„100 Jahre Denkmalschutzgesetz für Hamburg“ – unter diesem Motto begeht Hamburg im Jubiläumsjahr des Gesetzes den Tag des offenen Denkmals. Am 1. Januar 1921 trat das Hamburger Denkmalschutzgesetz in Kraft und gibt seit nunmehr 100 Jahren einen wichtigen Rahmen vor, in dem die Stadt ihr baukulturelles Erbe bewahrt. Mit dem Motto wirft der diesjährige Denkmaltag in Hamburg einen Blick zurück auf die Bewahrung des gebauten Erbes und lädt alle Interessierten mit einem vielfältigen Corona-konformen Programm aus Rundgängen, Vorträgen, Kultur- und Familienangeboten sowie zahlreichen digitalen Beiträgen dazu ein, Hamburgs Denkmäler und die Geschichten drum herum zu entdecken.

Auch passend zum bundesweiten Motto „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ lässt sich in Hamburg viel entdecken. Bedeutendstes Beispiel ist wohl die Speicherstadt, die heute Welterbe ist und nach dem Abriss eines historischen Stadtviertels als modernste Lagerhausinfrastruktur entstand und in Anklängen an das Stadtbild einer alten Hansestadt gestaltet wurde. Und nicht zu vergessen die wenig sichtbaren, „unscheinbaren“ Denkmäler, an denen im Alltag oft vorbeigegangen wird, die aber das Bild der Stadt entscheidend mitprägen. Auch sie sollen bei diesem Denkmaltag im Fokus stehen: Weshalb wurden sie gebaut, was war ihre ursprüngliche Bedeutung, wie wurden sie genutzt und was ist heute das Besondere und Einmalige an ihnen?

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals präsentieren wir Hamburgs ganze Denkmalvielfalt. Von den ersten unter Schutz gestellten Kirchen in den Vier- und Marschlanden über die Stadtbaukunst der Moderne in der City Nord bis hin zu Hamburgs jungen Denkmälern aus den 1980er Jahren. Viele engagierte und stolze Eigentümerinnen und Eigentümer öffnen am kommenden Wochenende ihre Denkmäler und lassen uns die baukulturell wertvollen Orte in Hamburg entdecken. Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern spannende Begegnungen mit Hamburgs Denkmalkultur und danke all denen, die diesen Tag ermöglichen.“

Irina von Jagow, Stiftung Denkmalpflege Hamburg: „Wagen Sie am Denkmaltag gerne den Sprung über die Elbe: Harburg stellt ein spannendes Programm rund um seinen noch weitgehend erhaltenen Binnenhafen zusammen. Hier sind besonders viele „bewegliche Denkmäler“ zuhause, die besichtigt werden können oder Mitfahrten anbieten.“

Am Wochenende können Besucherinnen und Besucher bei Rundgängen, Führungen, Vorträgen und einem Kultur- und Familienprogramm die Hamburger Denkmallandschaft in ihrer Vielfalt erleben. Zahlreiche der ersten 100 eingetragenen Denkmäler Hamburgs sind am Tag des offenen Denkmals 2021 zu besichtigen. Unter anderem die Kirche St. Severini zu Kirchwerder, St. Johannis zu Neuengamme mit Umgebung, die Hauptkirche St. Jacobi, das Haus der Patriotischen Gesellschaft mit einem digitalen Programm, das Bergedorfer Schloss oder St. Ansgar und St. Bernhard, der so genannte „Kleine Michel“. Aber auch noch recht junge Denkmäler der Hansestadt sind dabei. Das seit 2017 unter Denkmalschutz stehende Hanseviertel oder das seit 2018 in die Denkmalliste eingetragene Verlagshaus Gruner + Jahr.

Am Sonnabend, dem 11. September, gibt es ein vielfältiges Programm: Im Stadthaus am Neuen Wall finden organisiert von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte am Samstag um 12.00 und um 14.00 Uhr Führungen zur Geschichte des Stadthauses im Nationalsozialismus statt, das unter anderem Sitz der Polizeibehörde und der Gestapo war und wo vielen Frauen und Männern schweres Leid zugefügt wurde.

Um 14.00 Uhr wird eine Führung durch die Fritz-Schumacher-Siedlung in Langenhorn angeboten. Besucherinnen und Besucher haben hier die Möglichkeit einen Blick auf den ersten städtischen Wohnungsbau zu werfen, der in Form einer Kleinhaussiedlung entstand.

