Über Non-Fungible Tokens (NFT) lässt sich ein JPEG-Bild als exklusives Kunstwerk verkaufen. Neben bildenden Künstlern bieten auch Musiker ihre Ware auf digitalen Kunstplattformen im Internet an. Darüber hinaus kann man Sammelobjekte in der Gamingszene wie die Cryptokitties oder ein virtuelles Stück Land in einem Videospiel kaufen. Doch was genau sind NFTs, wie erzeugt und erwirbt man sie? Und vor allem: Ist das sinnvoll oder nur Technikquatsch? Europas größtes IT- und Tech-Magazin c’t erklärt in Ausgabe 10/21 den Hype um den digitalen Kunsthandel.

Ein Gemälde ist einzigartig, also „non-fungible“. Es gibt zwar Reproduktionen, die haben aber nicht den gleichen Wert. „In der physischen Welt ist der Gegenstand selbst der Nachweis seiner Originalität. Bei digitalen Gegenständen ist das nicht möglich“, betont c’t-Redakteur André Kramer. Non-Fungible Tokens (NFT) versprechen, eine Art Echtheitszertifikat zu sein: Wer ein NFT besitzt, gilt als der rechtmäßige Eigentümer des damit verknüpften Gegenstands. NFTs setzen wie Kryptowährungen auf einer Blockchain auf. Jedes NFT ist eindeutig. Die Blockchain führt unabhängig überprüfbar Buch und hält fest, wem ein Token gehört.

Auf der Plattform Nifty Gateway stehen digitale Kunstwerke für Preise von einem bis über 6000 US-Dollar zum Verkauf. Der Markt beweist dabei immer wieder immenses Potenzial: „Die Künstlerin Grimes hat im März 2021 auf Nifty Gateway in kürzester Zeit digitale Gemälde und Animationen im Wert von fast sechs Millionen US-Dollar verkauft“, erzählt Kramer. Die Echtheit und Einzigartigkeit dieser Kunstwerke wird durch NFTs abgesichert. Sie sollen einen digitalen Kunstmarkt ermöglichen, über den man digitale Objekte wie seltene Sammelkarten handeln kann, denn für Exklusivität bezahlen Liebhaber gerne viel Geld. Dabei hat sich Ethereum – nach Bitcoin die zurzeit zweitpopulärste Kryptowährung – als Plattform für NFTs etabliert.

Kramer sieht in NFTs derzeit kaum mehr als ein Hobby für schwerreiche „Krypto-Bros“ wie Elon Musk. Für unbedarfte Käufer ist der NFT-Markt ein Minenfeld. Die Preisentwicklung ist pure Spekulation. Ob ein Kunstwerk, ein virtuelles Stück Land, ein Tweet oder eine digitale Katze tatsächlich wertvoller werden oder wenigstens den Wert halten, lässt sich nicht absehen. Darüber hinaus vermiesen horrende Gebühren Erstellern wie Käufern von NFT gleichermaßen die Lust am Investieren. Gerade Laien rät Kramer zur Vorsicht: Sie zahlen durch die Komplexität des Kryptohandels vermutlich eher drauf. Ob sich langfristig ein digitaler Kunstmarkt entwickelt, ist noch offen. „Problematisch ist außerdem die immens klimaschädliche CO2-Bilanz von Kryptowährungen, die auch NFTs betrifft“, gibt Kramer zu bedenken.

Für die Redaktionen: Gerne stellen wir Ihnen die Artikelstrecke zu Etherium und NFTs kostenlos zur Rezension zur Verfügung.

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