Seit August 2017 forscht das Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bremen GmbH (IEKrW) gemeinsam mit der Nehlsen GmbH & Co. KG und der TECHNOLOG services GmbH, die die Zusammenarbeit koordiniert, an der Verringerung von Kunststoffeinträgen in die Umwelt. Vor dem Hintergrund des weltweit zunehmenden Plastikmülls gewinnt das Projekt „KuWert“, gefördert vom Bundesbildungs- und -forschungsministerium, an Bedeutung. Damit jedoch Kunststoffabfälle nicht in die Umwelt und damit letztlich ins Meer gelangen, müssen funktionierende Erfassungs- und Entsorgungssysteme vorhanden sein. Dies ist in vielen wenig entwickelten Ländern allerdings nicht der Fall. „Ziel unseres Projektes ist die Verhinderung des Plastik-Eintrags in die Umwelt und Meere bei gleichzeitiger Schaffung von Arbeitsplätzen in den mitwirkenden Ländern vor Ort“, sagen die Projektleiter Christoph Rasewsky (TECHNOLOG) und Prof. Dr. Martin Wittmaier, IEKrW. „Außerdem möchten wir durch Recycling den Plastikabfall in die Wertschöpfungskette des Welthandels zurückführen“, ergänzt Dr. Sven Rausch von der Firma Nehlsen.

In dem laufenden 18-monatigen Vorhaben soll die Implementierung einer Infrastruktur zur Erfassung, schiffgestützten Behandlung und Vermarktung von Kunststoffabfällen in wenig entwickelten Ländern konzipiert und dabei Wertschöpfungsketten in diesen Ländern geschlossen werden. Damit soll den Menschen in den Zielländern geholfen und zugleich die Umwelt entlastet werden. So gibt es bereits einen ersten Entwurf einer modular auszustattenden Plattform (Abbildung 1). Diese soll mit den jeweils benötigten Lagerflächen, Förderbändern, Ballenpressen, Zerkleinerern, Waschanlagen, Trommelsieben, Magnetabscheidern, Plastik-Detektor-Sensorik, Sortiereinrichtungen, geeigneten Baumaschinen sowie einem Extruder zur Verarbeitung von Recycling-Kunststoffen ausgerüstet werden.

Der Besuch im Januar 2018 in Freetown, Sierra Leone, dessen Universität ebenso wie die Universität von Mauritius in das Projekt eingebunden ist, dient dazu, die Situation vor Ort zu beurteilen, mögliche Wege zur Etablierung von Wertschöpfungsketten zu sondieren, Kontakte zu knüpfen und Netzwerke für zukünftige Aktivitäten aufzubauen.

Tatsächlich offenbarte sich vor Ort erheblicher Handlungsbedarf, allerdings auch Potential: In der Stadt Freetown sammeln sogenannte Wastepicker Kunststoffabfälle und organisieren deren Wiederverwertung bzw. -verwendung auf den Deponien. Der örtliche Entsorger betreibt keine Getrenntsammlung und entsorgt die gesammelten Abfälle auf einer der Deponien mitten im Stadtgebiet. Die Wastepicker auf den Deponien verkaufen die gesammelten Kunststoffabfälle gegen sehr geringe Erlöse an einen Händler, der diese zum Recyceln nach Guinea exportiert. Im Gegensatz zu einigen Initiativen in Bo, Kenema und Makeni, bei denen die Welthungerhilfe zusammen mit örtlichen Partnern die Verwertung von Kunststoffabfällen in kleinräumigen Maße initiiert hat, werden in Sierra Leone Kunststoffabfälle nicht wiederverwertet. Nicht gesammelte Abfälle landen so häufig in den Straßen.

Ein signifikantes Problem stellen auch die für die Trinkwasserversorgung mit Wasser gefüllten Plastikbeutel („Water Sachets“) dar, die nach Gebrauch einfach weggeworfen werden und daher im gesamten Stadtbild auf den Straßen und in Wasserkanälen zu sehen sind. Diese und vieles mehr gelangen während der fünfmonatigen Regenzeit in die Flüsse, den Hafen und das Meer.

Ähnliches gilt für PET-Flaschen, die etwa ein Prozent der Abfallmenge ausmachen. Allerdings werden nur intakte Flaschen wiederverwendet bzw. vermarktet, für kaputte existiert aktuell kein Markt. Insgesamt beläuft sich der Kunststoffanteil am Abfallaufkommen auf etwa acht Prozent.

