Ab dem 8. Dezember 2017 zeigt die Schloß Wernigeorde GmbH in den Sonderausstellungsräumen im so genannten Frühlingsbau auf Schloß Wernigerode eine große Sonderausstellung zum Berliner Künstler Adolph von Menzel, der mit Werken wie „Das Eisenwalzwerk“ oder „Flötenkonzert Friedrichs des Großen im Schloß Sanssouci“ internationale Berühmtheit erlangt hat. Gezeigt wird die Schau, die eine veränderte Übernahme von der Stiftung Stadtmuseum Berlin ist, bis zum 18. März 2019.

Die anlässlich des 200. Geburtstags 2015 im Märkischen Museum sehr erfolgreich präsentierte Ausstellung widmet sich vorrangig der hoch interessanten und eigenwilligen Künstlerpersönlichkeit Menzels. Der Titel der Ausstellung basiert auf dem eigenhändigen Manuskript mit einem Rückblick auf das eigene Tun und Schaffen Menzels aus dem Jahr 1865 – und wird natürlich in der Ausstellung präsentiert.

Deutlich akzentuiert wird auch der handwerklich geprägte Werdeganz Menzels, der in einer Familie groß geworden ist, wo das Beherrschen der graphischen Techniken zum selbstverständlichen Lebensumfeld gehörte. Zeit Lebens war der Künstler sehr stolz auf seinen quasi „autodidaktischen“ Künstler-Werdegang und beherrschte die Techniken zur Herstellung von Lithographien, Radierungen, Holzschnitten und Kupfer bzw. Stahlätzungen perfekt.

Menzel sah geradezu in jedem Gegenstand eine künstlerische Herausforderung. Das Skizzenbuch begleite ihn auf allen Wegen. Einen Blick in das „Innerste“ des Künstlers kann anhand von original aus seinem Atelier stammenden Gegenständen genommen werden: Menzels originale Malpalette wird ebenso wie die zuletzt von ihm verwendeten Malkreiden, Wischer und sein Spazierstock ausgestellt.

Anhand der von Reinhold Begas hergestellten Porträtbüste kann sich jeder Besucher einen Eindruck von der physischen Präsenz des nur etwa 1,50 m großen Künstlers machen.

In großer Breite sind druckgraphische Arbeiten der gesamten Lebenszeit zu erleben, wie auch originale Lithographie-Steine mit dazugehörigem abgezogenen Original-Bild. Natürlich fehlt in der Ausstellung auch nicht das Thema „Friedrich der Große“ und Preußen im 18. Jahrhundert, dem Menzel seine Popularität und hohe Wertschätzung bei Kaiser Wilhelm II. verdankt.

Höhepunkte der Schau sind u. a. eine Ortsansicht von Wilmersdorf, eine Straßenszene in der Großstadt Berlin im Winter 1862 wie auch das meisterlich gemalte Selbstporträt von 1853. Ein lange Jahre sich in Londoner Privatbesitz befindender Scherenschnitt in einer gusseisernen Lithophanie wird in der Ausstellung zum ersten Mal präsentiert. Sie konnte von der Schloß Wernigerode GmbH in diesem Jahr für die eigenen Sammlungen angekauft werden.

Schließlich kann ein Blick in Menzels Persönlichkeit an Hand einer Auswahl authentischer Briefe geworfen werden – die Briefe werden selbst zu einem graphischen Schaustück und überraschen in Ton und Wortwahl.

Insgesamt sind ca. 150 originale Ausstellungsobjekte in fünf Räumen zu den üblichen Öffnungszeiten des Schlosses Wernigerode zu erleben.

Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch erschienen, das zum Preis von 19,80 € während der Laufzeit der Ausstellung auf dem Schloß Wernigerode zu erwerben ist.

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