Die Ministerin informierte sich bei Vertreterinnen und Vertretern der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) und des Elektrotechnikunternehmens Weidmüller im DC Innovation Hub der Weidmüller Akademie über aktuelle Entwicklungen im Bereich Gleichstromtechnologien (DC: Direct Current). Diese gelten als Schlüsseltechnologie für die industrielle Transformation und eine nachhaltige Energieversorgung.
Im Fokus des Besuchs stand das Innovationsprojekt DCI4CHARGE, das Weidmüller gemeinsam mit der TH OWL und Konsortium erfolgreich abgeschlossen hat. Dieses Forschungsprojekt fokussierte die Integration von Ladeinfrastruktur und bidirektionalem Laden in industrielle Gleichstromnetze.
Ziel der fortlaufenden Kooperation ist es, neue Technologien und Komponenten zu entwickeln sowie Forschungsergebnisse frühzeitig in industrielle Anwendungen zu transferieren.
Mona Neubaur, Stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin: „Kleine und mittlere Unternehmen sind nicht nur das vielbeschworene Rückgrat unserer Wirtschaft – sie sind es, die den Wandel in der Praxis umsetzen. Was ich heute in Emsdetten, Herzebrock-Clarholz und Detmold sehe, zeigt: Aus regionaler Innovationskraft und starken Hochschulpartnerschaften entsteht internationale Wettbewerbsfähigkeit. So sichern wir Beschäftigung, Wertschöpfung und Fortschritt in unseren Regionen und genau dafür schaffen wir als Landesregierung die Rahmenbedingungen.“
„Gemeinsam mit der TH OWL entwickeln wir seit vielen Jahren Lösungen für Gleichspannungsnetze weiter“, betonte Dr. Sebastian Durst, Vorstandsvorsitzender der Weidmüller-Gruppe. „Der enge Schulterschluss zwischen Industrie und Wissenschaft ist entscheidend, um Innovationen schnell in die Anwendung und Skalierung zu bringen“.
Auch seitens der Wissenschaft wurde die Bedeutung der Zusammenarbeit hervorgehoben: „DC-Netze ermöglichen neue energieeffiziente, hochverfügbare, wandelbare und damit zukunftsfähige Konzepte für eine intelligente Energieversorgung in der Industrie. In OWL bringen wir Innovation und Anwendung sehr erfolgreich zusammen“, so Prof. Dr. Stefan Witte, Vizepräsident für Forschung und Transfer an der TH OWL.
Während eines gemeinsamen Rundgangs durch die entsprechenden Forschungs- und Entwicklungsinfrastrukturen im DC Innovation Hub erhielt die Ministerin Einblicke in konkrete Anwendungsbeispiele und laufende Projekte. Mit dem DC Innovation Hub schafft Weidmüller eine zentrale Plattform, auf der alle Akteurinnen und Akteure rund um Gleichstromnetze zusammenkommen – von der Forschung, Ausbildung, Instandhaltung und Entwicklung bis hin zur praktischen Anwendung beim Kunden. Im Fokus stehen dabei die Planung, Projektierung und Umsetzung ganzheitlicher DC-Netze. Ziel ist es dabei, Anwendern und Kunden eine fundierte Orientierung für DC-Applikationen zu bieten. Ergänzend bietet das DC-Transferzentrum der TH OWL eine Infrastruktur zum Test von Hardwarekomponenten, der Durchführung von Schulungen und Workshops und die Einbindung in die Lehre durch Versuche und Praktika. Damit kann sowohl ein Wissenstransfer für den Ingenieurnachwuchs der TH OWL als auch für die gesamte Industrie in OWL und darüber hinaus erfolgen.
Ergänzt wurde der Termin durch einen intensiven Austausch mit Projektbeteiligten aus Industrie und Hochschule.
Der Besuch unterstreicht die Bedeutung regionaler Innovationsnetzwerke für die Zukunftsfähigkeit der Industrie in Nordrhein-Westfalen. Die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft ist ein zentraler Erfolgsfaktor, um technologische Entwicklungen schnell in marktfähige Lösungen zu überführen.
Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL)
Die TH OWL zählt mit rund 6.000 Studierenden zu den forschungsstarken Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland. Mit ihren Standorten in Lemgo, Detmold und Höxter verbindet sie praxisnahe Lehre, anwendungsorientierte Forschung und starken Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft. Schwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Produktion, Automation, Life Science Technologies, nachhaltiges Bauen und Gestalten, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Region entwickelt die TH OWL Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft.
Industrial Connectivity: Elektrifizierung, Automatisierung, Digitalisierung, elektrische Verbindungstechnik und erneuerbare Energien – Märkte, in denen Weidmüller zu Hause ist. Das 1850 gegründete Familienunternehmen ist in über 80 Ländern mit Produktionsstätten und Vertriebsgesellschaften vertreten. Als Global Player in der elektrischen Verbindungstechnik erzielte Weidmüller im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von über einer Milliarde Euro mit rund 5.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit – davon ca. 2.000 am Stammsitz in Detmold, inmitten von Ostwestfalen-Lippe.
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