Das Eschentriebsterben und die dadurch notwendige Baumfällmaßnahme im letzten Jahr waren eine bittere Pille für den Baumbestand des Tierparks. Insgesamt waren 72 der rund 2300 Bäume Hellabrunns betroffen, welche nach Beendigung der Vogelschutzzeit und fachkundiger Begutachtung aus Sicherheitsgründen gefällt werden mussten. Zwischenzeitlich wurden bereits 35 Bäume, darunter Ahorn, Hainbuche, Flatterulme und Erlen, nachgepflanzt. Besonders sehenswert sind allerdings die Recycling-Erzeugnisse, welche durch die Hellabrunner Gärtnerei erstellt wurden.

„So etwas kann man mit Geld nicht kaufen und zum Nachahmen braucht man das entsprechende künstlerische Talent unseres Kollegen Martin Müller aus dem Team der Tierpark-Gärtnerei. Der versierte Landschaftsgärtner hat aus den Totholzstämmen der gefällten Eschen mittels Motorsäge, Axt und Schleifmaschine zahlreiche Sitzmöbel für den Außenbereich des Tierparks geschaffen, die ihresgleichen suchen.“, freut sich Andreas Bloch, leitender Gärtnermeister in Hellabrunn.

Angefangen bei der wuchtigen „Spielplatzcouch“, zwischen Hauptrestaurant und Mühlendorf, von der die Besucher – wenn der Tierpark hoffentlich bald wieder geöffnet hat – bei einer Pause ihren Nachwuchs beim Schaukeln und Rutschen beobachten und nebenbei versuchen können, die seitlich sichtbaren Jahresringe des gefällten Baumes zu zählen. Ganz bequem ausgestattet mit hoher Rücken- und geradezu ergonomischer Armlehne.

Eine weitere sehenswerte Ausführung des naturnahen Mobiliars lässt sich unter anderem auch vis-à-vis der Abruzzengams- und Murmeltieranlage bewundern und besetzen. Auf dieser etwas bizarrer anmutenden Eschenbank muss der Besucher zwar ohne Rückenlehne auskommen, kann aber dafür auch den Blick auf die Damhirsche genießen. Knorrige Zwischenelemente sorgen für ein bisschen Privatsphäre.

Besondere Hingucker für den ‚royalen Moment‘ in Hellabrunn sind die vier neuen Holz-Throne am Pavianweg, welcher beim ersten Lockdown im Frühjahr neugestaltet und zugleich barrierefrei für Rollstuhlfahrer und Kinderwägen wurde. Dieses Ensemble lädt unübersehbar zu einer kurzen Rast ein, bei der man – je nachdem wie man sich dreht – die Paviane auf ihrer Felsenanlage aber auch die Mhorrgazellen in ihrem weitläufigen Refugium beobachten kann.

Die Weiterverwertung des Eschenholzes soll aber nicht ausschließlich für Besuchermobiliar, sondern auch für die heimische Biodiversität von Nutzen sein. „Als Nist- und Überwinterungsbehausung für Wildbienen werden wir zudem mehrere ‚Klotzbeuten‘ aus Eschenstämmen fertigen und an verschiedenen Stellen im Tierpark aufstellen. Der Stamm wird auf einer Länge von ca. 60 cm entkernt und eine Seite der vorab entfernten Rinde dient als abnehmbarer Deckel, der wiederum mit Fluglöchern für heimatsuchende Bienen versehen wird.“ erklärt Andreas Bloch weiter.

Der Tierpark Hellabrunn ist auf behördliche Anordnung im Rahmen der beschlossenen Pandemie-Maßnahmen noch voraussichtlich bis zum 30.11.2020 für Besucher geschlossen.

Hellabrunn-Fans werden gebeten, sich bei weiteren Fragen auf der Internetseite www.hellabrunn.de/corona zu informieren.

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