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  • Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und
    Sachsen-Anhalt bauen Zugangebot aus
  • Langfristige Sicherung des SPNV
  • Deutliche Verbesserungen im Berufs- und Ausflugsverkehr
  • Mehr Verbindungen in den Randzeiten
  • Zu vielen Zeiten mehr Sitzplätze

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV) und der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA GmbH) die Vergabeunterlagen im Wettbewerbsverfahren „Netz Nord-Süd“ veröffentlicht. Das europaweite Vergabeverfahren wird im Auftrag der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt durchgeführt. Im zukünftigen Netz Nord-Süd wird das Angebot für die Fahrgäste auf der Schiene auch durch neue Fahrzeuge und Taktverdichtungen deutlich erhöht. Die Betriebsaufnahme ist für Ende 2026 vorgesehen.

Mit dem eingeleiteten Vergabeverfahren beabsichtigen die beteiligten Länder als Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs eine verbesserte Anbindung der Regionen auf folgenden Achsen:

RE3
Stralsund bzw. Schwedt (Oder) – Angermünde – Berlin – Ludwigsfelde – Lutherstadt Wittenberg

RE4
Stendal – Rathenow – Berlin – Ludwigsfelde – Falkenberg (Elster)

RE5
Rostock bzw. Stralsund – Neustrelitz – Berlin – Ludwigsfelde

Eisenbahnverkehrsunternehmen sind nun aufgerufen, sich für den Betrieb des Netzes Nord-Süd zu bewerben und qualitativ hochwertige Angebote zu erarbeiten.

Guido Beermann, Verkehrsminister des Landes Brandenburg:

„Mit dem neuen Netz Nord-Süd wollen wir den umweltfreundlichen SPNV weiter stärken und mehr Komfort für die Fahrgäste anbieten. Zum Beispiel sollen künftig auf den Linien RE3, RE4 und RE5 ganzjährig fünf Wagen fahren und damit die Sitzplatz- und Fahrradkapazität spürbar erhöht werden. Von diesem attraktiven SPNV-Angebot profitieren insbesondere die vielen Pendlerinnen und Pendler, der Tourismus und nicht zuletzt das Klima.“

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Landes Berlin:

„Das neue Netz Nord-Süd bringt mehr Züge, bessere Takte, mehr Platz, auch für die Fahrradmitnahme. Das ist einerseits für Ausflügler, aber insbesondere auch für die vielen Tausend Pendlerinnen und Pendler zwischen Berlin und Brandenburg eine klare Verbesserung. Gute Bahnverbindungen sind der entscheidende Hebel für die Mobilitätswende in der Metropolregion. Wir steigern die Attraktivität der Schiene auf besonders stark nachgefragten Strecken.“

Christian Pegel, Verkehrsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern:

„Mehr Nahverkehrsverbindungen in Mecklenburg-Vorpommern, zwischen Rostock und Neustrelitz sowie Stralsund und Neubrandenburg, aber auch nach Brandenburg und in die Metropolregion Berlin, dazu grundlegend modernisierte oder fabrikneue Fahrzeuge, Service- und Qualitätsverbesserungen sowie mehr Barrierefreiheit – all das wird das neue Netz Nord-Süd für die Fahrgäste bereithalten und somit wichtige Anreize für mehr Fahrten mit dem Zug und die damit verbundene Stärkung des klimafreundlichen Verkehrsträgers Schiene setzen.

Ich freue mich, dass es gemeinsam mit den benachbarten Bundesländern Berlin und Brandenburg gelungen ist, ein attraktives Gesamtkonzept für die für Mecklenburg-Vorpommern sehr wichtigen Schienenverkehrsachsen Berlin – Rostock und Berlin – Stralsund auszuschreiben.“

Thomas Webel, Verkehrsminister des Landes Sachsen-Anhalt:

„Mit dem neuen Netz schaffen wir mehr Direktverbindungen zwischen Sachsen-Anhalt und der Bundeshauptstadt. So werden wir erstmals zweistündliche Züge direkt und umsteigefrei zwischen Stendal und Berlin anbieten. Aber auch zwischen Lutherstadt Wittenberg und der Bundeshauptstadt wollen wir das Angebot montags bis freitags nahezu verdoppeln. Das SPNV-Angebot zwischen Sachsen-Anhalt und Berlin und Brandenburg wird hierdurch deutlich attraktiver – langfristig erreichen wir auch hier den landesweiten Stundentakt.“

Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg:

„Nach den erfolgreichen Vergabeverfahren Netz Elbe-Spree, Netz Lausitz und Netz Ostbrandenburg setzen wir unsere Offensive für mehr Angebote und mehr Qualität auf der Schiene nun auch im Netz Nord-Süd fort. Qualitätsstandards im VBB und insgesamt mehr Verkehrsverlagerung auf die Schiene – der VBB nimmt die Verkehrswende ernst und setzt die dazu nötigen Maßnahmen auch um!“

Mehr Angebote und ein attraktiver Halbstundentakt

Auf dem Weg zur Verkehrswende bereiten die Aufgabenträger mit dem Vergabeverfahren Netz Nord-Süd die Stärkung der Schiene offensiv vor.

