Am 30. März 1945, vor genau 75 Jahren, endete für die Heidelberger der Zweite Weltkrieg. Bis zur endgültigen Kapitulation der Nationalsozialisten im übrigen Deutschland dauerte es noch über einen Monat. Historische Fotos aus dem Frühling 1945 zeigen die amerikanischen Soldaten am berühmtesten Ort der Stadt, auf dem großen Altan des Schlosses. Zusammen mit der Army kam ein absoluter Weltstar nach Heidelberg: Marlene Dietrich, 1930 in die USA emigriert. Das Foto mit der weltberühmten Diva in amerikanischer Uniform auf dem Altan des Heidelberger Schlosses dokumentiert den historischen Moment – und ist geradezu ein Symbolbild für das Ende des Krieges.

Die Alliierten erreichen Heidelberg

Der Zweite Weltkrieg verlief für Heidelberg ohne größere Schäden; die Stadt war eine der ganz wenigen deutschen Städte, die die sechs Kriegsjahre fast unversehrt überstanden. Am 30. März 1945 nahmen amerikanische Truppen Heidelberg ohne nennenswerten Widerstand ein. Dass die Stadt nicht bombardiert wurde, lag nicht zuletzt an den Plänen der Amerikaner: Heidelberg wurde bald nach Kriegsende Hauptquartier der 7. US-Armee. Aber auch an „Old Heidelberg“ als Touristenziel und romantischem Sehnsuchtsort war man interessiert: Fotos zeigen die Soldaten beim Besuch der Schlossruine mit dem spektakulären Blick über die – unzerstörte – Stadt und beim gemeinsamen Gang durch den Schlosshof.

Marlene Dietrich mit der US-Army in Europa

„Sie war häufiger an der Front als General Eisenhower.“ – Dieser Satz, ironisch und respektvoll zugleich, stammt vom berühmten Regisseur Billy Wilder. „Die Dietrich“ war in den Vierzigerjahren längst ein Weltstar von eigenem Rang. Marlene Dietrich, 1901 in Berlin geboren, emigrierte 1930 in die USA und nahm 1939 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Im Jahr 1943 meldete sie sich für die Truppenbetreuung der US-Army und begleitete während der letzten Jahre des Krieges die amerikanischen Truppen durch das gesamte Einsatzgebiet von Afrika bis nach Europa. Während der Ardennenoffensive im Winter 1944/45 entkam sie nur knapp einer Gefangennahme. Die US-Army rückte von Belgien nach Deutschland vor – und Marlene Dietrich mit ihr. Und als die US-Army am 30. März 1945 in das weitgehend bewahrte Heidelberg einrückte, war auch die große Diva mit dabei.

Der Weltstar auf dem Heidelberger Schloss

Dass damals das Bild auf dem Schloss entstehen konnte, hat seinen Grund in der Legende Heidelberg: Die Studentenstadt und vor allem die berühmte Schlossruine standen damals schon in den USA als Inbegriff der deutschen Kultur und der positiv wahrgenommenen deutschen Tradition von Bildung und Kunst – und nicht zuletzt für die Romantik des alten Europas. Marlene Dietrichs Aufgabe als Truppenbetreuerin war es, die Moral der Soldaten hochzuhalten und für Unterhaltung im Kriegsgeschäft zu sorgen. Ganz klar, dass eine der Unternehmungen die Gruppe um Marlene Dietrich auch auf das Heidelberger Schloss führte. Von dort aus überblickte eine lächelnde Diva an der Seite des Generals McAuliffe das Neckartal.

Alterslose Diva mit politischer Botschaft

Marlene Dietrich hieß eigentlich Marie Magdalene Dietrich. Den Künstlernamen Marlene gab sie sich selbst. Ihre ersten Schritte in der Welt des Films machte sie im Berlin der 20er-Jahre. Dort lernte sie den Aufnahmeleiter Rudolf Sieber kennen, den sie 1923 heiratete. Trotz der Trennung zehn Jahre später blieben die beiden zeitlebens verheiratet. Bereits 1930 verließ Marlene Dietrich Deutschland, wo das freie künstlerische Leben und Arbeiten zunehmend unmöglich wurde. Die nationalsozialistische Propaganda hätte die Diva gerne für ihre Zwecke eingespannt, ja: Hitler selbst versuchte, die Schauspielerin anzuwerben. Stattdessen engagierte sich Marlene Dietrich als Fluchthelferin, zog sich eine Art von GI-Uniform an und begleitete die amerikanische Armee. Für ihren Einsatz bekam sie zahlreiche Auszeichnungen. Unter anderem die „Medal of freedom“, den höchsten Orden des amerikanischen Kriegsministeriums für Zivilisten. Die deutsche Öffentlichkeit hingegen hatte nach dem Ende des Krieges ihre Schwierigkeiten, zu dem Weltstar mit der klaren politischen Haltung ein positives Verhältnis zu entwickeln.

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