Am 30. Mai 2019 ruft der Welt-MS-Tag zum elften Mal zu Solidarität mit den weltweit 2,5 Millionen Menschen auf, die an Multiple Sklerose erkrankt sind. Das Motto: „Keiner sieht’s. Eine(r) spürt’s: Multiple Sklerose – Vieles ist unsichtbar.“ Ziel ist, auf die Hindernisse im Leben mit der für Außenstehende oft unsichtbaren Erkrankung hinzuweisen. Weil Bilder oft mehr als Worte sagen, lädt der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) zu der Vernissage „ONE YEAR IN ART“ der Künstlerin Linda Baum ein, die das erste Jahr nach der Diagnose MS zu 12 Kunstwerken inspiriert hat. Umrahmt wird die Ausstellung durch Beiträge renommierter Mediziner wie Prof. Dr. Judith Haas, DGN-Generalsekretär Prof. Dr. Peter Berlit und Dr. Judith Bellmann-Strobl.

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark betrifft und meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Die „Krankheit der 1000 Gesichter“, wie MS aufgrund der unterschiedlichen Verläufe, Beschwerdebilder und Therapieerfolge genannt wird, lässt noch viele Fragen offen. Schätzungen zufolge leben weltweit rund 2,5 Millionen Menschen mit MS, in Deutschland sind es mehr als 240.000 MS-Erkrankte. Jährlich werden ca. 2.500 Menschen neu mit MS diagnostiziert, Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer.

Krankheit mit oft unsichtbaren Symptomen

Menschen mit Multipler Sklerose ist oft auf den ersten Blick nichts anzusehen. Die Krankheit ist zwar noch nicht heilbar, aber dank der Fortschritte in der Forschung, moderner Diagnostik, neuer Medikamente und Behandlungsmethoden kann der Verlauf deutlich verlangsamt werden. Viele MS-Erkrankte führen nach außen hin ein ganz normales Leben, gehen zur Arbeit, pflegen Hobbys und gründen Familien. Trotzdem bleibt MS eine schwere Erkrankung.

Gerade ihre unsichtbaren Symptome können Betroffene massiv einschränken. Die DMSG und der Bundesbeirat MS-Erkrankter wollen mit dem Motto „Keiner sieht’s. Eine(r) spürt’s: MS – vieles ist unsichtbar“ auf die verborgenen Belastungen aufmerksam machen, mit denen Menschen mit MS konfrontiert sind.

Ob prominente Musiker wie Aaron von Billy Talent, erfolgreiche YouTuber, Autoren, Künstler oder Filmer: In einem bundesweiten Wettbewerb sind alle MS-Betroffenen aufgerufen, auf kreativem Weg über ihre Erfahrungen mit den unsichtbaren Symptomen zu berichten. Linda Baum wählte den Weg der Kunst:

Linda Baum: „Ich wollte die Krise aus mir herausmalen“

Die junge Künstlerin hat das Auf und Ab nach der Diagnose Multiple Sklerose in 12 Kunstwerken festgehalten. Die in Dänemark aufgewachsene examinierte Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin. Ein Jahr lang schuf sie jeden Monat ein Bild und hat so ihr erstes Jahr nach der Diagnose als Inspirationsquelle für eine Bilderserie genutzt, die sie auf der Vernissage „ONE YEAR IN ART“ erstmals der Öffentlichkeit vorstellen wird. „Ich wollte die Krise aus mir herausmalen“, sagt sie rückblickend. Auf diese Weise reflektieren die Werke Schritt für Schritt ihre emotionale Entwicklung und den Veränderungsprozess, den sie nach der Diagnose durchlebte. Mitten in diesem Jahr wurde Linda Baum schwanger! Es war ein Umbruch, der sich auch in ihren Werken widerspiegelt.

Premiere und Online-Auktion für den guten Zweck

„Ich will mit den Bildern etwas Gutes bewirken“, kündigt Linda Baum eine Online-Auktion ihrer Werke zugunsten der DMSG an. Auf www.lauritz.com werden vom 30. Mai bis 16. Juni 2019 die zwölf Arbeiten der Künstlerin versteigert.

Die Vernissage wird am 30. Mai 2019 ab 18 Uhr in der Hörsaalruine des Medizinhistorischen Museums der Berliner Charité, Charitéplatz 1, eröffnet.

Zum ersten und einzigen Mal wird im Rahmen der Ausstellung das komplette Werk „ONE YEAR IN ART“ öffentlich zu sehen sein. Linda Baum wird Führungen anbieten und im Interview mit dem ebenfalls an MS erkrankten DMSG-Reporter Kevin Hoffmann weiteren Einblick in ihr Werk und ihre Motivation gewähren. Eine weitere Künstlerin mit MS, Ruth Malina, überrascht die Besucher schon am Eingang mit einer ungewöhnlichen Kreation.

Mit medizinischer Expertise untermauert wird die Vernissage durch Grußworte und Interviews mit renommierten Neurologen, wie dem DGN-Generalsekretär Prof. Dr. Peter Berlit, der Vorsitzenden des DMSG-Bundesverbandes und Leiterin des MS-Zentrums am Jüdischen Krankenhaus Berlin, Prof. Dr. Judith Haas, sowie der Studienkoordinatorin am NeuroCure Clinical Research Center, Charité -Universitätsmedizin Berlin, Dr. Judith Bellmann-Strobl.

Auftakt zur MS-Woche

Im Rahmen einer gemeinsamen Serie werden DMSG und DGN im Rahmen des Welt MS Tages Interviews mit MS-Experten veröffentlichen. Auf www.dmsg.de stellen wir darüber hinaus jeden Tag MS-Betroffene vor, die zeigen, was das Leben mit MS für sie bedeutet – im Beruf, als Eltern, beim Sport, auf Reisen usw. Die kreativste Idee wird von einer prominent besetzten Jury prämiert.

Über den Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Der DMSG-Bundesverband e.V., 1952/1953 als Zusammenschluss medizinischer Fachleute gegründet, vertritt die Belange Multiple Sklerose Erkrankter und organisiert deren sozialmedizinische Nachsorge.

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft mit Bundesverband, 16 Landesverbänden und derzeit 857 örtlichen Kontaktgruppen ist eine starke Gemeinschaft von MS-Erkrankten, ihren Angehörigen, 4.186 engagierten ehrenamtlichen Helfern und 251 hauptberuflichen Mitarbeitern. Insgesamt hat die DMSG rund 45.000 Mitglieder.

Mit ihren umfangreichen Dienstleistungen und Angeboten ist sie heute Selbsthilfe- und Fachverband zugleich, aber auch die Interessenvertretung MS-Erkrankter in Deutschland. Schirmherr des DMSG-Bundesverbandes ist Christian Wulff, Bundespräsident a.D.

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zu Störungen der Bewegungen, der Sinnesempfindungen und auch zur Beeinträchtigung von Sinnesorganen führt. In Deutschland leiden nach Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als 240.000 Menschen an MS. Trotz intensiver Forschungen ist die Ursache der Krankheit nicht genau bekannt.

MS ist keine Erbkrankheit, allerdings spielt offenbar eine genetische Veranlagung eine Rolle. Zudem wird angenommen, dass Infekte in Kindheit und früher Jugend für die spätere Krankheitsentwicklung bedeutsam sind. Welche anderen Faktoren zum Auftreten der MS beitragen, ist ungewiss. Die Krankheit kann jedoch heute im Frühstadium günstig beeinflusst werden. Weltweit sind schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen an MS erkrankt.

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