Wie schaffen es Tumorzellen, sich über die Blut- und Lymphbahnen im Körper zu verbreiten? Mahak Singhal hat dazu in seiner Doktorarbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum herausragende Entdeckungen gemacht. Ziel seiner Arbeit war es, neue Möglichkeiten zu finden, die Metastasierung von Tumoren einzudämmen. Die Helmholtz-Gemeinschaft würdigt diese exzellente Leistung und hat ihn dafür mit dem jährlichen Doktorandenpreis im Bereich Gesundheit ausgezeichnet.

Mit den Doktorandenpreisen zeichnet die Helmholtz-Gemeinschaft jährlich in jedem ihrer sechs Forschungsbereiche Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus, die ihre Promotion an einem Helmholtz-Zentrum durchgeführt und mit hervorragendem Ergebnis abgeschlossen haben. Mahak Singhal vom Deutschen Krebsforschungszentrum, der diesjährige Preisträger im Bereich Gesundheit, erhält die Auszeichnung für seine Forschung zur Ausbreitung von Tumoren.

Metastasen, die Absiedlungen bösartiger solider Tumoren, sind für die allermeisten Todesfälle bei Krebspatienten verantwortlich. Um sich im Körper zu verbreiten, nutzen Tumorzellen die Blut- und Lymphgefäße. Dabei treten sie intensiv mit den Zellen der Gefäßwand, den Endothelzellen, in Kontakt und greifen in deren Steuermechanismen ein.

An dieser Schnittstelle von Gefäßbiologie und Tumorbiologie forscht Singhal mit dem Ziel, die Mechanismen der Metastasierung besser zu verstehen, um darauf aufbauend neue diagnostische und therapeutische Verfahren zu entwickeln.

Dabei konnte er aufklären, welche Rolle bestimmte Signal- und Rezeptormoleküle der Endothelzellen bei der Ausbreitung von Tumoren spielen. An Mäusen zeigte er, dass Antikörper gegen diese Steuerproteine bei verschiedenen Tumoren die Bildung von Metastasen unterdrücken können. In seiner jüngsten Arbeit entdeckte Singhal, dass Primärtumoren die Endothelzellen systemisch umprogrammieren, um die metastatische Besiedlung vorzubereiten. Es gelang ihm, ein dafür verantwortliches Protein zu identifizieren und in Mäusen genetisch auszuschalten. Daraufhin entwickelten die Tiere weniger Metastasen.

Die Arbeiten von Mahak Singhal zeichnet besonders aus, dass er die Prozesse der Metastasierung in menschlichen Tumoren möglichst getreu in präklinischen Systemen nachahmt. Auf diese Weise konnte er neue therapeutische Zielstrukturen identifizieren, die ein hohes Potenzial haben, in Zukunft die Metastasierung von Tumoren wirksamer eindämmen zu können.

Mahak Singhal studierte Biotechnologie am Indian Institute of Technology in Madras. 2013 wurde er Doktorand am DKFZ in der Helmholtz International Graduate School for Cancer Research und realisierte sein Promotionsprojekt in der Abteilung Vaskuläre Onkologie und Metastasierung (Leiter: Hellmut Augustin). Seit 2019 forscht Mahak Singhal als Postdoktorand am DKFZ.

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro und zusätzlich eine Reise- und Sachkostenpauschale für einen Forschungsaufenthalt im Ausland von bis 12.000 Euro.

Über Deutsches Krebsforschungszentrum

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können.
Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.
Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern.
Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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