Dabei sind etliche Erweiterungen des bestehenden Angebotes geplant.
Die Vergabe Netz Nord-Süd umfasst die Linien RE3, RE4 und RE5. Die Leistungen enthalten insgesamt ca. 11,4 Mio. Zugkm p.a.

Insgesamt wird das Angebot auf vielen Abschnitten ausgeweitet. Dies betrifft insbesondere die Anhalter Bahn, die Lehrter Bahn und die Strecken nach Rostock und Stralsund.

Auf der sogenannten Anhalter Bahn (Berlin – Ludwigsfelde – Luckenwalde – Jüterbog – Lutherstadt Wittenberg/ Falkenberg (Elster)) fahren weiterhin gemeinsam die Linien RE3, RE4 und künftig auch die Linie RE5.
Die RE3 soll dann ab Ende 2026 von Berlin kommend Montag bis Freitag stündlich und mit allen Zügen, am Wochenende weiterhin zweistündlich nach Lutherstadt Wittenberg fahren. Die Linie RE4 wird künftig neu täglich stündlich nach Falkenberg (Elster) fahren. Zwischen Jüterbog und Berlin ergänzen sich beide Linien ganztags an sieben Tagen in der Woche auf zwei Züge pro Stunde und Richtung. Da auf der Strecke zukünftig noch mehr Fernzüge unterwegs sein sollen, muss das Halte- und Linienkonzept im Netz Nord-Süd anders strukturiert werden. Der RE3 wird dann stündlich an allen Bahnhöfen zwischen Lutherstadt Wittenberg, Jüterbog und Berlin halten. Im Gegenzug wird der RE4 ab Jüterbog beschleunigt und hält nur in Luckenwalde, Ludwigsfelde, Lichterfelde Ost und Südkreuz.

Für die berlinferneren Stationen können so spürbare Fahrzeitverkürzungen realisiert werden. So verringert sich zum Beispiel die Fahrzeit zwischen der Kreisstadt Herzberg (Elster) und Berlin teilweise um etwa 15 Minuten.

Auf der Strecke von Falkenberg (Elster) nach Jüterbog werden die Zwischenhalte von allen Zügen des RE4 und somit stündlich bedient.

Lehrter Bahn (Berlin – Rathenow – Stendal)

Zu Beginn des neuen Netzes Nord-Süd soll die Linie RE4 von Berlin kommend zunächst alle zwei Stunden über Rathenow hinaus bis nach Stendal verkehren. Sie ergänzt damit die ebenfalls zweistündlich fahrende Linie RB34 zu einem insgesamt stündlichen Angebot ab Ende Dezember 2026. Nach Abschluss der durchgehenden Elektrifizierung der Stammstrecke im Abschnitt Rathenow – Stendal fahren dann stündlich die Züge des RE4 von Berlin kommend über Rathenow hinaus nach Stendal und übernehmen damit die Leistungen der bisherigen RB34.

Zwischen Berlin und Rathenow soll das Angebot ebenfalls ausgeweitet werden. Hierzu sind in den Spitzenzeiten zusätzliche Züge zwischen Berlin und der Havelstadt unterwegs. Insgesamt gibt es dann täglich in den besonders nachgefragten Zeiten ein Angebot von zwei Zügen pro Stunde auf diesem Linienabschnitt – konkret von morgens ca. 5 Uhr bis 8 Uhr und nachmittags von 15 Uhr bis 20 Uhr.

Berlin – Eberswalde – Stralsund bzw. Schwedt und
Berlin – Neustrelitz – Rostock bzw. Stralsund

Auch auf den Linienästen in Richtung Norden soll das Angebot erweitert werden. In den touristischen Spitzenzeiten im Sommer wird das Angebot zwischen Rostock und Neustrelitz verdichtet. Zusätzliche Ausflugszüge – wie sie aktuell an den Saisonwochenenden zwischen Berlin und Stralsund zum Einsatz kommen – sind auch weiter geplant. Auch die Saisonzüge Richtung Neustrelitz und Prenzlau können weiterhin flexibel über Optionen im Verkehrsvertrag umgesetzt werden.

