Knopfaugen, eine feuchte Nase und leuchtend rostrotes Fell – Rote Pandas sind rein optisch schon eine ganz besonders niedliche Erscheinung. Und was ist noch bezaubernder als ein Roter Panda? Richtig, ein winzig kleiner Roter Panda. Am 28. Juni brachte Roter Panda Shine (7) im Tierpark Berlin bereits zum zweiten Mal pelzigen Nachwuchs zur Welt. Bis das Jungtier seine Kletterkünste entdeckt und auch für die Besucher*innen zu sehen sein wird, sammelt das kleine Fellknäuel jedoch schlummernd in seiner Höhle noch ein bisschen Kraft.

Genaue Tragzeit unbekannt! Rote Pandas können – als eine raffinierte Anpassung an ihren natürlichen Lebensraum – ihre Trächtigkeit pausieren lassen. Sollten die äußeren Umstände für die werdende Panda-Mutter nicht optimal sein, kann der Nachwuchs in ihrem Bauch eine Ruhepause in der Entwicklung einlegen. Zur Welt kommen Kleine Pandas blind und hilflos und bringen nur etwa 100 g auf die Waage. „Die Tierpfleger*innen haben Ende Juni ein leises Schmatzen aus der Höhle gehört, welches auf einen trinkenden neugeborenen Roten Panda schließen ließ. Erst sieben Wochen später haben wir nun einen kurzen Blick auf den Nachwuchs in der Höhle werfen können“, erklärt Kurator Dr. Florian Sicks. Erst wenn das noch namenlose Jungtier in Kürze vom Tierarzt seinen ersten Pieks bekommt, wird es auch sein Geschlecht preisgeben. Junge Rote Pandas haben es nicht eilig ihre Umgebung zu entdecken. In der Regel bleiben sie rund drei Monate lang in ihrer Höhle, ehe sie den ersten Streifzug unternehmen. Im Gegensatz zu ihren Namensvettern, den Großen Pandas, ist das Liebesleben der Roten Pandas deutlich spannender. Verliebte Panda Männchen legen sich mächtig ins Zeug und versuchen ihre Artgenossinnen mit lautem Quieken und Krächzen für sich zu gewinnen. Im Tierpark Berlin hat dies nun im zweiten Jahr in Folge funktioniert. Roter Panda Loha, der Nachwuchs aus dem letzten Jahr – für die der Fußballverein 1. FC Union Berlin die Patenschaft übernommen hatte – ist mittlerweile in einen belgischen Zoo gezogen.  Panda-Papa Joel (6) lebt mit dem Nachwuchs zwar auf einer gemeinsamen Anlage, ist aber – wie alle männlichen Pandas – bei der Aufzucht des Jungtiers nicht involviert.

Als Folge des fortschreitenden Verlustes und der Fragmentierung ihres Lebensraumes sind Katzenbären – so werden Rote Pandas auch genannt –  bedroht und werden in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „stark gefährdet“ eingestuft. Eine Reservepopulation in menschlicher Obhut könnte daher für das Überleben der Art zukünftig von großer Wichtigkeit sein. „Für uns als wissenschaftlich geführte Einrichtung ist Nachwuchs bei solch bedrohten Tieren wie dem Roten Panda ein großer Erfolg“, verkündet Zoo- und Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem. „Und zugebenermaßen geht auch mir beim Anblick des kleinen Fellknäuels das Herz auf“, ergänzt er. Rote Pandas sind in der Himalaja-Region zuhause. Dort bevorzugen sie die Rhododendronwälder an den Hängen des Hochgebirges mit dichtem Unterwuchs aus Bambus. Ihr Lebensraum erstreckt sich neben Nordindien auch auf die Bergregionen Nepals, Bhutans, Myanmars und Chinas.

Hinweis: Voraussichtlich ab Ende September wird der seltene Nachwuchs erste Ausflüge auf die Außenanlage unternehmen und dann auch für die Tierpark-Gäste zu sehen sein.

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