Unmittelbare und tatsächliche Effekte des Reisens in Pandemie-Zeiten hat der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern in einer Blitzumfrage während der Sommerferien ermittelt, an der sich rund 500 Unternehmen – darunter Hotels, Anbieter von Ferienwohnungen und Campingplätze – beteiligt haben. Im Kern lässt sich sagen, dass die Nachfrage zwar wie im Sommer üblich generell hoch ist und dass der Anteil von Menschen, die erstmals in die Regionen zwischen Ostsee und Seenplatte reisen, höher liegt. Zugleich wird jedoch von einer insgesamt leicht geringeren Zahl von Reisenden ausgegangen, aufgrund unter anderem coronabedingt teils begrenzter Kapazitäten sowie der Zurückhaltung einiger Gästegruppen beim Reisen. Im Gesamtbild der Städte, Strände oder Promenaden in Mecklenburg-Vorpommern fehlen in diesem Sommer zudem die Tagestouristen, was zwar das Einhalten der Abstandsregeln vereinfacht, aber die Umsätze in Bereichen wie dem Einzelhandel oder der Gastronomie schmälert.

„Zwar ist das Interesse an Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern erfreulicherweise hoch, aber wir sprechen anders als bisweilen vermittelt nicht von einem Gästeansturm. Dies bedeutet, dass es trotz häufig sehr guter Buchungslage auch während der laufenden Sommerferien noch möglich ist, Quartier zu nehmen, wenn auch nicht immer in der so genannten ersten Reihe“, sagte die Präsidentin des Landestourismusverbandes, Birgit Hesse. Sie wies darauf hin, dass viele Beherbergungsbetriebe durch die einzuhaltenden Schutzstandards noch nicht die Gesamtzahl an Betten anbieten. Zum anderen fehlen aufgrund der nötigen Vorabbuchungen bzw. -reservierungen spontan anreisende Gäste. Auch das Busreisegeschäft konnte bislang nicht wieder zum Laufen gebracht werden. Zudem vermochte das bis Mitte Juli vergleichsweise kühle und regnerische Wetter keine Buchungsimpulse zu setzen, sondern führte im Gegenteil sogar zu einigen Stornierungen. „Kurzum: Wir sind sehr froh, dass die Saison bislang so gut und im Hinblick auf Corona so sicher läuft und dass Mecklenburg-Vorpommern seinen Status als attraktives Reiseland hält. Und wer jetzt noch für die Ferien oder den Spätsommer buchen möchte, der kann dies tun – durchaus auch an der Ostsee, aber insbesondere in den ebenso schönen Binnenregionen.“

In Zahlen ausgedrückt, stellen sich die Umfrageergebnisse wie folgt dar: Aktuell rechnen die Teilnehmer für Juli mit einer Bettenauslastung von durchschnittlich 86 Prozent, für August von durchschnittlich 81 Prozent und für September von durchschnittlich 67 Prozent. Insgesamt verzeichnen immerhin knapp 40 Prozent der Befragten eine höhere Nachfrage, bei 39 bewegt sich diese auf Vorjahresniveau und bei etwa jedem fünften Unternehmen ist sie niedriger als 2019, was auch damit zusammenhängen dürfte, dass die Gesamtzahl deutscher Sommerurlauber in diesem Jahr unter den Zahlen der Jahre vor Corona liegt. Etwa ein Viertel der Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern musste in der ersten Juli-Hälfte mit wetterbedingten Stornierungen leben.

Wirtschaftliche Lage entspannt sich etwas, bleibt aber herausfordernd

Die wirtschaftliche Lage in der Branche entspannt sich über die Sommermonate, bleibt aber in Teilen nach wie vor schwierig. Speziell für den Herbst und den Winter rechnen viele Unternehmen mit teils erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Zwar ist der Anteil der touristischen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern, die staatliche Hilfe benötigen, im Juli 2020 kleiner als in den Monaten zuvor. Waren dies im März noch 80 Prozent und im Juni rund 40 Prozent, sind es derzeit 26 Prozent. Knapp die Hälfte der Befragten schätzt die Lage zwischenzeitlich als sicher ein; 38 Prozent verhalten sich neutral; 14 Prozent der Unternehmen sind nach eigener Aussage jedoch weiter gefährdet beziehungsweise akut gefährdet. Ohne staatliche Hilfen müssten vier Prozent der Unternehmen den Betrieb sofort einstellen, rund 20 Prozent können ihr Unternehmen ohne zusätzliche Unterstützung lediglich bis Ende September, 50 Prozent höchstens bis Ende des Jahres durch die Krise führen. Auch aktuell befinden sich der Umfrage zufolge noch elf Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Mehr als jeder zweite Gast ist Neukunde

Aufgrund der derzeitigen Unsicherheiten vor allem im internationalen Reisegeschäft ist Mecklenburg-Vorpommern bei einer Reihe von Gästen neu auf dem Urlaubsradar erschienen. Der Anteil der Neukunden lag in den Unternehmen laut Umfrage bei 57 Prozent. Das sind etwa sieben Prozent mehr als bisher. Einordnend zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass es sich hierbei um neue Gäste für die jeweiligen Betriebe handelt, dass die Zahl aber nicht gleichzusetzen ist mit dem Anteil erstmals nach Mecklenburg-Vorpommern reisender Menschen. Der Anteil von Neukunden für das gesamte Bundesland lag im Schnitt der letzten Jahre bei etwa zehn Prozent und ist in diesem Jahr mutmaßlich ebenfalls etwas höher. Diesen Anteil für 2020 genauer zu beziffern, ist aktuell noch nicht möglich.

Moderate Preisentwicklung und Corona-Aufschlag

Die Preise für Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern sind in der Sommersaison im Zeichen von Corona moderat gestiegen. Sie liegen den Angaben der Umfrageteilnehmer zufolge für den Juli, August und September um rund elf bis zwölf Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Zu sprunghaft angestiegenen Preisen ist es entgegen einiger Vermutungen in diesem Sommer nicht gekommen.

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