2019 durchlebte die HOCHDORF-Gruppe ein Jahr der Transformation, insbesondere verursacht durch Akquisitionen der letzten Jahre, die sich nicht wie erhofft entwickelten. Die Verlängerung des Konsortialkredites und der Verkauf der Pharmalys-Gesellschaften waren die zwei wichtigsten Massnahmen für die Stabilisierung des Unternehmens. HOCHDORF erwirtschaftete 2019 einen Netto-Verkaufserlös von CHF 456.8 Mio. (−18.6 % ggü. Vorjahr). Aufgrund von Sonderabschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen resultiert ein EBIT von CHF –265.3 Mio. und ein den Aktionären zurechenbarer Verlust von CHF –239.2 Mio. Wegen des stark negativen Resultates unterbreitet der Verwaltungsrat den Aktionärinnen und Aktionären den Vorschlag, auf eine Dividende zu verzichten.

2019 verarbeitete HOCHDORF in ihren Werken 677’845 Tonnen Milch, Molke, Rahm und Buttermilch (Vorjahr (VJ): 661’017 Tonnen; +2.5 %). Wobei in den Schweizer Werken eine geringere und in der Uckermärker Milch GmbH eine höhere Flüssigmenge verarbeitet wurde. Insbesondere im Bereich Babynahrung entsprach die Anlagenauslastung nicht unseren Erwartungen.

Resultat von Sonderabschreibungen und Wertberichtigungen beeinflusst
HOCHDORF erwirtschaftete einen Nettoerlös in der Höhe von CHF 456.8 Mio., und lag somit –18.6 % unter dem Vorjahreswert von CHF 561.0 Mio. Aufgrund der tieferen Umsätze und der vorgenommenen Wertberichtigungen hat sich der Bruttogewinn im Vergleich zum Vorjahr deutlich von CHF 171.8 Mio. auf CHF 61.8 Mio. reduziert.

Der Betriebsaufwand nahm gegenüber dem Vorjahr leicht zu. Hier wirkten sich die höheren Kosten der Pharmalys Laboratories SA insbesondere im Bereich der Vertriebskosten aus, welche bis zur Dekonsolidierung per Ende November 2019 mit enthalten sind. Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Wirtschaftsgüter beläuft sich auf CHF 51.6 Mio. (VJ 14.4 Mio.). Wesentlicher Bestandteil sind dabei die Impairments auf das Anlagevermögen bei Beteiligungen in Höhe von CHF 28.5 Mio. Der Beteiligungsverlust beträgt CHF 139.1 Mio., welcher beim Verkauf der Pharmalys-Beteiligungen und der HOCHDORF South Africa Ltd entstand. Im Übrigen wurden Debitorenrückstellungen gebildet sowie zusätzliche Abschreibungen auf Anlagen von Tochtergesellschaften und Lagerbeständen vorgenommen. Zudem wurden Wertberichtigungen und Rückstellungen auf Darlehen an die Tochtergesellschaften getätigt. Aufgrund dieser Sonderabschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen resultiert ein EBIT von CHF –265.3 Mio. und ein den Aktionären zurechenbarer Verlust von CHF –239.2 Mio.

Diese Sondereinflüsse ergaben sich als Folge negativer Entwicklungen im Bereich Baby Care und bei den Beteiligungen. Der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat hat die vorhandenen Risiken überprüft und die Strategie angepasst (Medienmitteilung vom 08. Juli 2019).

Positiver Free Cashflow dank Verkauf Pharmalys
Die erarbeiteten Mittel haben sich von CHF 30.4 Mio. auf CHF –34.8 Mio. reduziert. Die wesentlich tieferen operativen Ergebnisse wirken sich dabei deutlich aus. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich der Geldfluss aus Betriebstätigkeit von CHF –81.3 Mio. auf CHF –15.4 Mio. Hauptgrund dafür ist die Dekonsolidierung der Pharmalys-Gesellschaften sowie der Abbau der Forderungen und Vorräte. In der Position Vorräte sind auch Wertberichtigungen aufgrund von Schadenfällen enthalten.

