Nach dem Dirigierwettbewerb der mitteldeutschen Musikhochschulen hat die „Weimarer Dirigentenschmiede“ nun auch im Bundesvergleich erneut Maßstäbe gesetzt: Zwei Studenten der Dirigierklasse von Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Ekhart Wycik an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar gewannen den Wettbewerb „Campus Dirigieren“ in Nürnberg. Der 24-jährige deutsche Bachelorstudent Valentin Egel sicherte sich am Samstag beim Finalkonzert im Staatstheater Nürnberg den 1. Preis, während sein Weimarer Kommilitone, der 25-jährige ungarische Konzertexamens-Student Gábor Hontvári mit dem 2. Preis und dem Publikumspreis geehrt wurde. Den 3. Platz belegte der Münchner Dirigierstudent Hankyeol Yoon. Den Gewinnern winken eine Reihe von Anschlussdirigaten und Engagements.

Insgesamt waren 28 junge Dirigentinnen und Dirigenten zu diesem seit 1999 alle drei Jahre von der „Arbeitsgemeinschaft der Dirigierlehrer“ organisierten Wettbewerb der deutschen Musikhochschulen angetreten, der erstmals in zwei Phasen durchgeführt wurde. Nach der einer ersten „Campus-Woche“ mit verschiedenen Meisterklassen im September 2018 in Dresden hatten sich 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die entscheidende zweite Phase in Nürnberg qualifiziert. Diese fand am 21., 22. und 26. Januar mit dem Sinfonieorchester der Nürnberger Hochschule für Musik, den Nürnberger Symphonikern sowie – im Finalkonzert – mit der Staatsphilharmonie Nürnberg statt. Auf dem Programm standen einzelne sinfonische Sätze von u.a. Mozart, Beethoven und Brahms sowie auch Auszüge aus Solokonzerten und Opernarien.

An der zweiten Phase des „Campus Dirigieren“ nahmen Studierende der Musikhochschulen Köln, Berlin, München, Düsseldorf, Detmold, Rostock, Freiburg, Hamburg, Frankfurt sowie Weimar teil. Die Entscheidung über die Preise traf eine siebenköpfige Jury unter Vorsitz von Prof. Christoph Adt, seit 1998 Professor für Orchesterleitung in München und seit 2017 Präsident der Hochschule für Musik in Nürnberg.

Valentin Egel, geboren 1994 in Müllheim (Baden), lernte früh das Klavierspiel und sang bei den Freiburger Domsingknaben. Als Weimarer Dirigierstudent konzertierte er bereits wiederholt mit dem MDR Sinfonieorchester, mit der Jenaer Philharmonie und dem Karlsbader Sinfonieorchester, debütierte mit den Belgrader Philharmonikern und dem Orchester der Musikalischen Komödie Leipzig. Egel ist Chefdirigent des Studentensinfonieorchesters der Katholischen Hochschulgemeinde Freiburg sowie der Jungen Symphoniker Südbaden. Von 2015 bis 2017 leitete er das Akademische Orchester der Technischen Universität Ilmenau. 2018 debütierte er zudem mit der Jungen Kammerphilharmonie Berlin. 2017 gewann er den 1. Preis beim Dirigierwettbewerb der mitteldeutschen Musikhochschulen, der vom MDR Sinfonieorchester ausgerichtet wird. Valentin Egel wird durch das Dirigentenforum des Deutschen Musikrats gefördert.

Gábor Hontvári gewann wie sein Weimarer Kommilitone Valentin Egel auch den Dirigierwettbewerb der mitteldeutschen Musikhochschulen – allerdings schon vor vier Jahren. 1993 in Györ (Ungarn) geboren, wurde er bereits mehrfach von der Staatsoperette Dresden eingeladen, Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ zu dirigieren. Außerdem ging er 2017 mit der Bayerischen Kammerphilharmonie auf eine ausgedehnte Gastspieltournee durch Südkorea. Zuvor hatte er am Pult zahlreicher ungarischer Orchester wie u.a. dem Philharmonischen Orchester Győr und Concerto Budapest gestanden. 2014 wurde der junge Ungar zudem mit dem 1. Preis und dem Publikumspreis beim Internationalen Lantos Rezső Wettbewerb für junge Chordirigenten in Budapest ausgezeichnet. Damals hatte er noch an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest studiert – neben dem Orchesterdirigieren auch das Fach Chorleitung.

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