• Kreditbedingungen für alle Arten von Gegenparteien außer Hedgefonds geringfügig gelockert, gleichzeitig stärkere Nutzung finanzieller Hebeleffekte durch Hedgefonds
  • Höchstlaufzeit der Finanzierung verlängerte sich für viele Arten von Sicherheiten; derweil waren Bewertungsabschläge und Finanzierungssätze bzw. Risikoaufschläge bei sämtlichen Sicherheitenarten rückläufig
  • Nachfrage nach Finanzierungen bei allen Arten von Sicherheiten ging weiter zurück
  • Kreditbedingungen insgesamt gegenüber dem Vorjahr im Großen und Ganzen stabil sowohl für wertpapierbesicherte Finanzierungen als auch OTC-Derivate; jedoch gewisse Unterschiede bei verschiedenen Arten von Gegenparteien

Insgesamt wurden die Kreditbedingungen im Berichtszeitraum von Dezember 2020 bis Februar 2021 leicht gelockert. Die Umfrageteilnehmer berichteten, dass sich die Kreditkonditionen für nahezu alle Arten von Gegenparteien gelockert hätten. Lediglich für Hedgefonds seien sie unverändert geblieben. Am deutlichsten wurden die Kreditbedingungen bei den Banken und Händlern gelockert, gefolgt von den Versicherungen. Als Gründe führten die Befragten eine allgemein bessere Liquiditätslage und Funktionsweise der Märkte, höhere frei verfügbare bilanzielle Kapazitäten bzw. eine größere Verfügbarkeit von Kapital, den Wettbewerb mit anderen Instituten, eine gestiegene Risikobereitschaft der Institute sowie die Nutzung von zentralen Kontrahenten an. Für den Zeitraum von März 2021 bis Mai 2021 gingen die Umfrageteilnehmer von im Wesentlichen unveränderten Konditionen aus.

Bei Hedgefonds war eine höhere Verfügbarkeit und Nutzung finanzieller Hebel zu beobachten, während der Einsatz von Hebelfinanzierungen bei Wertpapierfirmen zurückging. Alle Arten von Gegenparteien forderten günstigere Kreditbedingungen, allen voran nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften. Zugleich hat sich im Berichtszeitraum die Kreditvergabe zu besseren Bedingungen an bevorzugte Kunden nicht verändert.

Während die Umfrage insgesamt ein uneinheitliches Bild in Bezug auf die Höchstbeträge von Finanzierungen zeichnete, meldeten die Teilnehmer, dass sich die Höchstlaufzeiten von Finanzierungen bei vielen Arten von Sicherheiten verlängert hätten. Auch wurden für nahezu alle Arten von Sicherheiten in Euro geringere Bewertungsabschläge angesetzt und für alle Sicherheitenarten niedrigere Finanzierungssätze bzw. Risikoaufschläge verlangt.

Ein erheblicher Anteil der Umfrageteilnehmer berichtete, dass sich die Nachfrage nach Finanzierungen bei allen Arten von Sicherheiten weiter verringert habe. Die Liquidität erhöhte sich für die meisten Arten von Sicherheiten.

In Bezug auf nicht zentral geclearte OTC-Derivate meldeten die Befragten nur geringfügige Veränderungen.

Wie in den vergangenen Jahren enthielt auch die Umfrage vom März 2021 einige Zusatzfragen mit einer längerfristigen Perspektive. Die Fragen sollen darüber Aufschluss geben, wie sehr sich die Kreditbedingungen von Anfang März 2021 gegenüber dem Vorjahr (d. h. Anfang März 2020) verändert haben. Laut den Umfrageteilnehmern sind die Kreditbedingungen an den Märkten für wertpapierbesicherte Finanzierungen und OTC-Derivate insgesamt im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben, wobei es bei verschiedenen Arten von Gegenparteien jedoch Unterschiede gab. Per saldo wurden die Kreditrichtlinien für die besicherten Finanzierungen im Vorjahresvergleich gelockert. Die Befragten gaben an, dass die nichtpreislichen Konditionen an den OTC-Derivatemärkten für die meisten Derivatearten verglichen mit dem Vorjahr verschärft worden seien.

Die Umfrage vom März 2021, die zugrunde liegenden detaillierten Datenreihen und die SESFODLeitlinien sind zusammen mit allen anderen SESFOD-Publikationen auf der Website der Europäischen Zentralbank abrufbar.

Die SESFOD-Erhebung wird viermal jährlich durchgeführt und erfasst Änderungen der Kreditbedingungen in dreimonatigen Referenzzeiträumen, die im Februar, Mai, August und November enden. Für die Umfrage vom März 2021 wurden qualitative Angaben zu den Veränderungen im Zeitraum von Dezember 2020 bis Februar 2021 erhoben. Die Ergebnisse basieren auf den Antworten einer Gruppe von 26 Großbanken, von denen 14 im Euro-Währungsgebiet ansässig sind und 12 ihren Hauptsitz außerhalb des Euroraums haben.

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