Im weiteren Projektverlauf sollen an dieser Stelle Anreizsysteme entworfen werden, um die Plastikabfälle einer Verwertung zuzuführen, um die Belastung der Umwelt zu verringern. Im Rahmen des Besuchs Anfang des Jahres konnten in diesem Zusammenhang wertvolle Kontakte zu Entscheidungsträgern vor Ort, örtlichen Initiativen und Nicht-Regierungsorganisationen geknüpft werden, um künftige gemeinsame Aktivitäten zu koordinieren. 

Forschungsprojekt „KuWert“
Das Projekt „KuWert“ wird innerhalb des Forschungsschwerpunktes „Plastik in der Umwelt“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Der Forschungsschwerpunkt „Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze“ ist Teil der Leitinitiative Green Economy des BMBF-Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA3). Weitere Informationen über das Projekt „KuWert“ unter: http://www.KuWert.hs-bremen.de

Das Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft
Das Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bremen GmbH (IEKrW) wurde im Jahr 2000 gegründet und ist ein Beispiel für public-private-partnership im Bereich der angewandten Forschung und Entwicklung. Als KMU dient es als Transfer-Stelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Ziel des Instituts ist es, ökologisch und ökonomisch sinnvolle Lösungskonzepte für konkrete Fragen der Kreislaufwirtschaft und des Umweltschutzes zu entwickeln. Die vornehmliche Aufgabe des Instituts ist die Entwicklung von Verfahren und Konzepten zur Verwertung und Kreislaufführung von Stoffen, der effizienteren Nutzung von Rohstoffen, die Reinigung von Wässern, Schlämmen, Feststoffen und Abluft sowie Untersuchungen der damit verbundenen Märkte. – Weitere Informationen unter www.iekrw.de; University of Mauritius: http://www.uom.ac.mu; University of Sierra Leone – Fourah-Bay-College: http://www.university-directory.eu/Sierra-Leone/Fourah-Bay-College–University-of-Sierra-Leone.html

Über Nehlsen GmbH & Co. KG
Nehlsen ist ein international tätiges Entsorgungsunternehmen, das seit 1923 kundenorientierte Dienstleistungen in den Bereichen Recycling, Entsorgung und Reinigung erbringt. Als Familienunternehmen mit hanseatischen Wurzeln ist Nehlsen mit mehr als 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 50 Standorten in Europa und Afrika tätig. – Weitere Informationen unter www.nehlsen.com

TECHNOLOG
Die TECHNOLOG services GmbH bietet als führender maritimer Technologie-Partner ein umfassendes Angebot an innovativen Designs, Beratungen und Machbarkeitsstudien sowie professionelle Engineering- und Projektmanagement-Leistungen mit Technologie-Transfer für Schiffseigner, Betreiber und Werften weltweit.

Die TECHNOLOG GmbH wurde 1979 gegründet. Die Kunden profitieren von zukunftsweisenden Lösungen für die internationale Schiffbau-, Meerestechnik- und Offshore-Industrie. Zusammen mit der TECHNOLOG-MRM marine services (China) Ltd. in Hongkong und Shanghai und den Repräsentanten in Australien, Bangladesch, Griechenland, Singapur, Südkorea und China arbeiten in Deutschland über 40 Mitarbeiter im Unternehmen garantieren wirtschaftlich technisch fundierten Kundenservice. – Weitere Informationen unter www.technolog.biz.

Weitere Informationen über das Projekt KuWert unter: http://www.KuWert.hs-bremen.de

Über Hochschule Bremen
Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Hochschule Bremen
Neustadtswall 30
28199 Bremen
Telefon: +49 (421) 5905-0
Telefax: +49 (421) 5905-2292
http://www.hs-bremen.de

Ansprechpartner:
Ulrich Berlin
Pressesprecher
Telefon: +49 (421) 5905-2245
Fax: +49 (421) 5905-2275
E-Mail: ulrich.berlin@hs-bremen.de
Prof. Dr. Martin Wittmaier
Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft an de
Telefon: +49 (421) 5905-2326
E-Mail: wittmaier@hs-bremen.de
Christoph Rasewsky
TECHNOLOG services GmbH
Telefon: +49 (40) 707076806
E-Mail: Christoph.Rasewsky@tlg-services.biz
Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.