Die GEW Hamburg hat vor kurzem eine Umfrage unter den an Schulen Beschäftigten gestartet, um herauszufinden, was die drängendsten Probleme aktuell sind, aber auch dazu, was wir als GEW bereits gut machen und noch machen sollten. Da wir annehmen, dass die Arbeitsbelastung der Beschäftigten in Zeiten von Corona eher zunimmt, haben wir u.a. danach gefragt, ob und wenn ja wie viel zusätzliche Arbeitszeit aktuell benötigt wird.

Die Antworten auf die Frage, ob und wie viel zusätzliche Arbeitszeit aktuell benötigt wird, sind recht deutlich: Etwas mehr als ein Drittel beziffert den Mehraufwand aktuell mit „mehr als einer Stunde täglich“, ein Sechstel mit „bis zu einer Stunde täglich“, ein Zehntel mit „mehr als eine Stunde wöchentlich“, weitere Teilnehmende auf „bis zu eine Stunde wöchentlich“. Genau ein Viertel gibt an, keine zusätzliche Arbeitszeit zu benötigen. Drei Viertel der Lehrkräfte, so das Ergebnis, benötigen somit aktuell mehr Arbeitszeit, als vertraglich vorgesehen ist.

„Unsere Untersuchung widerlegt klar die Auffassung der Schulbehörde, dass keine zusätzliche Arbeit anfalle bzw. durch ‚ausfallende Klassenreisen‘ abgegolten wäre. Sie zeigt zudem, dass das Vorgehen einiger Schulleitungen Minusstunden zu notieren nicht der Realität entspricht. Wir erwarten von der Behörde Vorschläge zur Entlastung der an Schulen Beschäftigten sowie weitere Entlastungmaßnahmen, wenn sich diese Überlast auch in das nächste Schuljahr zieht. Die nun gestartete Umfrage der Schulbehörde wird sich an den validen und signifikanten Ergebnissen dieser Umfrage messen lassen müssen“, kommentiert Anja Bensinger-Stolze, Vorsitzende GEW Hamburg.

Die Gesamtauswertung der Umfrage findet sich unter https://www.gew-hamburg.de/themen/schule/hohe-belastung-und-entgrenzung-der-arbeitszeit-von-lehrenden-oeffentlich-machen

Hintergrundinfo

Von den gut 6000 an Schulen beschäftigten GEW-Mitgliedern, was ca. ein Drittel aller dort Beschäftigten ist, haben exakt 1200 an der Umfrage teilgenommen, was einem Rücklauf von 20% entspricht. Das ist eine sehr gute Quote, die zeigt, dass das Instrument der Online-Mitgliederbefragung angenommen und genutzt wird. Die anteilig größte Rückmeldegruppe waren mit einem guten Drittel der Rückmeldungen insgesamt die Beschäftigten an den Stadtteilschulen (insg. 463), gefolgt von unseren Kolleg*innen an den Grundschulen (353), Gymnasien (168), Beruflichen Schulen (121), speziellen Sonderschulen (60) und aus den ReBBZ (36). 26 Teilnehmende kamen aus anderen Bereichen wie Abendschulen, dem Studienkolleg, aber auch dem LI und der Behörde.

Bei den Antworten zeigt sich, dass schulische Bildung unter Corona-Bedingungen eine Fülle von Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen hervorruft: Neben einem Querschnittsthema – der Neu-Organisation pädagogischer Arbeit (Präsens- und Online) sind es drei Themenkomplexe, die die Kolleg*innen intensiv beschäftigten: Erstens das Thema Hygiene / Gesundheitsschutz, zweitens das Thema Digitalisierung. Bei beiden Themen geht es einerseits um die Ausstattung, andererseits um eine subjektive Unsicherheit. Das dritte Thema umfasst die pädagogische Perspektive, hier insbesondere auf benachteiligte Schüler*innen. Der Effekt dieser Neu-Organisation pädagogischer Arbeit ist eine auch empirisch nachweisbare Entgrenzung der Arbeit. Ein weiteres Thema ist die fehlende Wertschätzung und Möglichkeit der Mitbestimmung der Lehrkräfte bei den aktuell vorgenommenen Maßnahmen.

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