Mehr als 200 Veranstaltungen, Aktionen und Projekte werden 2027 den 200. Geburtstag Bremerhavens begleiten. 123 davon erhalten eine Förderung des Landes Bremen in Höhe von insgesamt 1,4 Millionen Euro. Aus mehr als 400 eingereichten Förderanträgen hat das Kuratorium die Projekte ausgewählt, die finanziell unterstützt werden. Unter dem Motto „Unsere Welt. Unsere Stadt. Unser Bremerhaven.“ entsteht ein Festjahr, das von den Menschen und Institutionen der Stadt getragen wird.

„Wir können schon eines versprechen: Die Veranstaltungen sind so vielfältig und bunt wie das Leben in unserer Stadt“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Er dankt dem eigens eingerichteten Kuratorium, das sich in mehreren Runden mit den Ideen beschäftigt hat, 200 Jahre Bremerhaven zu feiern.  Das Jubiläumsjahr soll vor allem ein Fest von und für Bremerhavenerinnen und Bremerhavener werden, betont Gerber. „Es war keine leichte Entscheidung“, sagt Benthe Stolz, die bei der Erlebnis Bremerhaven GmbH das Stadtmarketing leitet und damit mit ihrem Team auch das Projekt zum 200. Stadtgeburtstag. Eingegangen waren mehr als 400 Anträge. „Die große Zahl der Projekte und die Vielfalt der Ideen zeigen, wie viele Menschen sich mit ihrer Stadt identifizieren und das Jubiläumsjahr aktiv mitgestalten möchten.“

Die einzelnen Fördersummen reichen von 150 bis 99.000 Euro. Die kleinste Förderung erhält eine Kunstaktion während der Lütten Sail im August. Die höchste Summe geht an das Theaterprojekt „Das letzte Kleinod“. Unter dem Titel „Brücke nach Übersee“ soll im Herbst an der Geeste vor dem Historischen Museum die Stadtgründung von 1827 mit Schauspiel, Musik und Lichtinstallationen inszeniert werden. Geplant sind diverse Aufführungen Ende Oktober.

Vom Kutterpullen bis „Rock im Dock 2.0 – Werft Erleben“
Zu den besonderen Höhepunkten gehört ein Kutterpullen auf der Geeste, bei dem Mannschaften aus allen neun Stadtteilen gegeneinander antreten werden. Das Stadttheater plant eine Musikrevue, die den Bogen zwischen Bremerhaven und New York spannt. Mit „Rock im Dock 2.0 – Werft erleben“ möchte die Lloyd Werft ein außergewöhnliches Musikfestival veranstalten.

Die Schiffergilde holt Anfang Mai historische Torfkähne nach Bremerhaven und erinnert damit an die Bedeutung des Torfumschlags an der Geeste. Ebenfalls im Mai richtet die Feuerwehr die Deutsche Meisterschaft im Feuerwehr-Eishockey aus. Im Bürgerpark soll im Juli nach vielen Jahren wieder ein Musikfest stattfinden.

Auch bekannte Orte sollen 2027 aus einer neuen Perspektive erlebbar werden. „Seebeck am Markt“ wird an einem für die Stadtgeschichte wichtigen Ort gefeiert: im Tivoli. Das Gebäude soll im Jubiläumsjahr zweimal im Monat seine Türen für Führungen öffnen.

Das Kulturamt möchte von Mai an ungewöhnliche und normalerweise nicht zugängliche Orte öffnen. Geplant sind unter anderem Führungen durch den Düker unter der Geeste, in das Regenwasser-Rückhaltebecken neben der Stadthalle und in den Bunker unter dem Leher Bahnhof. Auch der Deich-Vorweg soll besonders in Szene gesetzt werden. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS arbeitet zudem an einem Programm, das einmal im Monat Einblicke in Bremerhavener Unternehmen ermöglichen soll.

Feiern heißt auch, andere teilhaben zu lassen
Zum Jubiläumsjahr gehören ebenso soziale Projekte. Die Tafel und „Bremerhaven hilft“ planen zweimal 200 Festessen für bedürftige Menschen. Ein Chor soll als musikalischer Botschafter der Stadt Menschen besuchen, die selbst keine Geburtstagsveranstaltung besuchen können. Vorgesehen sind unter anderem Auftritte bei der Seemannsmission, im Frauenhaus und in der Psychiatrischen Klinik.

Drei der beliebten „Alltagsmenschen“ sollen nach Bremerhaven zurückkehren: das Berliner Paar und die Frau mit dem gerafften Rock. Möglich wird der Ankauf der überlebensgroßen Skulpturen durch das Engagement zahlreicher Bremerhavenerinnen und Bremerhavener, die nicht für die Figuren spenden, sondern auch entschieden haben, welche in die Stadt zurückkehren sollen.