Ebenfalls um 14.00 sowie um 16.00 Uhr gibt es eine Führung durch den Jenischpark. Am Denkmaltag wird der Frage nachgegangen, wie der Park bei der Verabschiedung des Denkmalschutzgesetzes 1921 aussah und was sich hier und im alten Dorf Klein Flottbek seitdem verändert hat.

Neu dabei in diesem Jahr sind die im Frühjahr unter Schutz gestellten Michelwiesen (Schaarmarkt) zwischen der Hauptkirche St. Michaelis und dem Gruner + Jahr-Verlagsgebäude. Auf den Michelwiesen bietet das Denkmalschutzamt am Sonntag, dem 12. September um 13.30 und 15.00 Uhr Führungen an.

Oder wie wäre es mit einem historischen Stadtteilspaziergang durch das in den 1920er Jahren geplante Dulsberg? Ein Angebot von der Geschichtsgruppe Dulsberg e. V. um 11.00 und 15.00 Uhr.

Ein Blick nach oben lohnt sich immer, am Sonntag im Eppendorfer Weg ganz besonders. Hier werden um 11.00 und um 12.30 Uhr Führungen zu einer frisch restaurierten Jugendstil-Glasdecke von 1910 angeboten.

Zusätzlich bietet ein buntes Kulturprogramm die Möglichkeit, ausgewählte Denkmäler neu zu erleben. Unter anderem begleiten am Sonntag zwei Bands den Tag des offenen Denkmals im Harburger Binnenhafen. Bruder Schwarz spielt ab 11.00 Uhr auf der Bühne unter dem gelben Liebherr Kran, die Tarpaulin Shantymen spielen ab 14.00 Uhr an Bord des Küstenmotorschiffs HILLE am Lotsekai.

Ebenfalls am Sonntag um 11.00, 14.00 und 17.00 Uhr rappt Sherlock F eine post-koloniale Führung durch die Speicherstadt und thematisiert die historische Verstrickung zwischen der Kolonialpolitik des deutschen Kaiserreichs und deren Warenströmen.

Bewegt wird es mit der vom Verein BauKunstBildung organisierten Denkmaltagradtouren am Samstag von 12.00 bis 16.00 Uhr oder in die Nacht hinein ab 19.00 Uhr, bei der es die Erläuterungen zu den Denkmälern via Telefon gibt.

Samstag und Sonntag zwischen 14.00 und 19.00 Uhr findet eine Tanzintervention im öffentlichen Raum statt. Beginnend im Westwerk endet sie am Gängeviertel und nimmt Bezug zur Architektur ausgewählter Orte in der Stadt.

Für Familien gibt es ebenfalls ein besonderes Programm, unter anderem am Samstag einen künstlerischen Workshop für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Künstlerhaus Maetzel zwischen 11.00 bis 18.00 Uhr.

Auf eigene Faust entdecken können Familien die Grindelhochhäuser bei der Familientour „Grindelkids“ per App.

Am Sonntag um 15.00 Uhr bietet die Christ-König-Kirche in Lokstedt ein Orgelkonzert mit Führung für Kinder an. Dort gibt es Sonntag um 20.00 Uhr auch „Gute Vibes straight outta Bibel“ von UEBERFLOWS aka Pastor Lukas Klette.

Auch historische Verkehrsmittel sind unterwegs: Ein historischer Schnellbus fährt in verschiedenen Stadtteilen, ein S-Bahn Zug der Baureihe 470 128 pendelt zwischen Barmbek und Blankenese und neben einem Barkassen-Shuttle, der den Hamburger Hafen mit dem Harburger Binnenhafen verbindet, sind viele Schiffe zu besichtigen oder auf Fahrten zu erleben.

Das digitale Programm zum Hamburger Denkmaltag wird am Freitag um 11.00 Uhr unter www.denkmaltag-hamburg.de freigeschaltet.

100 Jahre auf 100 Seiten: Kostenlose Programmbroschüren für den Tag des offenen Denkmals 2021 liegen an zahlreichen Orten der Stadt aus. Das ausführliche und tagesaktuelle Programm ist unter www.denkmalstiftung.de/denkmaltag erhältlich. Im Programm finden Sie alle Informationen zu den Anmeldebedingungen der einzelnen Veranstaltungen und Kontaktinformationen der Veranstalterinnen und Veranstalter.

Organisiert wird der Tag des offenen Denkmals in Hamburg gemeinsam von der Stiftung Denkmalpflege Hamburg und dem Denkmalschutzamt. Bundesweit wird der Denkmaltag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. Er steht als Teil der „European Heritage Days“ unter der Schirmherrschaft des Europarats und findet jedes Jahr europaweit im September statt.

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