Wie im letzten Jahr mitgeteilt, wurde die Investitionssumme deutlich auf CHF 8.6 Mio. verringert (VJ CHF 35.5 Mio.). Der Free Cashflow war mit CHF 16.5 Mio. wieder positiv. Massgebend dafür war der Nettogeldfluss aus dem Verkauf der Pharmalys-Gesellschaften. Für 2020 erwartet die Gruppe erneut einen positiven Free Cashflow. Die Nettoverschuldung sank gegenüber Dezember 2018 von CHF 141.3 Mio. auf CHF 113.3 Mio.

Der Eigenfinanzierungsgrad erhöhte sich gegenüber Ende 2018 auf 54.6 % (VJ 48.8 %). Mit dem Erhalt des Restkaufpreises aus dem Verkauf der Pharmalys-Gesellschaften im laufenden Jahr verbessert sich die Finanzierung der HOCHDORF-Gruppe nochmals deutlich.

Geschäftsbereich Dairy Ingredients
In der Schweiz verarbeitete die HOCHDORF Swiss Nutrition AG 391’409 Tonnen Milch und Molke (VJ 408’857 Tonnen; –4.3 %). Der Rückgang ist auf das tiefere Milchaufkommen als Nachwirkung zum trockenen Sommer 2018, den niedrigeren Milcheingang während des 2. Halbjahres aufgrund der unsicheren Finanzierungssituation sowie die schlechteren Milchpreise in Konkurrenz zur industriellen Verkäsung als Folge der Nachfolgelösung zum «Schoggigesetz» zurückzuführen. Trotz der herausfordernden Beschaffungs- und Unternehmenssituation konnte die Lieferfähigkeit zu jeder Zeit sichergestellt und damit auch die Marktanteile erfolgreich verteidigt werden. Die Integration von Teilen des Geschäftsbereichs Cereals & Ingredients und die Aufgabe unprofitabler Geschäftstätigkeiten wurden auf Ende Jahr weitestgehend abgeschlossen.

Die Uckermärker Milch GmbH verarbeitete mit 286’436 Tonnen (+22.2 %) eine deutlich höhere Flüssigmenge als im Vorjahr (234’324 Tonnen). Die Milchmenge stieg aufgrund neu abgeschlossener Verträge mit mehreren regionalen Direktlieferanten deutlich an. Im Zuge der Restrukturierung der HOCHDORF-Gruppe wurde die Beteiligung an der Uckermärker Milch GmbH per Ende Februar 2020 veräussert.

Geschäftsbereich Baby Care
Der Geschäftsbereich Baby Care erzielte 2019 einen Netto-Verkaufserlös in der Höhe von CHF 72.8 Mio. (VJ 176.0 Mio.; −58.6 %). Der Rückgang begründet sich hauptsächlich mit deutlichen Umsatzrückgängen mit einigen Grosskunden sowie der schleppenden Absatzentwicklung bei der ehemaligen Tochtergesellschaft Pharmalys Laboratories SA. Umsatzeinbruch, notwendige Wertberichtigungen auf Forderungsausstände sowie die im zweiten Halbjahr auftretenden technischen Herausforderungen bei der Inbetriebnahme der Sprühturmlinie 9 im Werk Sulgen belasten das operative Ergebnis.

Die geringeren Umsätze sowie technische Herausforderungen führten zu einer relativ geringen Auslastung der Produktions- und Abfülllinien der HOCHDORF Swiss Nutrition AG in Sulgen. Die geplante technische Erneuerung an der Sprühturmlinie 8 wurde weitestgehend abgeschlossen. Die Anlage ist damit für die Produktion von neuen, hochwertigen Rezepturen mit den höchsten Qualitätsanforderungen gerüstet. Die Entwicklung der neuen EU-Rezepturen wurde gleichzeitig erfolgreich beendet. Zudem konnte ein neues Produkt im Segment FSMP (Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke) zur Marktreife entwickelt werden.

