Bekannt ist er vor allem für Wassertreten, Armbäder und Güsse. Und doch ist die Lehre des Sebastian Kneipp so viel mehr. Am 17. Mai 2021 jährt sich sein 200. Geburtstag, Kneippianer in aller Welt feiern den Theologen und Naturheilkundler – und die Kita Sonnenblume in Trägerschaft der Graf Recke Stiftung feiert mit. Dass übers ganze Jahr Projekte und Aktionen stattfinden, hat seinen Grund: Die Einrichtung in Mülheim an der Ruhr arbeitet nach den Kneippschen Grundprinzipien. Es geht um Gesundheit und um Spaß.

Man wolle die Kleinen spielerisch an das Thema heranführen, sagt die Leiterin der Kita Sonnenblume, Monika Brencher, am Ende der ersten Projektwoche. Zum ganzheitlichem Konzept von Sebastian Kneipp gehörten insgesamt fünf Säulen, erklärt sie. Neben den berühmten Wasseranwendungen seien dies Lebensordnung, Heilkräuter, Ernährung und Bewegung. Und so startete die Einrichtung mit einer Frühstücksaktion zum Welternährungstag am 7. März, in der ersten Projektwoche stand nun aber in der Tat das Thema Wasser im Vordergrund.

„Monika hat mit mir einen Knieguss gemacht. Das war sooo toll“, schwärmt der sechsjährige Tom aus der Gruppe Füchse. Die fünfjährige Marla mochte vor allem das Armbad. „Da war ich ganz lang drin“, erzählt sie. Sophia von den Marienkäfern sowie Andrea und Noah aus der Maulwurfgruppe sind ebenfalls noch ganz begeistert. „Das kam richtig gut an“, freut sich Monika Brencher. „Viele wollten am nächsten Tag schon wieder.“ Doch nun wolle man erst mal schauen, wie man die Anwendungen in den Tagesablauf der Kita integrieren könne.

Die Voraussetzungen wären jedenfalls gegeben: Emily, sechs Jahre, und Ruby, vier, wissen jetzt fast alles übers Wasser, das habe ihnen der Tropfen Fridolin erzählt, verraten sie. Die Handpuppe, von Erzieherin Gabi Walther für eine jede der fünf Kita-Gruppen liebevoll genäht, wusste Interessantes über den Wasserkreislauf zu berichten. Dazu hätten sie Wolken aus Watte gebastelt und Experimente gemacht, berichtet Emily. „Und wir haben ein Fridolinlied gesungen.“

Wichtigster Punkt der ersten Projektwoche waren allerdings die vielen großen und kleinen Gießkannen, die von den Kindern zu hübschen Gusskannen umgestaltet worden waren. Mit einer solchen hatte sich nämlich auch Sebastian Kneipp damals beholfen, als er während seines Theologiestudiums die heilsamen Bäder in der heimischen Donau vermisste. Der sechsjährige Joshua hat auf eine der großen Kannen Sterne, Punkte und Glitzer geklebt. „Aus Plastik und Edelsteinen“, wie er berichtet. Tom bemalte die Kanne seiner Gruppe derweil mit grünem Rasen. „Und mit dem ersten Fuchs“, sagt er stolz. Für die weiteren Füchse waren andere Kinder zuständig, es war am Ende ein richtiges Gemeinschaftswerk.

In diesem Sinne werden die Kinder im Laufe des Jahres noch einiges zusammen erleben: Zu Sebastian Kneipps Geburtstag im Mai werden beispielsweise Heilkräuter gepflanzt, im Sommer wird es ums Barfußlaufen gehen. „Nur gesunde Kinder können gut lernen und sich entwickeln“, begründet Kitaleiterin Brencher, zugleich Gesundheitspädagogin (Sebastian-Kneipp-Akademie), das besondere Engagement der Kita Sonnenblume.

Ausflüge in die Natur gehören bei ihren Kolleginnen und Kollegen, die zum Teil selbst bereits eine zusätzliche Kneipp-Erzieherausbildung absolviert haben, daher genauso zum Programm wie etwa Brote backen oder Bewegungsangebote mit thematischen Schwerpunkten, nicht nur im Kneippjahr. Auch entsprechende Entspannungsphasen sind stets eingeplant. Das Ziel von alldem fasst Monika Brencher in lediglich zwei Worte: „Glückliche Kinder!“

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