Das breit diversifizierte Geschäftsmodell der Graubündner Kantonalbank (GKB) ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Auch im Pandemie-Jahr 2020 hat es sich bewährt. Das Anlagegeschäft lieferte starke Erträge, auch wenn diese nicht ganz an das Rekordjahr 2019 anknüpfen können. Zudem hat sich einmal mehr gezeigt, wie wichtig der Fokus auf eine umfassende und kompetente Kundenberatung und eine starke Präsenz in den Regionen sind.

Die Kennzahlen:

–     Konzerngewinn: CHF 180.9 Mio. / –2.5%

–     Geschäftserfolg: CHF 188.2 Mio. / –6.8%

–     Neugeldzufluss: CHF 1.39 Mia. (Vorjahr: CHF 0.2 Mia.)

–     Geschäftsvolumen: CHF 58.9 Mia. / +4.6%

–     Reingewinn vor Reserven exkl. Minderheiten: CHF 177.5 Mio. / –5.0%

–     Hypothekarwachstum: CHF +552.4 Mio. / +3.2%

–     Cost/Income-Ratio I: 48.7%; Cost/Income-Ratio II (inkl. Abschreibungen): 52.2%

Im Zuge der kontinuierlichen Strategieüberprüfung wurden die strategischen Stossrichtungen neu justiert und vorangetrieben. Bankpräsident Peter Fanconi: «Damit sichern wir Wachstum, überdurchschnittliche Produktivität und attraktive Rentabilität für die kommenden Jahre.» Die Umsetzung der Strategie ist bereits weit fortgeschritten. Es stehen diverse Projekte und Produkte kurz vor der Lancierung. «Diese werden uns mittelfristig in den strategischen Initiativen weiterbringen und unsere Positionierung weiter stärken», so Fanconi.

Für Daniel Fust war es das erste volle Geschäftsjahr als CEO. «Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Was uns besonders freut, ist die Leistungsfähigkeit der Bank im letzten Jahr. Wir haben eine effiziente Abwicklung der COVID-19-Kredite sichergestellt. Wir waren in oft schwierigen Situationen nahe bei unseren Kundinnen und Kunden und haben zusammen Lösungen erarbeitet. Zudem haben wir den Wirtschafts- und Lebensraum Graubünden vielfältig unterstützt und gezeigt, dass wir mit unserem Heimatkanton eng verbunden sind.»

Zinserfolg

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft (CHF 258.9 Mio.) erhöhte sich um +2.9%. Die von der Schweizerischen Nationalbank überarbeitete Berechnungsmethodik des Freibetrags für Banken wirkte dem Trend sinkender Zinserträge im Berichtsjahr entgegen. Die Auflösung von nicht mehr benötigten Wertberichtigungen leistete einen Ergebnisbeitrag von CHF 3.6 Mio.

Kommissionsgeschäft generiert 31.8 Prozent der Erträge

Beim Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft resultierte im 2019 aufgrund der sehr guten Börsenentwicklung ein Rekordbeitrag durch performanceabhängige Gebühren. Dank einer Steigerung der volumen- und transaktionsabhängigen Gebühren konnte der Ertragsrückgang 2020 (–4.4%) auf CHF 128.3 Mio. in Grenzen gehalten werden. Unter Einbezug der strategischen Beteiligungen an der Albin Kistler AG und der Privatbank Bellerive AG konnte das strategische Ziel, 30 Prozent des Ertrages im Kommissionsgeschäft zu generieren, mit 31.8 Prozent erneut übertroffen werden.

Übriger Erfolg: Performance der Aktienmärkte beeinflusst

Im Jahr 2019 profitierte die Bank von überdurchschnittlich stark steigenden Aktienkursen. Die Messlatte für das Berichtsjahr lag damit sehr hoch. Deshalb resultiert im Vorjahresvergleich ein Rückgang beim übrigen ordentlichen Erfolg von CHF –8.7 Mio.

Geschäftsaufwand: Cost-/Income-Ratio I von 48.7%

Der Geschäftsaufwand inklusive Abgeltung Staatsgarantie erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um +4.2%. Die Digitalisierungsoffensive, das Jubiläumsprojekt „#gkb2020“ sowie die Rekrutierung von Fachspezialisten sind unter anderem für die Kostenzunahme verantwortlich. Die Cost-/Income-Ratio II erhöhte sich auf 52.2% (Vorjahr: 49.6%). Die Cost-/Income-Ratio I von 48.7% zeigt, dass die GKB weiterhin zu den produktivsten Banken gehört.

Geschäftserfolg: Operativer Konzernerfolg im Jahresvergleich gesunken

Der Geschäftserfolg als Massstab des operativen Erfolges liegt mit CHF 188.2 Mio. um –6.8% unter dem Vorjahreswert (CHF 201.8 Mio.). Das operative Geschäft litt im Jahresvergleich primär unter der schlechteren Performance der Aktienmärkte, welche sich sowohl über die performanceabhängigen Gebühren im Kommissionsgeschäft als auch bei den Bewertungskorrekturen der Finanzanlagen bemerkbar machte.