Im Berufsverkehr unter der Woche sind zusätzliche Entlastungszüge zwischen Neubrandenburg und Berlin sowie zusätzliche Früh- und Spätverbindungen zwischen Neustrelitz und Rostock vorgesehen. Auf der Achse Stralsund – Neubrandenburg – Neustrelitz – Berlin wird das Angebot im Abend- und Spätverkehr verbessert. Zwischen Neubrandenburg und Stralsund wird der Stundentakt zudem auch auf die Wochenendtage durchgängig ausgeweitet.

Zugausstattung

Es wird weiterhin auf Doppelstockzüge mit großen Kapazitäten gesetzt. Es wird mit einem Fahrzeugbedarf von insgesamt ca. 40 Fahrzeugen gerechnet, dabei umfasst die Kapazität der Fahrzeuge in der Regel ganzjährig 550 Sitzplätze. Damit werden außerhalb der Sommersaison bis zu 30% mehr Sitzplätze und in der Sommersaison rund 10% mehr Sitzplätze im Vergleich zu den aktuell eingesetzten Zügen angeboten. Auf dem stark nachgefragten Abschnitt Berlin – Eberswalde sollen die Sitzplatzkapazitäten zudem deutlich erhöht werden. Perspektivisch sollen hier in den Spitzenzeiten nach einem entsprechenden Infrastrukturausbau Züge mit einer Länge von bis zu acht Wagen zum Einsatz kommen. Das Angebot erhöht sich gegenüber dem Fahrplan 2021 um mehr als 10%.

Aufgrund der Bedeutung aller Linien für den Ausflugsverkehr werden pro Doppelstockzug mindestens 78 Fahrradstellplätze gefordert. Davon sind mindestens 24 nicht durch Klappsitze eingeschränkt. Zudem wird auch weiterhin eine deutliche Markierung der Stellplätze erfolgen.

Zwischen Neustrelitz und Stralsund werden für die gewohnte Verdichtung auf einen 1h-Takt zudem Neufahrzeuge mit 270 Sitz- und 39 Fahrradstell-plätzen eingesetzt.

Die auch schon in vorherigen Ausschreibungen gesetzten Qualitätsstandards der Aufgabenträger gelten auch für das Netz Nord-Süd, z.B. kostenloses WLAN, zuzüglich eines für mobile Endgeräte nutzbaren dynamischen Informationsportals, eines Service- oder Hilferufs und exklusive Stellplätze für Fahrräder. Weitere Qualitätsverbesserungen werden angestrebt, speziell breitere Wagenkästen, durchlässigere Fensterscheiben für den Mobilfunk, angenehmere Beleuchtung, bessere Klimatisierung sowie verbesserte Barrierefreiheit.

Vergabeverfahren

Die Aufgabenträger setzen weiterhin auf einen Qualitätswettbewerb. Die Bieter sind aufgefordert, weitere Mehrqualitäten anzubieten. Aufgrund des Umfangs der Vergabe wurden drei Lose (je eines pro Linie RE3, RE4 und RE5) gebildet. Es ist möglich, auf einzelne Lose, auf Loskombinationen oder auf alle Lose zu bieten. Es gibt keine Loslimitierung.

Mit dem neuen Netz Nord-Süd soll der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) somit langfristig gesichert werden und dadurch hohe Planungssicherheit erhalten. Mehr Angebote, auch zu Randzeiten, mehr Sitzplätze sowie höhere Qualitätsstandards bedeuten so, insbesondere für Pendler*innen, aber auch für alle Ausflugsverkehre, eine deutliche Verbesserung.

Im Vergabeverfahren Netz Nord-Süd führen die Aufgabenträger eine sogenannte e-Vergabe durch. Das bedeutet, dass das Verfahren einschließlich Angebotslegung ausschließlich digital durchgeführt wird. Die Bekanntmachung im EU-Amtsblatt kann unter folgendem Link auf der VBB-Homepage eingesehen werden: 2021/S 179-466331

Die Vergabe Netz Nord-Süd umfasst die Linien RE3, RE4 und RE5. Die Aufgabenträger sind rechtlich dazu verpflichtet, für Regionalverkehrslinien ein wettbewerbliches Vergabeverfahren durchzuführen. Zugelassen sind neben Neufahrzeugen auch Gebrauchtfahrzeuge nach entsprechender Modernisierung. Sofern sich ein neues Bahnunternehmen durchsetzt, muss dieses die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der jeweiligen Linien vom bisherigen Bahnunternehmen übernehmen. Die jährlichen Fahrplan-Leistungen umfassen insgesamt ca. 11,4 Mio. Zugkilometer. Die Laufzeit beträgt zwölf Fahrplanjahre ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026.

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