Wie das funktioniert, erklärt Sven Sauer, Messeleiter der AutoZum. Die Messe findet vom 20. bis 23. Jänner 2027 im Messezentrum Salzburg statt.
Herr Sauer, heute kann man Autos online vergleichen und Technologien digital erklären. Warum braucht es dafür noch eine Messe?
Weil das nicht das Gleiche ist. Online kann ich Videos zum Hochvoltbatteriesystem anschauen – aber ich verstehe nicht, wie ein Techniker damit arbeitet. Ich sehe Datenblätter, kenne aber nicht die Menschen, die mir helfen können. Bei einer Messe passiert das: Ich sehe etwas, kann es anfassen, stelle Fragen, spreche mit Experten. Und ich treffe die Partner, mit denen ich später zusammenarbeite. Das ersetzt kein Online-Format.
Was ändert sich schneller – die Autos selbst oder das Geschäft rund um die Werkstatt?
Das Geschäft ändert sich viel schneller. Ein E-Auto braucht weniger Wartung – das ist für Werkstätten handwerklich einfacher. Aber gleichzeitig entstehen völlig neue Services: Batteriediagnose, Software-Updates, vorausschauende Wartung. Das ändert alles. Früher war es Verschleißwartung, heute geht es um Diagnose und Datenmanagement. Dazu kommt: Werkstätten konkurrieren plötzlich mit den Herstellern selbst, mit Online-Teileanbietern, mit neuen Mobilitätskonzepten. Es geht nicht mehr um „E oder Verbrenner?“ – es geht darum, das ganze Geschäftsmodell neu zu denken. Und das funktioniert nur im Austausch mit anderen.
Welche Innovationen verstehen Besucher nur, wenn sie sie live sehen?
KI im Service ist ein gutes Beispiel. Alle reden davon – aber was bedeutet das konkret? Wenn jemand zeigt „Hier ist die Software, hier siehst du, welche Fehler automatisch erkannt werden“, dann wird es plötzlich real. Das ist nicht mehr Theorie, sondern etwas, das ich einsetzen kann. Ähnlich bei Hochvoltelektrik: Ein Trainer, der erklärt, wann und wie ich die Batterie prüfe – das gibt mir Sicherheit. Das schafft kein Video. Dafür brauche ich direkten Kontakt, die Möglichkeit, Fragen zu stellen, es selbst auszuprobieren. Vorher bin ich unsicher, nachher weiß ich, wie es geht.
Die Mobilitätswende entscheidet sich letztlich in den Werkstätten. Welche Rolle hat die AutoZum dabei?
Eine sehr zentrale Rolle. Die Mobilitätswende machen nicht Politiker und Vorstände – es machen Werkstattinhaber, die sagen „Wir werden Elektro-Spezialisten“, Teilelieferanten, die umstellen, und Techniker, die sich weiterbilden. Das ist das Rückgrat. Die AutoZum ist der Ort, wo diese Menschen zusammenkommen. Zulieferer treffen ihre echten Kunden. Verbände sprechen mit Unternehmen, wie es vorangeht. Werkstätten sehen, wie andere das geschafft haben. Dieses Netzwerk ist unbezahlbar.
2025 hatten wir 16.000 Fachbesucher. 2027 planen wir über 25.000 Quadratmeter und rund 250 Aussteller. Das Wachstum zeigt: Es passiert etwas in diesem Markt. Die Entscheidungen, die hier getroffen werden, bestimmen, wie schnell die Branche vorankommt.
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