Auch Wissenschaft, Forschung und maritime Wirtschaft beteiligen sich. Das ISL plant eine maritime Konferenz zur Hafenentwicklung. Die international bekannte Fotografin Esther Horvath möchte mit einer Ausstellung „made in Bremerhaven“ Forschende und ihre Arbeit porträtieren. Am Kreuzfahrtterminal soll ganzjährig auf die Geschichte Bremerhavens und das Stadtjubiläum aufmerksam gemacht werden und damit auch gegenüber den rund 320.000 erwarteten Kreuzfahrtgästen.

Lütte Sail wird maritimer Höhepunkt
Einen Akzent des Jubiläumsjahres bildet die Lütte Sail vom 11. bis 15. August. Die Marineoperationsschule und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt planen dazu Tage der offenen Tür. Auch die „Schulschiff Deutschland“, die 2027 ihren 100. Geburtstag feiert, beteiligt sich mit einem eigenen Programm. Kinder sollen während der Lütten Sail Prüfungen ablegen und einen „Matrosenschein“ erwerben können. „Am Programm für die Lütte Sail arbeiten wir intensiv“, sagt Gerber. „Es wird wegen der Baustellen an, auf und unter vielen Kajen herausfordernd. Wir sind aber optimistisch, dass wir zum Stadtgeburtstag ein schönes maritimes Fest feiern werden.“

Ein Bürgerfest auf dem Konrad-Adenauer-Platz am 1. Mai ist ein weiterer großer Termin im Festkalender.

Viele Veranstaltungen kommen ohne Förderung aus
Die 123 geförderten Projekte sind nur ein Teil des Jubiläumsprogramms. Zahlreiche Veranstalter beteiligen sich ohne finanzielle Unterstützung aus dem Fördertopf. Insgesamt werden für das Festjahr bereits mehr als 200 Veranstaltungen erwartet.

Das Standesamt plant beispielsweise „Moonlight Weddings“ an ausgewählten Tagen. Bereits im Januar wird Bremerhaven Schauplatz einer großen Meeresschutzkonferenz. Über das Jahr verteilt sind zahlreiche Fotoausstellungen vorgesehen. Das Deutsche Auswandererhaus und das Klimahaus bereiten gemeinsam eine Ausstellung zu Migration und Klimaschutz vor.

„2027 wird voraussichtlich keine Woche ohne eine Jubiläumsveranstaltung vergehen“, sagt Benthe Stolz. „Naturgemäß wird sich das Angebot in den Sommermonaten verdichten. An manchen Tagen dürfte die schwierigste Entscheidung deshalb lauten: Wohin wollen wir gehen? Es wird echte Höhepunkte geben, die es in dieser Form in Bremerhaven noch nicht gegeben hat.“

Digitaler Veranstaltungskalender startet am 3. Oktober
Ab dem 3. Oktober 2026 – dann sind es noch exakt 100 Tage bis zum Staatsakt am 11. Januar im Stadttheater und dem Auftakt der Feiern – sollen die Veranstaltungen für das Jubiläumsjahr nach und nach online veröffentlicht werden. Der Kalender wird anschließend fortlaufend ergänzt. www.bhv-200.de
Gerber: „Ziel des Jubiläumsjahres ist es, nicht nur auf die vergangenen 200 Jahre zurückzublicken, sondern vor allem die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, die Bremerhaven heute prägen.“

Wer den 200. Stadtgeburtstag mit einer eigenen Veranstaltung mitfeiern möchte, kann diese weiterhin anmelden. Für die Aufnahme in das gedruckte Programmheft gilt allerdings eine wichtige Frist: Veranstaltungen müssen dafür bis zum 30. September 2026 gemeldet werden.

Das gedruckte Programmheft soll zum Jubiläumsjahr in einer Auflage von ca. 160.000 Exemplaren erscheinen und Menschen in Bremerhaven und den angrenzenden niedersächsischen Landkreisen sowie in Bremen und dem Bremer Umland erreichen.

Gerber lädt weiter dazu ein, Mitglied im „welt.stadt.club.bremerhaven“ zu werden. Er bringt Menschen, Unternehmen, Vereine und Institutionen zusammen, die das Jubiläum aktiv unterstützen und Teil des Jubiläumsjahres werden möchten nach dem Motto: „Unsere Welt. Unsere Stadt. Unser Bremerhaven.“ Der Club erwartet im Oktober sein 100. Mitglied.

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