Die ersten Erfahrungen nach den vorbereitenden Sanierungsarbeiten im Mittelrheintal zeigen, dass die Generalsanierung selbst neue Probleme mit sich bringen wird. Von anderen Strecken, beispielsweise von der Strecke Hamburg–Berlin, wird berichtet, dass anschließend kaum noch Züge pünktlich fahren und der Lärm nicht weniger, sondern mehr wird. In die Infrastruktur fließen Investitionen in Milliardenhöhe, für Fahrzeuge und den Betrieb bleibt jedoch wenig Geld übrig. Das kann nicht funktionieren. Anwohner aus Oberdiebach, St. Goar und Boppard haben das Bürgernetzwerk Pro Rheintal auf Schlaggeräusche an Weichen und Schienen aufmerksam gemacht. Diese sind erst jetzt, nach dem Austausch entstanden. Sie produzieren inzwischen mehr Lärm als je zuvor. Die Landesmessstelle in Assmannshausen hat Mitte des Jahres Spitzenwerte jenseits der Schmerzschwelle von 120 dB(A) gemessen. Prof. Markus Hecht hat auf die zunehmenden Gefahren durch solche Rad- und Schienenschäden aufmerksam gemacht. Diese können zu weiteren Radbrüchen führen.

Für die Anwohner ist dieser Lärm vor Ort, bei jedem Rad eines Zuges zu hören und nicht mehr ertragen. Solche Impulsgeräusche, die oft mit Erdstößen einhergehen und an einen Presslufthammer erinnern, können laut Prof. Thomas Münzel von der Universität Mainz Herzinfarkte verursachen.

Hinzu kommt das Rattern und Quietschen von defekten Waggonrädern. Diese scheinen unzureichend kontrolliert zu werden und haben bereits mehrfach zu Entgleisungen, geführt, wie zuletzt in der Schweiz und in Süddeutschland.  Lösungen für eine bessere technische Vorsorge und Wartung sind dringend erforderlich. Pro Rheintal ist sich hier mit Schweizer Fachleuten und mit Prof. Markus Hecht von der TU Berlin einig, denn solche Probleme verursachen auf Sicht Kosten in Milliardenhöhe – und manchmal kosten sie auch Menschenleben.

Die Messstation in Assmannshausen zeigte im Juni dieses Jahres noch Messwerte von bis zu 120 dB(A). Das sind Werte die oberhalb der Schmerzgrenze liegen. Solche Geräusche entstehen nicht im regulären Schienenverkehr, sondern sind erschreckende Beispiele für Güterzüge und Gleisabschnitte mit technischen Problemen. Pro Rheintal hat derartige Ursachen und Geräusche jetzt noch einmal exemplarisch linksrheinisch in Oberdiebach/Rheindiebach aufgenommen und ins Internet gestellt: https://www.youtube.com/…

Anwohner berichten zudem zunehmend von Gestank und Verschmutzung durch Bremsstaub. Die gesundheitlichen Effekte des Abriebs der sogenannten LL-Sohlen, die in alte Güterwagen als „Flüsterbremsen“ eingebaut wurden, sind noch nicht bekannt. Schweizer Fachleute sehen in dieser Billigversion der Bremsumrüstung die Ursache für immer mehr Risse in den Waggonrädern durch Überhitzung. So lag die Entgleisung im Gotthard-Tunnel an einem solchen defekten Rad, das dann bei der Überfahrt über eine Weiche zerbrach.

Auffällig ist, dass von den vielen Milliarden, die in die Bahn fließen und geflossen sind, immer von der Infrastruktur und nie von den Fahrzeugen die Rede ist. Es scheint niemanden zu stören, dass defekte Waggons und ungefederte Massen von Lokomotiven die Infrastruktur immer wieder beschädigen. Offenbar ist auch die Generalsanierung nur ein Geschäft bei dem es mehr ums Geld als ums Ergebnis geht. Aus einer internen Kostenaufstellung der Bahn, die dem ZDF vorliegt, geht hervor, dass die Kosten für eine Weiche vor Ankündigung der Generalsanierung noch bei 83.000 Euro lagen und danach auf 209.000 Euro gestiegen sind. Für das Rheintal kann die Generalsanierung, die zu noch mehr Schienengüterverkehr führen soll, eine Katastrophe bedeuten. Bereits jetzt, zu Beginn führt die Konzentration des Güterverkehrs auf eine Rheinseite sowie der komplette Ausfall des Schienenverkehrs auf der anderen Rheinseite zu kurz- und langfristigen Konsequenzen wie Verkehrsverlagerungen, Tourismuseinbußen, Entvölkerung, Abwanderung und Schließung von Unternehmen.

Angesichts ihrer Erfahrungen mit anderen Strecken steuert die Bahn inzwischen um und überlegt eine Generalsanierung der Generalsanierung. Noch mehr Zeit und Geld werden das Problem jedoch nicht lösen, denn wenn man sich im Ziel verirrt, wird man den Weg nicht finden.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Pro Rheintal e. V.
Simmerner Straße 12
56154 Boppard
Telefon: +49 (6742) 801069-0
http://pro-rheintal.de

Ansprechpartner:
Frank Gross
1. Vorsitzender
Telefon: +49 (6742) 801069-0
E-Mail: info@pro-rheintal.de
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel