Das druckfrische Pflege-Diplom in den Händen und die Gewissheit, dass man sich um seine berufliche Zukunft im Grunde genommen keine Gedanken machen muss – das hat schon etwas Beruhigendes. Und schließlich die Bestätigung des Landrates: „Sie werden alle ganz dringend gebraucht“, sagt Manfred Görig bei der Examensfeier in der Alsfelder Pflegeakademie an die Adresse der staatlich anerkannten Altenpfleger und Altenpflegehelfer gerichtet.

Mehr als 1550 Pflegeplätze gibt es nach Angaben des Landrates schon jetzt im Vogelsbergkreis. Der Bedarf an  Pflegekräften ist entsprechend hoch und wird weiter steigen. „Wir werden in Zukunft noch mehr Pflegekräfte brauchen“, prognostiziert Manfred Görig, „manche Pflegeheime werden ihre Plätze nicht mehr belegen können, weil ihnen das Personal fehlt.“

Wichtig deshalb: „Die Ausbildung muss in der Region stattfinden.“ Es sei damals der richtige Schritt gewesen, mit der Altenpflegeschule vom Bücking- auf das BGS-Gelände zu gehen. Die Akademie sei eine „wichtige Bildungseinrichtung in der Region mit einer ganz wichtigen Funktion“.

Künftig, so der Landrat weiter, wird es, wie gesetzlich vorgegeben,  eine gemeinsame Ausbildung für Alten-, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger geben – weiterhin am Standort „Am Ringofen“. Es wird eine Zusammenlegung von Krankenpflegeschule und Pflegeakademie geben. Rund 200 Ausbildungsplätze werden dann in der „Akademie für Gesundheitsberufe“ zur Verfügung stehen.

„Die Altenpflege insgesamt ist im Aufbruch“, fährt Görig fort, dabei gehe es auch um eine Aufwertung des Berufs. Altenpflege – das sei ein besonderer Beruf, gleichzeitig eine enorme Herausforderung. Ein Beruf, der Empathie erfordere, ein Beruf voller Emotionen. „Sie arbeiten direkt am Menschen. Wenn Sie geholfen haben, dann bekommen Sie sofort die Rückmeldung, die Menschen sind Ihnen dankbar.“

Von einem „einmalig schönen und einmalig wertvollem Beruf“ spricht Schulleiter Thomas Müller. „Pflege auszuüben, das bedeutet auch, eine gewisse Grundhaltung einzunehmen.“ In der Pflege gehe es nicht nur um das reine handwerkliche Können, man müsse die Prioritäten richtig setzen. „Die medizinische und die soziale Pflege müssen sich die Waage halten“, so Thomas Müller, „denn die älteren Menschen wünschen sich ein Maß an Zuwendung.“

Auch der Schulleiter weist auf die guten Berufsaussichten der examinierten Fachkräfte hin. „Ihr Titel ist eine Qualitätsbezeichnung, aber gleichzeitig auch eine Verpflichtung.“ Müller ermuntert die Absolventen, „Lernende zu bleiben“, sich weiterzubilden. „Wagen Sie es, sich auf Neues einzulassen.“

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