Strom wird teurer, Gasvorräte schwinden, und ein einziges Becken muss die gesamte Inselversorgung stemmen. Neuseeland ist energiepolitisch auf sich allein gestellt: Erdgasimporte sind nicht möglich, neue Projekte wurden jahrelang verschleppt, und die Kapazitätsauslastung der lokalen Produzenten liegt bei gerade einmal 30 Prozent. Die Folge sind Rekordpreise. In den vergangenen zwei Jahren wurden Spitzen von über 30 USD je 1.000 Kubikfuß erreicht. Zum Vergleich: In Nordamerika wäre das ein astronomischer Wert. Für Unternehmen, die im neuseeländischen Taranaki-Becken fördern, ist es schlicht der Marktpreis.
In diesen Markt ist Monumental Energy Corp. (TSX-V: MNRG, ISIN: CA61534D1087, WKN: A3EYZW) 2026 eingestiegen. Das kanadische Unternehmen mit Sitz in Vancouver finanziert Bohrloch-Workovers im Taranaki-Becken, gemeinsam mit dem Betreiberunternehmen New Zealand Energy Corp. (TSX-V: NZ, ISIN: CA6501583067, WKN: A3EW4T). Workovers sind technische Überholungen bestehender, teils stillgelegter Bohrlöcher. Der Vorteil: bewährte Geologie, kalkulierbare Kosten, schnelle Umsetzung.
Das Modell: Finanzieren statt Betreiben
Monumental Energy agiert in Neuseeland als reiner Finanzierungspartner. Das Unternehmen übernimmt 100 Prozent der Investitionskosten für den NZEC-Anteil an den Bohrstellen und erhält dafür zunächst 75 Prozent der Nettoumsätze aus der Produktion, bis die eingesetzten Mittel zurückgeflossen sind. Danach sinkt die Quote auf 25 Prozent.
Wer Risiko und Rendite dieses Modells einordnen will, muss nur auf die aktuellen Energiepreise in Neuseeland schauen. NZEC kalkuliert mit 10 bis 15 USD je 1.000 Kubikfuß für Erdgas, das unmittelbar auf dem Spotmarkt verkauft wird. Dieser Preis, der in anderen Märkten schon als attraktiv gelten würde, ist im neuseeländischen Kontext noch ein vergleichsweise moderater Ansatz. Die Preisprämien gegenüber Nordamerika betragen strukturell 100 Prozent und mehr.
NZEC selbst hält meist einen 50%-Anteil an den Bohrstellen, während die andere Hälfte bei L&M Energy liegt, einem privaten Co-Partner. Die Infrastruktur ist bereits vorhanden: Die Waihapa-Produktionsstation, die NZEC zu 50 Prozent gehört und betreibt, ist das logistische Rückgrat des gesamten Portfolios. Öl kann dort gelagert und per LKW zum Hafen transportiert werden, Gas wird direkt in die Pipeline eingespeist. Der Schätzwert der Anlage und der angebundenen Pipelines beläuft sich auf rund 100 Mio. NZD. Monumental profitiert von dieser Infrastruktur, ohne sie selbst finanziert zu haben.
Vier Bohrlöcher laufen, sechs weitere kommen
Aktuell sind vier Bohrstellen in Produktion. Ngaere 1 liefert 120 Barrel täglich, Ngaere 2 bereits 300 Barrel täglich. Beide Bohrlöcher treffen auf dieselbe Formation wie das benachbarte Cheal-Feld, eine der gut dokumentierten Ölansammlungen der Region. Waihapa H1 hat die Erwartungen mit einer stabilen, unstimulierten Produktion von 568 Barrel täglich sogar übertroffen, und die Kapazität der Produktionsstation wird gerade auf 4.000 Barrel aufgerüstet.
Copper Moki 2 ist ebenfalls wieder am Netz. Das Bohrloch wurde nach mechanischen Problemen stillgelegt, während die Infrastruktur durchgehend in Betrieb blieb. Fast eine Million Barrel wurden auf Copper Moki historisch bereits produziert. Jetzt läuft die Reaktivierung.
Bis zum vierten Quartal 2026 sollen Ngaere 3, Waihapa 4 und Toko 2B hinzukommen. Darüber hinaus sind Workovers für Ngaere 1 und Ngaere 2 geplant, die jeweils über 100 zusätzliche Barrel täglich bringen sollen. Das erklärte Ziel: eine Gesamtproduktion von 1.200 bis 1.500 Barrel Öläquivalent täglich bis Jahresende. Für ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von nur rund 5,5 Mio. CAD ist das eine Wachstumsperspektive, die im aktuellen Kursniveau kaum eingepreist wirkt.
