Statement des Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Oliver Hermes zur aktuellen Entwicklung der deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen anlässlich des Besuchs des polnischen Vize-Premier- und Wirtschaftsministers Jaroslaw Gowin heute in Berlin:

„Polen hat auch im Corona-Jahr 2020 seinen Ruf als einer der dynamischsten deutschen Auslandsmärkte untermauert: Zwischen Januar und November 2020 lag der bilaterale Handel mit 112 Milliarden Euro weniger als zwei Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres, trotz zwischenzeitlich starker Einbrüche durch die Corona-Maßnahmen im zweiten Quartal. Die Einfuhren aus Polen sanken in den ersten elf Monaten nur um 0,6 Prozent auf 53 Milliarden Euro, während der deutsche Export um drei Prozent auf 59 Milliarden Euro zurückging. Polen hat sich damit vor Italien auf Platz fünf der wichtigsten deutschen Handelspartner vorgeschoben.

Besonders stark war der November: Die deutschen Ausfuhren ins östliche Nachbarland stiegen gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent, die Einfuhren aus Polen sogar um 12,6 Prozent. Damit überholte Polen erneut die USA und kletterte im Monat November auf Platz drei unter den deutschen Importländern. ‚Made in Poland‘ ist in Deutschland demnach gefragter denn je. Zu diesem Erfolg tragen auch die vielen deutschen Investitionen in Produktionsstandorte im Nachbarland bei, die längst fester Bestandteil der Wertschöpfungsketten der deutschen Industrie sind.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der zwischenzeitlichen Grenzschließungen ist diese Entwicklung mehr als erfreulich. Deutschland und Polen sind gemeinsam ein Powerhouse für den EU-Binnenmarkt. Diese Position sollte weiter ausgebaut und darf nicht durch neue, coronabedingte Störungen der Lieferketten beeinträchtigt werden. Ein reibungsloser Grenzverkehr ist essenziell für die wirtschaftliche Entwicklung beider Volkswirtschaften und die weitere Erholung.

Eine sehr gute Gelegenheit zum weiteren Ausbau der Beziehungen ist der heutige (21.1.) Besuch des polnischen Vize-Premier- und Wirtschaftsministers Jarosław Gowin in Berlin. Gowin trifft sich dabei am Mittag im Haus der Deutschen Wirtschaft unter anderem mit Vertretern des Ost-Ausschusses. Insbesondere im Bereich der Industrie 4.0, also der Implementierung von digitalen Lösungen in die Industrieproduktion, könnten Deutschland und Polen gemeinsam eine Führungsrolle in Europa übernehmen. Zahlreiche innovative Produkte deutscher Firmen werden bereits in Polen entwickelt. Wir hoffen, dass der Besuch auch zu einer weiteren Verbesserung des politischen Klimas zwischen beiden Ländern beiträgt. Bereits bei den jüngsten Verhandlungen über den EU-Haushalt hat Jarosław Gowin eine konstruktive Rolle gespielt und zur Einigung beigetragen.

Nicht nur die Wirtschaftsbeziehungen mit Polen sondern auch die wirtschaftlichen Verflechtung mit den anderen Visegrad-Staaten Tschechien, Ungarn und der Slowakei sind eine wichtige Säule für den deutschen Außenhandel und damit für die deutsche Wirtschaft insgesamt. Zusammen entfallen auf diese vier Märkte inzwischen fast 13 Prozent des deutschen Außenhandels. Dies ist deutlich mehr als mit China oder den USA.“

Eine polnische Übersetzung des Statements finden Sie hier.

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Der "Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. (gegründet 1952) fördert die deutsche Wirtschaft in den 29 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, des Südkaukasus und Zentralasiens. Der deutsche Osthandel steht insgesamt für rund ein Fünftel des gesamten deutschen Außenhandels und ist damit bedeutender als der Handel mit den USA und China zusammen. Der Ost-Ausschuss hat rund 350 Mitgliedsunternehmen und -verbände und wird von sechs Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft – BDI, BGA, Bankenverband, DIHK, GDV und ZDH – getragen.

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