Das mobile Feldkrankenhaus von Samaritan’s Purse in La Guaira, Venezuela, ist vollständig einsatzbereit und behandelt seit heute die ersten Erdbebenopfer. Täglich können dort mehr als 100 Patienten medizinisch versorgt werden.

Durch die verheerenden Erdbeben am Mittwoch, 24. Juni, kamen nach bisherigen Angaben mehr als 1.700 Menschen ums Leben. „Mit jedem Tag steigt die Zahl der Todesopfer. Immer mehr Menschen sind verletzt, Zehntausende werden vermisst. Gebäude und Wohnhäuser sind eingestürzt, viele Familien haben ihr Zuhause verloren. Die Lage ist wirklich dramatisch“, sagt Aaron Ashoff, stellvertretender Leiter der internationalen Projekte von Samaritan’s Purse.

Die Such- und Rettungsarbeiten dauern an und viele Krankenhäuser in den betroffenen Regionen sind bereits überlastet oder selbst schwer beschädigt. Aus Angst vor weiteren Nachbeben verbringen zahlreiche Familien die Nächte im Freien.

Das Feldkrankenhaus verfügt über zwei Operationssäle, 56 Patientenbetten, eine Intensivstation, eine Apotheke und ein Labor. Es arbeitet unabhängig von der örtlichen Infrastruktur und kann auch dann Schwerverletzte versorgen, wenn bestehende Krankenhäuser ausgefallen oder überlastet sind.

Rund 90 Einsatzkräfte unseres internationalen Katastrophenhilfsteams arbeiten derzeit in Venezuela. Weitere Helfer treffen täglich ein. Neben dem Betrieb des Feldkrankenhauses verteilt die Hilfsorganisation dringend benötigte Hilfsgüter wie Planen, Decken und Hygienepakete. Gleichzeitig werden Wasseraufbereitungsanlagen installiert, um die betroffene Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Mit den bisherigen Hilfsflügen wurden rund 90 Tonnen medizinische Ausrüstung und weitere lebenswichtige Hilfsgüter nach Venezuela gebracht. Weitere Lieferungen sind auf dem Weg.

Für Samaritan’s Purse ist es nicht der erste Einsatz dieser Art. Mobile Feldkrankenhäuser kamen bereits nach schweren Erdbeben unter anderem in Haiti, der Türkei und Myanmar zum Einsatz. Die dort gewonnenen Erfahrungen fließen nun in den Einsatz in Venezuela ein – von der schnellen Errichtung medizinischer Infrastruktur bis zur Versorgung von Schwerverletzten unter Katastrophenbedingungen.

Marina Nobiling, Vorstand Samaritan’s Purse Deutschland, rechnet mit einem längeren Hilfseinsatz: „Das volle Ausmaß der Zerstörung wird erst nach und nach sichtbar. Unzählige Menschen haben alles verloren und brauchen dringend medizinische Versorgung, Schutz und Hoffnung. Wir bitten darum, die Menschen in Venezuela im Gebet nicht zu vergessen.“

Interviewmöglichkeiten:

Marina Nobiling, Vorstand Samaritan’s Purse Deutschland

Aaron Ashoff, stellvertretender Leiter der internationalen Projekte von Samaritan’s Purse

Dr. Elliott Tenpenny, Leiter der internationalen medizinischen Arbeit von Samaritan’s Purse (derzeit im Einsatz in Venezuela)

Thomas Ovington, Einsatzleiter von Samaritan’s Purse in Venezuela

Über Samaritan’s Purse e. V.

Samaritan’s Purse widmet sich der Unterstützung von Menschen in Not, unabhängig von deren Herkunft, Religion oder Kultur. Unter dem Motto „Helping in Jesus‘ Name“ leistet Samaritan’s Purse weltweit humanitäre und medizinische Hilfe in Kriegs- und Krisengebieten. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist vor allem die internationale Geschenkaktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die Menschen einlädt, Kindern nicht nur das Nötigste zukommen zu lassen, sondern sie zu beschenken und ihnen die Botschaft von der Liebe Gottes zu überbringen. Der deutsche Zweig von Samaritan’s Purse wird von Sylke Busenbender und Marina Nobiling geleitet.

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