Neuseeland braucht Gas – und der Staat zahlt mit
Was den Ölbereich bereits antreibt, könnte beim Erdgas noch deutlich größere Dimensionen annehmen. Neuseeland hat in den letzten Jahren strukturell zu wenig in neue Gasfelder investiert. Die neuseeländische Regierung hat das erkannt und reagiert: Mit einem Gasförderungspaket von rund 120 Mio. USD, einem Gassicherheitsfonds, staatlichen Kapitalbeteiligungen von bis zu 10 bis 15 Prozent an neuen Gasfeldern und Investitionsabsicherungen schafft die Regierung aktiv Anreize für neue Projekte. Parallel wird am Containerhafen Port Taranaki ein LNG-Importterminal gebaut. Der politische Wille zur Energiesicherung ist vorhanden und konkret.
In diesem Umfeld entwickeln NZEC und Monumental gemeinsam das Tariki-Erdgas- und Gasspeicherprojekt. Im Mai 2026 wurden in den Bohrungen Tariki 1A und 5A Gasdurchflusstests abgeschlossen. Resultate wurden für Ende des zweiten Quartals 2026 angekündigt. Gas soll noch im neuseeländischen Winter in den Spotmarkt eingespeist werden, also in der Hochpreissaison. Das Potenzial des Projekts beziffern die Unternehmen auf 17 bis 20 Mrd. Standardkubikfuß weitere Gasproduktion auf 100-Prozent-Basis. Die 2P-Reserven wurden zuletzt 2022 unabhängig bewertet und ergaben einen Nettogegenwartswert von 37,1 Mio. NZD nach Steuern. Ein Update dieser Bewertung steht noch aus und könnte bei den gestiegenen Gaspreisen erheblich höher ausfallen.
Die stille Reserve: Lithium-Royalty in Chile
Wer Monumental Energy als reine Öl- und Gas-Story liest, übersieht einen Bonus, der langfristig relevant sein könnte. Aus früheren Aktivitäten in Chile hat das Unternehmen einen 2-prozentigen NSR-Royalty auf das Salar-de-Turi-Lithiumprojekt behalten. Das Projekt, das sich über 8.500 Hektar erstreckt und Lithiumgehalte von bis zu 590 mg/l in oberflächennahen Proben aufweist, liegt in den Händen von Summit Lithium Technologies. Monumental hat seine Option 2024 verkauft, den Royalty aber behalten. Im Falle einer Lithiumproduktion würde dieser automatisch wirksam, ohne dass Monumental dafür einen weiteren Cent investieren müsste.
Finanzierung steht, Kurs am Boden
Im Mai 2026 hat Monumental Energy eine Privatplatzierung über 3 Mio. CAD erfolgreich abgeschlossen. Die eingeworbenen Mittel fließen direkt in weitere Workover-Projekte. Damit sind die Explorationsarbeiten für das laufende Jahr finanziert. 78,7 Millionen Aktien sind ausstehend, vollverwässert kommt das Unternehmen auf 110,4 Millionen Anteile. Bei einer Marktkapitalisierung von rund 5 Mio. CAD ist das eine Bewertung, die die laufende Produktionsrealität kaum widerspiegelt. Hinzu kommen 30 Mio. NZD an steuerlichen Verlustvorträgen, die zukünftigen Erträgen gegengerechnet werden können und den tatsächlichen Enterprise Value weiter entlasten.
Fazit: Cleveres Geschäftsmodell mit Wachstumschancen
Monumental Energy setzt auf ein schlichtes, aber überzeugendes skalierbares Modell: Investition in Reaktivierungen erprobter Felder, Einnahme des Großteils der Nettoumsätze bis zur Rückzahlung des eingesetzten Kapitals, um danach weiter von der laufenden Produktion zu profitieren – in einem Markt, der strukturell unterversorgt ist, staatlich gefördert wird und Rekordpreise zahlt.
Was das zweite Halbjahr 2026 bringt, sind planbare Produktionserweiterungen auf bestehenden Feldern mit bekannter Geologie. Die Tariki-Gasergebnisse können schnell als zusätzlicher Katalysator wirken. Die MNRG-Aktie kommt zudem mit einem Produktionsportfolio, das bis Jahresende deutlich wachsen soll, bei einem Gasmarkt, der strukturell für höhere Preise spricht.
Risikotolerante Anleger finden in Monumental Energy daher ein Chancenprofil mit konkretem operativem Fundament.
Weitere Informationen zu Monumental Energy finden Sie im Unternehmensprofil auf Miningscout.de:
https://www.miningscout.de/minenaktien/monumental-energy-corp/
Unternehmen: Monumental Energy Corp
TSXV: MNRG
WKN: A3EYZW
ISIN: CA61534D1087
Webseite: www.monumental.energy
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