Die Bimbosan AG verzeichnete 2019 ein positives Resultat und lag mit ihrem Ergebnis leicht über den Erwartungen. Die starke Marktstellung im Heimmarkt konnte Bimbosan weiter ausbauen und ihren Marktanteil im Schweizer Fachhandel nochmals steigern. Bei der Internationalisierung der Marke «Bimbosan» konnten erste Ergebnisse erreicht werden.

Verschiebung der Generalversammlung
Aufgrund der bundesrätlichen Entscheide vom 13. und 16.März 2020 im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie hat der Verwaltungsrat entschieden, die Generalversammlung vom 17. April 2020 zu verschieben. Als neues GV-Datum wurde der Dienstag, 30. Juni 2020, 10.30 Uhr festgelegt.

Der Verwaltungsrat unterbreitet den Aktionärinnen und Aktionären wegen des negativen Ergebnisses den Vorschlag, auf eine Dividende zu verzichten.

Ausblick 2020
Der neue Verwaltungsrat wird im Jahre 2020 zusammen mit der Geschäftsleitung eine Zukunftsstrategie für die HOCHDORF-Gruppe erarbeiten. Vorbereitend dazu wurden verschiedene Fokusprojekte definiert, welche das Fundament für die zukünftige strategische Positionierung darstellen. Zudem wurde zum Jahresanfang das Effizienzsteigerungsprogramm «OPTIMA» ins Leben gerufen, um die Betriebskosten nachhaltig zu senken.

Zukünftig steht die nachhaltige Geschäftsentwicklung im Bereich Baby Care in einem wettbewerbsintensiven, internationalen Umfeld im Vordergrund. Die Verkaufs- und Servicestrukturen sind zu stärken und auf den Markt auszurichten, um das notwendige Wachstum und damit die Verbesserung der Auslastung der Anlagen in Sulgen zu erreichen. In 2020 ist es dabei zentral, die Geschäftsbeziehung mit Pharmalys nachhaltig zu entwickeln und die Internationalisierung der eigenen Marke «Bimbosan» voranzutreiben. Das Business Development nimmt für die zukünftige Entwicklung des Bereichs Baby Care eine zentrale Rolle ein, da der Aufbau neuer Kunden durch langlaufende und aufwendige Genehmigungsprozesse geprägt ist.

Das Marktumfeld im Industriegeschäft bleibt für Dairy Ingredients auch in 2020 sehr wettbewerbsintensiv. Bedingt durch die Nachfolgelösung zum «Schoggigesetz» erwartet HOCHDORF weiterhin eine sehr herausfordernde Situation in der Milchbeschaffung und im Schweizer Absatzmarkt. Das Kunden- und Produktportfolio wird wie in den Vorjahren weiter optimiert. Dabei ist die bestmögliche Auslastung der Anlagen für den wirtschaftlichen Erfolg der HOCHDORF-Gruppe besonders wichtig.

Aufgrund der nach wie vor sehr anspruchsvollen Marktsituation und den heute noch nicht abschätzbaren wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie haben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung eine Umsatz- und Ertragsbandbreite für das Geschäftsjahr 2020 festgelegt. Die HOCHDORF-Gruppe rechnet mit einem Netto-Verkaufserlös im Bereich von CHF 280 – 320 Mio. und einem positiven Jahresergebnis auf EBITDA-Ebene.

Über die HOCHDORF Holding AG

Die HOCHDORF-Gruppe mit Hauptsitz in Hochdorf erzielte im Jahre 2019 einen konsolidierten Netto-Verkaufserlös von CHF 456.8 Mio. Sie ist eines der führenden Nahrungsmittel-Unternehmen der Schweiz und verfügte per 31.12.2019 über 618 Mitarbeitende. Aus natürlichen Rohstoffen wie Milch, Molke und Ölsaaten gewonnen, leisten HOCHDORF Produkte seit 1895 einen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden von Babys bis hin zu Senioren. Zu den Kunden zählen die Lebensmittelindustrie sowie der Gross- und Detailhandel. Die Produkte werden in über 70 Ländern verkauft. Die Aktien werden an der SIX Swiss Exchange in Zürich gehandelt (ISIN CH0024666528).

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