Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Arbeitgeberverband Nordostchemie e.V. (AGV Nordostchemie) haben sich heute gemeinsam mit rund 100 Unternehmensvertretern und Betriebsräten in Potsdam getroffen um sich über die konkrete Umsetzung des Potsdamer Modells auszutauschen. Sie berieten über Anwendungsmöglichkeiten und erhielten neue Anregungen für den Tarifvertrag, der erstmals das Tor zu einer Neuordnung der tarifvertraglichen Arbeitszeitregeln geöffnet hat.

Moderne Arbeitszeitgestaltung

Kern des bereits im Mai 2017 vereinbarten Abschlusses ist die Möglichkeit, Arbeitszeit betrieblich und individuell differenziert und unterschiedlich festzulegen. Konkret lässt sich die betriebliche Arbeitszeit innerhalb eines Korridors von 32 bis 40 Stunden festlegen. Zusätzlich können Arbeitnehmer eine individuelle Wahlarbeitszeit von mindestens 32 Stunden vereinbaren. Der Monatslohn orientiert sich an der wöchentlichen Regelarbeitszeit, die ab 2019 39,5 Wochenstunden beträgt und bis 2023 auf 38,5 Stunden sinken wird.

Wirtschaftsminister Jörg Steinbach begrüßt tarifliche Flexibilität

Wirtschaftsminister Jörg Steinbach betonte: „Die Partner der Nordostchemie gehen mit ihrem Tarifmodell voran und sind beispielgebend auch für andere Branchen. Das Potsdamer Modell bringt den Beschäftigten mehr Mitbestimmung und den Unternehmern mehr Flexibilität. Damit stärkt dieses Modell die Sozialpartnerschaft und die Tarifbindung. Genau das ist auch unser Ziel als Landesregierung. Ich werbe vehement für eine deutlich stärkere Tarifbindung, denn wir wollen ein Land der guten Arbeit sein. Das geht nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen, von denen die Menschen gut leben können. Abgesehen davon, wächst mit der Mitarbeiterzufriedenheit auch die Leistungsfähigkeit der Unternehmen.“

AGV Nordostchemie Hauptgeschäftsführerin Nora Schmidt-Kesseler:
Meilenstein der Tarifpolitik

Die Hauptgeschäftsführerin des AGV Nordostchemie betont: „Mit modernen Arbeitszeitregelungen behaupten sich Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte und Investitionen. Wir zeigen, dass der Standort Ostdeutschland attraktiv ist und aus den gemeinsamen Ideen der Sozialpartner beispielgebende Lösungen entstehen.

IG BCE Landesbezirksleiter Nordost Oliver Heinrich:
Flexibilität ist die richtige Antwort

„Die Arbeitswelt verändert sich mit zunehmendem Tempo und die Anforderungen an die Beschäftigten steigen stetig. Moderne Arbeitszeitregelungen mit flexiblen Ausgestaltungsmöglichkeiten wie im Potsdamer Modell sind eine Antwort, damit unsere Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben gesund und leistungsfähig bis 67 im Arbeitsleben bestehen.“

Hintergrund zu den Tarifverträgen:

Das Potsdamer Modell wurde vor dem Hintergrund beschlossen, dass Arbeitswelt und Gesellschaft in steter Veränderung sind. Der Altersdurchschnitt in den Unternehmen erhöht sich, starke Mitarbeiterjahrgänge gehen in den Ruhestand und insbesondere in den neuen Bundesländern sind mehr Abgänge in die Rente zu verzeichnen, als Nachwuchs folgt. So zeichnet sich insbesondere in den neuen Bundesländern ein überdurchschnittlich hoher Mangel an Fachkräften ab. Die Anforderungen im Berufsleben, bei der Erziehung von Kindern sowie bei der Pflege von Angehörigen sollen besser vereinbar werden. Unternehmen und Mitarbeiter brauchen hierzu flexible Rahmenbedingungen zur bedarfsgerechten Gestaltung der Arbeitszeit, mit denen zugleich die Attraktivität der Branche und der einzelnen Unternehmen im Wettbewerb um Talente und Investitionen weiter ausgebaut wird. 

Zusammen mit dem Tarifvertrag über lebensphasengerechte Arbeitszeitgestaltung (LephA-TVplus) hat die Ostchemie ein Gesamtpaket, das bundesweit einzigartig ist. Die Menschen haben heute in unterschiedlichen Lebensphasen andere Bedürfnisse. Die Unternehmen nehmen darauf Rücksicht und helfen, die berufliche Tätigkeit und die private Lebensführung besser zu koordinieren. Ziel ist es, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so lange wie möglich im Unternehmen zu haben, bei guter Gesundheit, guter Qualifikation und hoher Motivation.

Weitere Informationen zum Potsdamer Modell finden Sie auf der
Webseite www.potsdamermodell.de oder in einem kurzen
Erklärfilm: https://youtu.be/vzcxOCeBoS8

www.nordostchemie.de                                  www.nordost.igbce.de
www.twitter.com/nordostchemie                    www.twitter.com/igbce_nordost

 

 

Über den Arbeitgeberverband Nordostchemie e.V.

Die Chemie- und Pharmabranche in Ostdeutschland hat über 58.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die NORDOSTCHEMIE ist die wirtschafts- und sozialpolitische Interessenvertretung der über 300 Mitgliedsunternehmen. Zur NORDOSTCHEMIE gehören der Arbeitgeberverband Nordostchemie e.V. (AGV Nordostchemie), der Verband der Chemischen Industrie e.V. – Landesverband Nordost – (VCI LV Nordost) und seine Fachverbände. Hauptsitz ist Berlin, weitere Geschäftsstellen sind in Dresden und Halle.

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