Der Industrieverband AIM-D befragt seine Mitglieder im halbjährlichen Turnus über ihre Sicht auf die allgemeine Geschäfts- und Marktentwicklung sowie die Entwicklung der AutoID-Märkte im Besonderen. Diese Unternehmen bieten Produkte, Lösungen und Dienstleistungen für automatische Identifikation (AutoID) und mobile Systeme in diesen Technologiefeldern: Optical Readable Media (Barcodes, zweidimensionale (2D) Codes etc.), RFID*, NFC*, RTLS* und industrielle Sensorik. Darüber hinaus stehen u.a. Themenkomplexe wie „AutoID & Security“, „Interoperabilität“ (OPC UA), „Energy Harvesting“, „AutoID & KI“ und „AutoID & Robotik“ auf der Agenda des weltweit vertretenen Technologieverbandes.

Das Besondere an diesem Trendbarometer ist, dass die Befragung gerade so noch vor der Corona-Krise stattgefunden hat, also deren Auswirkungen und daraus resultierenden Erwartungen noch nicht in die Ergebnisse eingeflossen sind; außerdem wurde der Fragenkatalog vorsichtig modernisiert – ohne, dass die Vergleichbarkeit mit vorherigen Befragungen dadurch gefährdet wäre.

Peter Altes, Geschäftsführer, AIM-D e.V., Lampertheim, kommentiert wie folgt: „Die Ergebnisse des AIM-Trendbarometers zum zweiten Halbjahr 2019 stehen, wieder leicht verbessert, zum wiederholten Male in der Kontinuität der Entwicklungen des vorangegangenen Halbjahrs – in diesem Fall also des ersten Halbjahrs 2019 – und zeigen ein ermutigendes Bild des AutoID-Marktes: ähnlich wie im ersten Halbjahr 2019 (80%) berichten wieder über 85% der Unternehmen von einer verbesserten oder zumindest gleichgebliebenen Geschäftsentwicklung der AutoID-Märkte. Bei über einem Drittel der Unternehmen hat sich die Marktposition verbessert. Und für das 1. Halbjahr 2020 erwarten rund ein Drittel eine abermalige Verbesserung der Marktposition und knapp die Hälfte geht zumindest von einer stabilen Marktentwicklung aus. Eine verstärkte Nachfrage wird mit über 60% für RFID insbesondere im Bereich der elektronischen Identifikation erwartet – wobei erneut knapp 40% von einer abermals gestiegenen Nachfrage im Technologiesegment NFC ausgehen und rund 15% im Bereich RTLS.“ „Auffällig“, so Altes weiter, „sind insbesondere die positiven Erwartungen an den Schnittstellen zu ergänzenden Technologien wie Sensorik (fast 40%) und Maschine Vision (fast 30%).“

Die Aufgaben und Herausforderungen von Industrie 4.0 auf dem Weg zur Smart Factory und einer Smart Production – wie z.B. Condition Monitoring, Predictive Maintenance u.v.m. – sind längst Tagesgeschäft im AutoID-Umfeld: Die AutoID-Branche ist einer der Enabler von Industrie 4.0. In nahezu allen Unternehmen der AutoID-Branche spielen die Produkt-, Lösungs- und Dienstleistungsangebote eine strategische Rolle mit Blick auf Industrie 4.0 und den Weg zur Smart Factory mit ihren Cyber Physical Systems und einer Anbindung an die Cloud, also das Internet der Dinge (IoT / IIoT).

Es folgen die Einzelergebnisse zu den Fragen des AIM-Trendbarometers.

Die wirtschaftliche Lage der AutoID-Unternehmen ist der Umfrage zufolge auch im zweiten Halbjahr 2019 recht stabil geblieben: ein Drittel der AIM-Mitglieder (etwas weniger als im Vergleichszeitraum) konnten ihre Umsätze steigern; über 50% gaben zumindest eine stabile Entwicklung an; im fünften Halbjahr hintereinander gab es also kaum ein Unternehmen, dass keine positive oder zumindest stabile Umsatzentwicklung gemeldet hat.

Ihre Investitionen haben immerhin noch über 10% der Unternehmen gesteigert: 11,90 Prozent (47,06%). 61,90 Prozent haben in gleicher Höhe wie im zweiten Halbjahr 2018 investiert (44,12%), keine 15 Prozent weniger (10%). Das Investitionsverhalten ist demnach erfreulich stabil geblieben.

Die allgemeine Marktentwicklung im Bereich AutoID: Die Summe der Einschätzungen für eine bessere oder gleichbleibende Marktentwicklung hat sich mit 90 Prozent sogar leicht verbessert (80%). Diese summiert sich aus 35,71 Prozent (44,12%) für eine bessere und 54,76 Prozent (41,18%) für eine gleich gebliebene Markteinschätzung. Wie im Vergleichszeitraum bleibt auch dieses Mal die Wahrnehmung der Unternehmen hinsichtlich ihrer eigenen Entwicklung also ganz leicht hinter der Wahrnehmung bzw. Bewertung der allgemeinen Marktentwicklung zurück.

