Rückblick: Das war schon ein mutiger Schritt damals vor sechs Jahren, als der Vogelsbergkreis gemeinsam mit den Gemeinden Freiensteinau und Grebenhain das erste interkommunale Medizinische Versorgungszentrum in Hessen aus der Taufe hob. Und er war ohne Alternative: „Wenn wir es nicht gemacht hätten, gäbe es in zwei Gemeinden keine hauärztliche Versorgung“, hatte Landrat Dr. Jens Mischak vor zwölf Monaten erklärt, als der bisherige MVZ-Geschäftsführer Ulf Werner verabschiedet und sein Nachfolger Renner vorgestellt wurden. Der ist von Haus aus Wirtschaftswissenschaftler und ausgebildeter Notfallsanitäter. Zuletzt war er bei „Gesunder Werra-Meißner-Kreis GmbH“, kurz GWMK, einem regionalen Gesundheitsnetzwerk im nordhessischem Werra-Meißner-Kreis, tätig.
Im Vogelsberg hat er vor einem Jahr ein „geordnetes Haus“ übernommen – eine Formulierung, die bei einem Wechsel in der Geschäftsleitung gerne benutzt wird. Im MVZ indes ist dies auch deutlich sichtbar: Helle freundliche Behandlungszimmer, angenehm gestaltete Wartebereiche, Freiräume und natürlich neueste Technik. So werden die Patienten beispielsweise im Wartebereich über einen großen Monitor informiert, wie sie sich am besten einen Termin buchen oder ein Rezept bestellen können. „Das sorgt für Zufriedenheit bei Mitarbeitern und Patienten“, kommentiert Geschäftsführer Renner. Auch zahlreiche Informationen zum Hausarztprogramm werden auf dem großen Monitor eingespielt „Dieses Modell wird gut angenommen“, sagt Christina Gothe-Leissos, die Ärztliche Leiterin des MVZ. Dabei sind die Hausärzte erste Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen. Sie besprechen mit den Patienten die nötigen Behandlungen und Therapien und unterstützen bei Bedarf auch bei der Terminfindung. „Meine Aufgabe ist es, das alles zu lenken“, so die Medizinerin.
Eine enge Zusammenarbeit gibt es auch mit anderen Akteuren aus dem Bereich der Medizin, der Pflege, der Altenhilfe oder aus dem sozialen Bereich. Zudem kooperiert das MVZ mit dem Pflegestützpunkt des Vogelsbergkreises.
Und wo sieht der Geschäftsführer Steven Renner die größten Herausforderungen der Zukunft? Die Antwort kommt schnell: „In einer älter werdenden Gesellschaft ausreichend Personal zu finden für unsere Praxen – das wird eine große Aufgabe werden.“ Hinzu kommt: Die finanzielle Ausstattung im medizinischen Bereich ist bereits angespannt, was die Gesundheitsreform in Berlin letztendlich bringt, bleibt abzuwarten, „im Moment stehen wir vor einer nicht planbaren Zukunft“, sagt Renner und geht noch einen Schritt weiter: „Was passiert, wenn Praxen nicht mehr besetzt werden können?“ Natürlich können in solchen Fällen die neuesten technischen Entwicklungen helfen, über Telemedizin kann etwas abgefangen werden. Auch im MVZ werden schon jetzt digitale Instrumente und Anwendungen eingesetzt, „doch an erster Stelle steht der persönliche Kontakt“, betont Christina Gothe-Leissos, selbst Haus- und Heimbesuche werden noch durchgeführt.
Hintergrund: Was bietet das MVZ?
Untersuchungen
- Elektrokardiographie EKG (Ruhe- und Langzeit-EKG)
- Langzeitblutdruckmessung (LZRR)
- Lungenfunktionstest (Spirometrie)
- Ultraschall (Sonografie): Schilddrüse, Abdomen, Thoraxorgane und Uro-Genitalorgane
- Laboruntersuchungen
Behandlungen
- Chronikerprogramme (DMP)
- Geriatrische Versorgung
- Haus- und Heimbesuche
- Psychosomatische Grundversorgung
- Wundversorgung
- Blutentnahme, z.B. PSA, alle Vitamine, Blutgruppe (IGeL)
- Vitamin Spritzen (IGeL)
- Führerscheinuntersuchung (IGeL)
Vorsorge/Prävention
- Check up-Untersuchungen
(ab 18. Lebensjahr) - Schutzimpfungen
- Reiseimpfungen (IGeL)
Kreisausschuss des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341 Vogelsbergkreis
Telefon: +49 (6641) 977-0
https://www.vogelsbergkreis.de
Pressesprecherin
Telefon: +49 (6641) 977-333
E-Mail: sabine.galle-schaefer@vogelsbergkreis.de
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