Anaïs Borie (*1991) präsentiert die Abschluss­arbeit ihrer sechsmonatigen Residenz am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G). Mit ihrer Präsentation The intimacy of a Cyber-opera Singer (Die Intimität einer Cyber-Opernsängerin), lädt sie die Besucher*innen ein, mittels Klang, Licht, Geruch und Gesang sowie Werken aus der Sammlung des MK&G in einen multidimen­sionalen Raum einzutauchen, der die Möglich­keiten und Grenzen des menschlichen Seins zwischen Realität und Fiktion sinnlich erfahrbar macht. Die franzö­sische Designerin ist die erste geför­de­rte Residentin des FONDS FÜR JUNGES DESIGN, den die Stiftung Hamburger Kunstsammlungen (SHK) 2020 ins Leben rief. Ziel ist es, junge internationale Designer*innen einzuladen, mit Bezug zur Sammlung des MK&G eine eigene Arbeit zu entwickeln. Das MK&G reaktiviert mit dem Residenz­programm eine zentrale Gründungsidee des Hauses, eine Vorbilder­sammlung hervor­ragen­der Gestaltung als Inspirationsquelle für Designer*innen zu sein.

The intimacy of a Cyber-opera Singer

Anaïs Borie versteht ihre Abschlussarbeit als Ergebnis ihrer Auseinander­setzung mit dem Thema Cyborg. Das Mischwesen aus Mensch und Ma­schi­­ne ist für sie das Bindeglied von vermeintlichen Gegensätzen: real/ virtuell, menschlich/nicht-menschlich, organisch/mecha­nisch, natürlich/ künstlich, Diese Ambivalenz und sich daraus ergebende Chancen, mensch­­liches Leben und androide Co-Existenzen neu zu denken, lotet sie in ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder aus.

PERFORMANCE

Am 9. Mai 2021 tritt die Opernsängerin Sara Gouzy in Dialog mit den Exponaten und singt Arien und Ouvertüren des französi­schen Komponisten Jean-Philippe Rameau (18. Jahrhundert). Die zu seiner Zeit zukunftsweisenden Harmonien Rameaus stehen sinnbildlich für Anaïs Bories Anspruch, umfassend zu wirken und handwerkliches Können mit technischen Neuerungen zu vereinen. Das Video der Performance ist ab Mitte Mai 2021 auf www.mkg-hamburg.de abrufbar.

PRÄSENTATION

Ein Ultra Sonic Vapor System, eine wie ein liturgisches Gerät sanft schwingende Schale mit barocken Ornamenten, empfängt das Publikum mit weißem Nebel und Rauch. Die Lichtführung und eine Klangkulisse aus Kompo­sitionen des Tonkünstlers Amédée De Murcia, die den Klang der histori­schen Tasten­instrumente im MK&G elektronisch verfremden, unterstrei­chen das sinnliche Raumerlebnis. In dem opulenten Spiegel Automated Divine Reflection erwartet die Betrachtenden nicht das eigene Bild, sondern ein computergeneriertes Antlitz, dessen Software Anaïs Borie mit der Künstlerin Ines Alpha entwickelte. Die Begegnung im Spiegel soll die Berührung zwischen menschlichem Sein und technischem Fortschritt erfahrbar machen. Eine Schale aus Heliotrop (frühes 17. Jh.), einem kost­baren Naturstein, und ein Nautilus-Pokal (um 1700), beide mit Silber ver­goldet, ergänzen Bories Arbeiten. Sie stehen stellvertretend für jene Exponate aus der Sammlung des MK&G, denen die Dichotomie von natür­licher Kreation und mechanischer Technik per Definition inne­wohnt. Borie greift damit das zentrale Motiv menschlicher Gestaltung auf, natürli­chen Materialien und Gege­ben­heiten mit handwerklich-künstleri­schen Techni­ken neue Anwendungen und Bedeutungen zu verleihen.

Mit dem FONDS FÜR JUNGES DESIGN erhalten Nachwuchstalente aus  gestalterischen Disziplinen wie Produktdesign, Modedesign oder Grafik­design die Möglichkeit, sich mit der Sammlung des MK&G ausein­anderzu­setzen. Im Rahmen einer sechsmonatigen Residenz können sie die Objek­te als Inspirationsquelle entdecken, die Expertise der Kurator*innen ein­holen und neue Materialien und Techniken kennen lernen. Ziel ist es, eine oder mehrere Arbeiten zu schaffen, die in das Eigentum der SHK überge­hen und als Dauerleigabe in die Sammlung des MK&G übergehen. Der Fonds für Junges Design wird regelmäßig halbjährlich vergeben und trägt zur finanziellen und ideellen Förderung junger Designer*innen bei. Mit dem Erwerb der Arbeiten durch die SHK kann das MK&G seine Sammlung mit zeitge­nössischen Werken ausbauen und stärken.

Anaïs Borie (*1991 in Frankreich), absolvierte 2014 ihren Master in Produkt­design an der Kunsthochschule in Saint-Etienne, Frankreich, und 2017 einen Master in Contextual Design an der Design Academy in Eindhoven, Niederlande. Sie lebt in Eindhoven und arbeitet seit 2019 als selbstständi­ge Designerin mit wechselnden Design-Kollek­tiven. Sie war in renommier­ten Ausstellungen in Guangzhou, Mailand oder auf der Miami Art Basel vertreten. Von Oktober 2020 bis Mai 2021 lebte und arbeitete sie als Residentin am MK&G.

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