In pneumatischen Förderanlagen kann eine gemeinsame Luftversorgung für unterschiedliche Prozessschritte oder Förderwege genutzt werden. Beispielsweise wird ein Schüttgut zunächst zu einem Behälter und nach dem Umschalten zu einer anderen Prozessstation transportiert. Auch der Wechsel zwischen Saug- und Druckbetrieb kann Bestandteil eines solchen Anlagenkonzepts sein.
Der Seitenkanalverdichter stellt dafür den erforderlichen Volumenstrom und die benötigte Druckdifferenz bereit. Die Aufgabe des Stromumkehrventils besteht anschließend darin, diesen Luftstrom über einen festgelegten Weg durch die Anlage zu führen.
Das Ventil erzeugt selbst weder Druck noch Vakuum. Es übernimmt ausschließlich die gezielte Führung des vom Seitenkanalverdichter bereitgestellten Luftstroms.
DER PROZESS BESTIMMT DIE VENTILFUNKTION
Bei einem typischen Leitungswechsel arbeitet die Anlage zunächst über den ersten vorgesehenen Luftweg. Nach einem Signal der Anlagensteuerung verändert das Stromumkehrventil seine Schaltstellung und gibt den zweiten definierten Weg frei.
Der Seitenkanalverdichter kann dabei mit gleichbleibender Drehrichtung weiterlaufen. Das Umschalten erfolgt innerhalb des Ventils. Dadurch lassen sich unterschiedliche Prozesszustände reproduzierbar anfahren und in automatisierte Abläufe integrieren.
Für die Auslegung muss zunächst geklärt werden, welche Anschlüsse in den einzelnen Schaltstellungen miteinander verbunden sein sollen. Ein Rohrleitungs- oder Schaltschema ist deshalb eine wichtige Grundlage für die Auswahl.
VS-VENTILE FÜR DEFINIERTE SCHALTSTELLUNGEN
Stromumkehrventile der VS-Baureihe können abhängig von ihrer Ausführung für den Wechsel zwischen Saug- und Druckbetrieb oder für definierte Leitungswechsel eingesetzt werden. Sie besitzen zwei Schaltstellungen und können magnetisch oder pneumatisch betätigt werden.
Die eigentliche Bewegung des Ventils erfolgt in kurzer Zeit. Die erreichbare Umschaltzeit der gesamten Anlage hängt jedoch zusätzlich von der Steuerung, der Leitungsführung, dem vorhandenen Luftvolumen und dem jeweiligen Förderprozess ab.
Für komplexere Anlagen mit mehreren voneinander unabhängigen Förderwegen reicht ein einzelnes Stromumkehrventil nicht in jedem Fall aus. Abhängig vom Rohrleitungsplan können zusätzliche Wegeventile oder Verteilerarmaturen erforderlich sein.
NEUTRALSTELLUNG NICHT PAUSCHAL VORAUSSETZEN
Die Begriffe Leitungswechsel, Stromumkehr und Neutralstellung sollten technisch getrennt betrachtet werden. Eine Neutral- oder Zwischenstellung ist nicht automatisch Bestandteil jedes Stromumkehrventils.
Für abgestufte Betriebszustände zwischen Saugen, Neutralstellung und Drücken stehen besondere Ventilausführungen wie die Baureihe VI6-34 zur Verfügung. Diese Funktion ist jedoch nicht mit einem klassischen Leitungswechsel über zwei definierte Anschlüsse gleichzusetzen.
Vor der Auswahl sollte deshalb feststehen, ob die Anlage lediglich zwischen zwei Luftwegen umschalten soll oder ob zusätzliche Zwischenstellungen benötigt werden.
AUSLEGUNG ANHAND DER TATSÄCHLICHEN BETRIEBSDATEN
Für die technische Vorauswahl werden insbesondere folgende Angaben benötigt:
- gewünschte Verbindung der Anschlüsse in jeder Schaltstellung
- vorhandener oder vorgesehener Seitenkanalverdichter
- erforderlicher Volumenstrom sowie Druck oder Unterdruck
- Rohrdurchmesser und Anschlussgrößen
- Fördermedium und Prozessbedingungen
- Art der elektrischen oder pneumatischen Ansteuerung
- gewünschte Schaltzeit und Schalthäufigkeit
- vorhandene Leitungsführung und Druckverluste
Auf Grundlage dieser Daten kann geprüft werden, welche Ventilbaureihe, Anschlusskonfiguration und Betätigungsart für die jeweilige Förderanlage geeignet sind.
SKVTechnik unterstützt Anlagenbauer und Betreiber bei der technischen Vorauswahl von Seitenkanalverdichtern und passenden Stromumkehrventilen. Bei Sonderfällen und komplexen Rohrleitungsführungen kann zusätzlich die technische Unterstützung des Herstellers FPZ einbezogen werden.
WEITERE INFORMATIONEN
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