Den Titel „Bahnhof des Jahres“ vergibt das gemeinnützige Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene in diesem Jahr an den bayerischen Wallfahrtsort Altötting. „Der Bahnhof Altötting zeigt beispielhaft, welch guten Service Bahnhöfe auch im ländlichen Raum ihren Besuchern und Besucherinnen bieten können“, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, am Freitag in Berlin. „Besonders das Angebot für Radfahrer ist ein Vorbild für alle Bahnhöfe in Deutschland und für einen Bahnhof dieser Größenordnung bundesweit fast einzigartig“, so Flege. „So stellen wir uns einen Bahnhof im ländlichen Raum vor.“

DB-Vorstand Pofalla: Gelungenes Beispiel für Kombination Zug und Fahrrad

Auch Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn, gratuliert den Siegern. „Vernetzt und nachhaltig unterwegs sein – das können Reisende am Bahnhof Altötting. Er ist nicht nur einladendes Tor zur Pilgerstadt, sondern auch ein gelungenes Beispiel, wie sich die umweltfreundlichen Verkehrsmittel Zug und Fahrrad kombinieren lassen. Wir freuen uns über die Auszeichnung Altöttings zum Bahnhof des Jahres und sehen uns bestärkt auf unserem Weg, mit fahrradfreundlichen Bahnhöfen die Verkehrswende weiter voranzutreiben“, so DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla.

Rottenbacher haben sich mit dem Bahnhof ihren Ortsmittelpunkt erhalten

Ein Sonderpreis im Wettbewerb Bahnhof des Jahres geht nach Rottenbach in Thüringen. Dort haben sich die Bürger und Bürgerinnen für den Erhalt und Sanierung ihres Bahnhofes eingesetzt und mit einem „BahnHofladen“ eine neue Funktion in das historische Gebäude gebracht. Damit haben sie eine Anlaufstelle im Zentrum ihres Ortes geschaffen, die Anwohnern und Reisenden gleichermaßen zugutekommt. Dieser Bahnhof ist laut Jury „viel mehr als ein Umsteigepunkt. Dieser schöne Bahnhof ist ein toller Ortsmittelpunkt.“

Gute Schiene geht auch außerhalb der Großstädte

Ganz bewusst habe die Jury in dem von der Allianz pro Schiene organisierten Wettbewerb Bahnhof des Jahres diesmal zwei Bahnhöfe im ländlichen Raum ausgezeichnet, sagte Flege. „Wir wollen zeigen, welch wichtigen Beitrag moderne und gut ausgestattete Bahnhöfe auch abseits der Großstädte zu einem funktionierenden gesellschaftlichen Leben leisten“, sagte Schienenallianz-Geschäftsführer Dirk Flege. „Altötting und Rottenbach stehen dafür, dass gut gemachte Bahnhöfe auch im ländlichen Raum ihre Kunden begeistern und mit einer hohen Aufenthaltsqualität das Zugfahren bereichern können. Die Schiene muss zurück in die Fläche. Mit solch exzellenten Angeboten für die Reisenden wie an diesen Bahnhöfen wird dies gelingen.“

Rad und Schiene passen in Altötting perfekt zusammen

Für Radler bietet der Bundessieger Altötting eine ganze Reihe wichtiger Dienstleistungen. In dem bayerischen Ort können Radler sich am Bahnhof sogar in einer eigens eingerichteten Umkleidekabine frisch machen und umziehen. Die Abstellplätze, von denen vielen überdacht sind, erlauben ein bequemes und sicheres Parken der Räder. Wer mit einem E-Bike unterwegs ist, kann an den Ladestationen die Akkus auffüllen. Eine Werkbank mit Werkzeugen erlaubt bei Bedarf eine schnelle Reparatur – und das regengeschützt im Gebäude.

Tradition und Moderne bilden eine gelungene Kombination  

Die Jury beeindruckte in Altötting zudem die gelungene Kombination aus Tradition mit einem historischen Gebäude und Moderne mit zeitgemäßen Mobilitätsangeboten. Dazu gehören ein attraktives Bistro mit frischen Produkten, ein überdachter Fahrkartenautomat und die Verknüpfung mit Buslinien, Car-Sharing oder Park and Ride. Zur „Wohlfühlatmosphäre“ trägt laut Jury das unter Denkmalschutz stehende Empfangsgebäude bei, das 1896 zur Eröffnung des Bahnhofes errichtet wurde. Weiter heißt es in der Jurybegründung: „Die Stadt Altötting ist seit 2005 Eigentümerin und hat seitdem die Anlagen behutsam und mit Rücksicht auf den Denkmalschutz saniert. Die großzügige, offene Wartehalle, einst für die vielen Wallfahrer gebaut und noch heute Pilger- oder Bethalle genannt, lädt mit den verglasten Öffnungen heute wieder zum Verweilen ein. Eine Besonderheit stellt der sogenannte Pilgerbahnsteig dar, der mit einer Länge von 220 Metern für Pilgersonderzüge zur Verfügung steht.“

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