Feuerwehrarbeit in Hessen. Vom Kita-Kind bis zur Seniorengruppe – die Teilnehmer lernen dabei, wie Brände vermieden werden können, wie man einen Notruf richtig absetzt und wie man sich im Ernstfall sicher rettet. Da sich Gesellschaft, Technik und pädagogische Ansätze stetig weiterentwickeln, ist eine regelmäßige Fortbildung für die zumeist ehrenamtlichen Ausbilder essenziell.

Dass die Brandschutzerziehung längst keine Nebensache mehr ist, zeigte die prominente Gästeliste bei der Eröffnung des Forums, die von Innenminister Prof. Roman Poseck angeführt wurde. Die Aufklärungsarbeit rettet nicht nur Leben, sie ist auch ein unverzichtbarer Baustein für die Mitgliedergewinnung der hessischen Feuerwehren, so Poseck. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die vom Land finanzierten Gerätewagen Brandschutzerziehung, mit denen alle Landkreise und kreisfreien Städte flächendeckend ausgestattet wurden. Die Brandschutzerziehung, so Poseck, ist eine direkte und enorm wichtige Investition in die Zukunft des Landes.

Neben Erwin Baumann, dem Direktor der Landesfeuerwehrschule, und Norbert Fischer, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, begrüßten auch der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt, Bensheims Bürgermeisterin Christine Klein sowie der stellvertretende Kreisbrandinspektor Markus Stracke die Teilnehmer. Moderiert wurde die Begrüßung von Michael Grau, dem Vorsitzenden des Fachausschusses für Brandschutzerziehung.

Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in mehreren Runden für ihre jeweiligen Interessensgebiete einzuwählen. Insgesamt standen 20 spezifische Fachvorträge zur Auswahl. Das Themenspektrum reichte vom kindgerechten Erklären des Verhaltens im Brandfall über interkulturelle Herausforderungen bis hin zu ganz praxisnahen Lösungen wie etwa einem „rollenden Werkzeugkoffer“ für den flexiblen Einsatz in Schulen und Kindergärten.

Neben der Theorie stand vor allem der direkte Austausch im Vordergrund. Das Forum gab den Einsatzkräften den nötigen Raum, um konkrete Fachfragen zu diskutieren und gemeinsame Lösungsansätze für die Praxis zu erarbeiten.

Einen bewussten Perspektivwechsel gab es bei der vierten Vortragsrunde am Nachmittag. Ralf Drexelius vom Polizeipräsidium Südhessen stellte das Programm „CrashKurs Hessen“ vor. Diese Verkehrspräventionskampagne richtet sich gezielt an Jugendliche und junge Erwachsene, um die Zahl schwerer Verkehrsunfälle nachhaltig zu verringern.

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