Am kommenden Montag, den 15. März, jährt sich der Krieg in Syrien zum zehnten Mal. CARE und 9 weitere internationale Hilfsorganisationen warnen vor dem zunehmenden Leid sowie den irreversiblen Schäden für die Zivilbevölkerung in Syrien, deren Lebensbedingungen schlechter sind als je zuvor. Außerdem weisen die Organisationen darauf hin, dass der Bedarf an humanitärer Hilfe weiterhin stetig wächst, es aber dennoch an ernsthaften Bestrebungen für politische Lösungen mangelt, um den Krieg im Land endlich zu beenden. Die Hilfsorganisationen fordern, dass auf der von der EU veranstalteten Ministerkonferenz am 29. und 30. März in Brüssel ein Zeichen gesetzt wird, dass die Welt Syrien nicht vergessen hat.

Die verheerende humanitäre Bilanz nach zehn Jahren Krieg: In Syrien leben über 80 Prozent der Menschen in Armut, die Ernährungsunsicherheit ist auf einem Rekordhoch und über 12,4 Millionen Menschen leiden unter Nahrungsunsicherheit. Fehlender Zugang zu sauberem Wasser ist für mehr als zwölf Millionen Syrerinnen und Syrer eine tägliche Herausforderung. Rund 2,4 Millionen Kinder gehen aktuell nicht zur Schule. Die globale Pandemie hat das menschliche Leid weiter verschlimmert, denn COVID-19 erhöht sowohl die Armut als auch das Risiko sexualisierter Gewalt.

Wichtige Infrastruktur wie Krankenhäuser, Schulen, Märkte, Häuser und Straßen wurden während des Kriegs beschädigt oder zerstört. Weil der Wert des syrischen Pfunds aufgrund der Wirtschaftskrise weiter sinkt, Arbeitslosigkeit weit verbreitet ist und Kraftstoffknappheit zunimmt, ist Syrien mit einer steigenden Inflation konfrontiert. Grundnahrungsmittel sind für viele nicht mehr erschwinglich. Familien reduzieren die Anzahl der Mahlzeiten oder tauschen Nahrungsmittel gegen lebenswichtige Medikamente ein.

Schlimmste Vertreibungen seit dem Zweiten Weltkrieg
Die Vertreibung der syrischen Bevölkerung ist die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg: 5,6 Millionen Syrerinnen und Syrer flohen in Nachbarländer. 6,2 Millionen Menschen mussten innerhalb Syriens vor Gewalt und Angriffen flüchten und alles zurücklassen.

Die Hilfsorganisationen fordern die internationale Gemeinschaft dazu auf, ihre Hilfe für die Menschen in Syrien und den Nachbarländern deutlich zu verstärken und ihre Verantwortung gegenüber der Zivilbevölkerung wahrzunehmen. Der grenzüberschreitende Zugang zu Syrien muss verbessert, der humanitäre Zugang innerhalb des Landes ausgeweitet und in langfristige Entwicklungen investiert werden. Wir fordern von den Regierungen mit Einfluss auf die Kriegsparteien, diesen zu nutzen, um ein Ende dieses brutalen Konflikts zu erreichen und weitere Millionen Menschen in Syrien vor Gewalt zu bewahren. Syrerinnen und Syrer haben ein menschenwürdiges Leben verdient, in dem Einkommensmöglichkeiten, wiederaufgebaute Häuser, funktionierende öffentliche Infrastruktur, sauberes Wasser, Gesundheitsversorgung und Hoffnung für die Zukunft vorhanden und für alle zugänglich sind – andernfalls werden die Auswirkungen des seit zehn Jahren andauernden Kriegs irreversibel sein.  

Alle unterzeichnenden Organisationen sowie der zugehörige Medienkontakt:

Ärzte der Welt – Stephanie Kirchner, stephanie.kirchner@aerztederwelt.org, 0159 – 04 06 21 04

Aktion gegen den Hunger – Vassilios Saroglou, vsaroglou@aktiongegendenhunger.de, 030 – 279 099 776

CARE Deutschland – Stefan Brand, Brand@care.de, 0170 – 7448600

Diakonie Katastrophenhilfe – Thomas Beckmann, Thomas.beckmann@diakonie-katastrophenhilfe.de, 0174 – 18 10 175

Handicap International e.V. – Huberta von Roedern; h.vonroedern@hi.org, 0151 – 73023206

humedica international aid – Sebastian Zausch, s.zausch@humedica.org, 0151 – 71827983

International Rescue Committee – Cathrine Schweikardt, cathrine.schweikardt@rescue.org, 0176 – 34571264

Save The Children – Susanne Sawadogo, Susanne.sawadogo@savethechildren.de, 030 – 275 959 79120

Terre des Hommes – Wolf-Christian Ramm, c.ramm@tdh.de, 0171 – 6729748

World Vision – Silvia Holten, presse@wveu.org, 06172 – 763-151/-153

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