Konzerngewinn: CHF 180.9 Mio. / –2.5 Prozent

Der ausgewiesene Konzerngewinn kann mit CHF 180.9 Mio. gegenüber dem Vorjahr knapp gehalten werden. Der Konzerngewinn vor Reservebildung exkl. Minderheiten konnte erwartungsgemäss mit CHF 177.5 Mio. (CHF –9.4 Mio.) das Vorjahresniveau nicht erreichen. Das Ergebnis entspricht einem Gewinn je Partizipationsschein von CHF 71.21 (Vorjahr: CHF 74.98).

Kundenausleihungen: Wachstum Kundenausleihungen von +3.2 Prozent

Nach einer tieferen Wachstumsrate von +1.9% im Vorjahr erholte sich das Wachstum der Kundenausleihungen mit CHF +647.5 Mio. (+3.2%). Das Wachstum wurde wiederum durch erstklassige ausserkantonale Hypotheken und Konsortialkredite / Schuldscheindarlehen getragen. Die finanzierbaren Kreditbedürfnisse in Graubünden haben sich dagegen deutlich reduziert. Am Jahresende wies die GKB einen Bestand an ausbezahlten COVID-19-Krediten (Bund/Kanton) von CHF 161.7 Mio. aus.

Kundenvermögen: Steigerung auf CHF 38.1 Mia.

Das Kundenvermögen von CHF 38.1 Mia. (+5.4% / CHF +2.0 Mia.) wurde mehrheitlich durch Neugeldzuflüsse von CHF +1.39 Mia. (Vorjahr: CHF +184.3 Mio.) positiv beeinflusst. Der ausserordentliche Zufluss erfolgte primär in Form von Kundengeldern als direkte Folge der erhöhten Sparquote (Corona-Pandemie). Erfreulich ist zu werten, dass der überwiegende Teil der Akquisitionen beim Anlagevolumen in Form von Mandaten gewonnen werden konnte.

Eigenkapitalausstattung: Kernkapitalquote bleibt über 20 Prozent

Mit dem Jahresabschluss bleibt das Eigenkapital nahezu unverändert bei CHF 2.8 Mia. Darin berücksichtigt ist eine Umbuchung von Reserven für allgemeine Bankrisiken in Wertberichtigungen für inhärente Ausfallrisiken. Die CET-1-Ratio des Konzerns liegt mit 20.4% (Vorjahr: 20.9%) leicht über der Mitte des strategischen Zielbandes von 17.5 bis 22.5% und damit deutlich über der aufsichtsrechtlichen Vorgabe von 12%. Die strategisch angestrebte Krisenresistenz der Bank widerspiegelt sich in den grosszügig bemessenen Stossdämpfern.

Ausschüttung: Unveränderte Dividende von CHF 40.00

Das gute Ergebnis ermöglicht der Bank, die Dividende bei CHF 40.00 zu belassen. Insgesamt werden über die Dividende CHF 100 Mio. an den Kanton Graubünden und die Partizipanten ausgeschüttet. Der Kanton Graubünden erhält inklusive Abgeltung der Staatsgarantie CHF 87.3 Mio. Dem Beitragsfonds für nichtkommerzielle Projekte aus den Bereichen Kultur, Gemeinnütziges, Sport, Wirtschaft und Tourismus sowie Gesellschaftliches fliessen CHF 3.7 Mio. zu.

Ausblick 2021

Die Bank erwartet auch im laufenden Jahr ein gutes Ergebnis. Der Konzerngewinn dürfte sich unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Umfeldes im Rahmen des Berichtsjahres bewegen. Entwickeln sich die Aktienmärkte im historischen Durchschnitt, wird ein Gewinn je Anteilsschein von zirka CHF 70.00 erwartet.

Über Graubündner Kantonalbank

Die Graubündner Kantonalbank bietet alles, was eine moderne Universalbank ausmacht – für Privatpersonen, die Wirtschaft und die öffentliche Hand. Die Bank beschäftigt 1‘015 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 31.12.2020). Das Unternehmen ist im grossen, weit verzweigten und mehrsprachigen Kanton an 49 Standorten vertreten, Hauptsitz ist Chur. Die Graubündner Kantonalbank ist an der Privatbank Bellerive AG in Zürich und an der Albin Kistler AG in Zürich beteiligt. Im Jahresergebnis weist sie mit einer Bilanzsumme von CHF 31.4 Milliarden einen Konzerngewinn von CHF 180.9 Millionen aus. Der Partizipationsschein GKB ist seit dem 10. September 1985 börsenkotiert.

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