Zwei Fragen der Erhebung bezogen sich auf einzelne unter dem Oberbegriff AutoID zusammengefasste Technologien:

Barcode und andere optische Identifikationssysteme – auch mit ORM* bezeichnet: Barcode, zweidimensionale Codes wie Datamatrix und QR*, OCR*: In Bezug auf diese Systeme berichten mit 16,67 Prozent etwas weniger Unternehmen von einer besseren Marktentwicklung als im Vergleichszeitraum (20,59%); der Wert für eine unveränderte Marktentwicklung ist mit rund 35 Prozent (30%) hingegen leicht höher ausgefallen. Der Barcode und die anderen Optical Readable Media, so diese Ergebnisse, sind also nach wie vor aus vielen Bereichen nicht wegzudenken. Eine vollständige Substitution ist nicht zu erwarten.

Die Entwicklung für RFID einschl. NFC und RTLS wird aktuell immer noch optimistisch eingeschätzt – was eine Reaktion auf die Entwicklungen von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge ist. Eine bessere Entwicklung sehen gegenwärtig immer noch über 35 Prozent (50%), eine unveränderte, also stabile Entwicklung sehen erneut gut 40 Prozent. Diese im Trend der letzten Halbjahre liegenden Zahlen entsprechen in etwa der allgemeinen Wahrnehmung der Fortschritte bei der Umsetzung von Industrie 4.0 und dem großen Projekt der digitalen Transformation der Wertschöpfung. Mit Blick auf die anderen AutoID-Bereiche kann man somit sagen, dass die RFID-Technologien nach wir vor eine ermutigende Entwicklung nehmen – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund von RAIN-RFID, einer global agierenden UHF-Allianz von AIM Inc. sowie den Schnittstellen-Themen wie z.B.: Security, Interoperabilität und AutoID in heterogenen Technologieumgebungen (z.B. Sensor-Netzwerke, LoRa etc.).

Die Erwartung einer zukünftig „verstärkten Nachfrage“ für einzelne Technologie-Bereiche – eine neue Frage im aktuellen Trendbarometer – stellt sich wie folgt dar:

  • Optische Identifikation: 19,05%
  • Kennzeichnung: 33,33%
  • RFID: 64,29
  • NFC: 38,10%
  • RTLS: 14,29%
  • Sensorik: 38,10%
  • Bluetooth: 11,90%
  • Vision Systems: 26,19%

All diese AutoID-Technologien ermöglichen im Einzelnen oder in ihrer Kombination sowie in der Kombination mit angrenzenden Technologiefeldern (z.B. LoRa): Kennzeichnung & Identifikation, Tracking & Tracing, Anti-Counterfeiting, Secure Objects, Bestandsmanagement, Kommissionierung, Mobile Payment, Ticketing, eCRM, Echtzeitortung, Condition Monitoring, Predictive Maintenance, Smart Metering, Cyber Physical Systems und vieles mehr – also: Automatisierung, autonome Prozesse, die Digital Supply Chain und Smart Factory; kurz: die Digitale Transformation der Wertschöpfung.

„Industrie 4.0, das Internet der Dinge (IoT / IIoT) und die Digitalisierung der Wertschöpfung insgesamt“, so das Resümee von Altes, „sind das Tagesgeschäft der AIM-Community, die sich mit aller Kraft in diese Prozesse einbringt. Die AutoID-Technologien verstehen sich völlig zu Recht als Enabling Technologies für Automatisierung und die Gestaltung autonomer Prozesse in Produktion und Logistik. Und diese Entwicklung wird nicht zuletzt die AutoID-Märkte sicherlich noch lange beschäftigen.“

Maßgeblich kommt es dabei jedoch drauf an, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Arbeitsmarktsituation, die Marktakzeptanz der AutoID-Technologien im Besonderen, technologischer Fortschritt im Allgemeinen und – ganz wichtig für die AutoID-Branche – die weltweite Standardisierung entwickeln.

… und völlig offen ist natürlich die Frage, wie sich die Welt mit Corona entwickeln und wie sie nach der Corona-Krise aussehen wird …

* Abkürzungen: RFID: Radiofrequenz-Identifikation; NFC: Near Field Communication; RTLS: Real-Time Locating Systems; ORM: Optical Readable Media (Barcode, 2D Code, OCR u.a.); QR: Quick Response Code; OCR: Optical Code Recognition.

Über den AIM-D e.V.

AIM-D e.V. (kurz: AIM) mit Sitz in Lampertheim (Süd-Hessen) ist der führende Industrieverband für Automatische Datenerfassung, Identifikation (AutoID) und Mobile IT-Systeme. Der Verband fördert den Einsatz und die Standardisierung von AutoID-Technologien und -Verfahren. Technologien wie RFID, NFC, Barcode, zweidimensionale Codes, industrielle Sensorik und RTLS (Real-Time Locating Systems) werden gleichermaßen gefördert. AIM repräsentiert rund 120 Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. AIM-Mitglieder sind Unternehmen aller Größenordnungen, die AutoID-Technologien und Produkte, Systeme und Dienstleistungen anbieten. Dazu gehören auch eine Reihe von Universitäts- und Forschungsinstituten sowie andere Verbände. Unter dem Dach von AIM Global und AIM Europe unterstützt AIM die globale Wettbewerbsfähigkeit seiner Mitglieder.

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