Seit 1998 gibt es die WAGO Stiftung, welche die Leistung junger Talente würdigt und fördert. In diesem Jahr erfindet sie sich neu – mit einem völlig anderen Konzept, das weiterhin das gleiche Ziel verfolgt. „Die WAGO Stiftung möchte Altes mit Neuem verbinden und dabei den Grundwerten der Stiftung treu bleiben“, so Christian Hohorst, der 2019 den Vorsitz von seinem Vater Wolfgang Hohorst übernommen hat. „Wir haben bisher hervorragende Ausbildungsleistungen nachträglich prämiert, heute motivieren wir junge, begeisterungsfähige Menschen, selbst Projekte ins Leben zu rufen.“

Mit einem Makeathon rund um nachhaltige Gebäudeautomatisierung startete nun das erste Format. „Wir möchten Potenzial und Engagement fördern, innovative Ideen zum Leben erwecken und eine Plattform für den Austausch zu schaffen“, so Thomas Heimann, Vorstandsmitglied der WAGO Stiftung. Im StartMIndenUp – dem Mindener Innovations- und Technologiezentrum – tüftelten Gleichgesinnte drei Tage lang an ihren Projekten, um sie zum Schluss der Jury zu präsentieren.

Verschiedene Workshops zu Technologien von GitHub über Cloud Microservices bis zu Docker-Containern auf WAGO PFC200 Controllern und zu Methoden wie Design Thinking gehörten ebenso zum Rahmenprogramm wie gemeinsames Pizzaessen. Als Highlight gab es eine Show der „Event-Physik“ der Uni Paderborn unter dem Motto: „Wie Physiker eine Party feiern“. „Eine der Studentinnen, die die Show mitgestaltete, war so begeistert von unserem Event, dass sie spontan selbst daran teilnahm“, freut sich André Bell, der als Elektrotechnik-Ingenieur mit zahlreichen WAGO Kolleginnen und Kollegen den Makeathon begleitete.

Insgesamt waren 34 junge Menschen, vom Schüler bis zum Professional, vom Norden bis aus München beim Makeathon dabei. „Alle sind hoch motiviert und sehr kreativ gestartet und haben sich schnell zu Projektgruppen zusammengefunden“, so André Bell. „Bereits nach 30 Minuten wurden erste Module und Sensoren bei uns angefragt, um mit den Prototypen beginnen zu können. Und auch der Realitätscheck kam nicht zu kurz. Sogar Marktanalysen wurden durchgeführt.“ Alle sechs Gruppen überzeugten die Jury mit Kreativität, Teamgeist, technischem Verständnis – und auch Durchhaltevermögen; so blieb es bei einigen bei wenigen Stunden Schlaf auf der Isomatte.

„Ich war selbst das ganze Wochenende dabei und kann ganz klar sagen: Die Transformation der WAGO Stiftung ist geglückt. Der Makeathon war ein Riesenerfolg. Die Dynamik und das Miteinander haben mich sehr begeistert und ich bin froh, dass ich das miterleben durfte. Die Entscheidung ist uns allen sehr schwergefallen“, betont Christian Hohorst, der als Jury-Mitglied die drei Siegergruppen kürte.

Platz 3 ging an ein dreiköpfiges Team aus Studierenden und Professionals, die mit einer automatisierten Steuerung von Straßenlaternen überzeugten. Diese leuchten energieeffizient nur dann, wenn auch jemand vorbeigeht. „Hier hat vor allem der starke Realitätsbezug überzeugt. Das Team hat sogar mit dem ehemaligen Bürgermeister aus Petershagen telefoniert, um an Zahlen und Informationen zu kommen“, so Thomas Heimann

Auf dem 2. Platz überzeugten sechs Schülerinnen und Schüler verschiedener Gymnasien mit einem Konzept zur nachhaltigen Nutzung von Schulgebäuden. Im „Bildungsgebäude der Zukunft“ können außerhalb des Schulbetriebs andere Institutionen die Räume nutzen, inklusive eines sicheren Zugangs per Legic, sowie eines Leitsystems zur Orientierung und energieeffizienter Heizung.

Auch die Siegergruppe setzte sich aus Schülerinnen und Schülern verschiedener Gymnasien zusammen. Unter dem Titel „Homestead“ wurde ein Gebäude konzipiert, das mithilfe künstlicher Intelligenz die Bedürfnisse seiner Nutzer erkennt und umsetzt: Von der automatisch eingespielten Lieblingsmusik bis hin zur Tasse Kaffee beim Betreten der Küche. „Hier haben schlussendlich die Bandbreite der Technologien und der hohe Realisierungsgrad der einzelnen Technologien überzeugt“, erklärt André Bell.

Wenn die Teams ihre Projekte fortsetzen möchten, stellt StartMIndenUp gern die entsprechenden Räumlichkeiten zur Verfügung. Die WAGO Stiftung unterstützt bei Fragen und mit technischen Komponenten, fungiert aber nicht als Kapitalgeber. „Die Ideen bleiben bei ihren Erfinderinnen und Erfindern. Wir helfen aber gern, wo wir können“, so Thomas Heimann.

Auch wenn nicht alle gewinnen konnten, so war das Feedback aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchweg positiv und erste Fragen nach einer Fortsetzung wurden laut.  „Das war eines der besten Events auf denen ich war“, so Sebastian Derksen, einer der Teilnehmer.

„Wir machen auf jeden Fall weiter“, verspricht Christian Hohorst. „Unser Ziel war es, offener, moderner und interaktiver zu werden, das ist uns geglückt. Jetzt geht es an den Feinschliff, um das Format lebendig zu halten. Wir werden im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder einen Makeathon anbieten und außerdem unser neues Stiftungskolloquium.“ Das ist ein Event zu wechselnden Themengebieten der modernen Automatisierungstechnik. Experten verschiedener Institutionen und Fachbereiche stellen dabei spannende Zukunftsthemen vor und sprechen darüber, wie die neuesten Entwicklungen in der Automatisierung sowie der Digitalisierung die Arbeit(swelt) zukünftig verändern werden.

Corona-Hinweis: Der Makeathon war eine 2G-Veranstaltung. Darüber hinaus wurden alle Beteiligten täglich getestet.

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