• Ab April: Bedienung der Station Fürth-Klinikum 
  • Ab Dezember: 20-Minuten-Rhythmus Nürnberg – Erlangen und Nachtverkehr am Wochenende auf den Linien S1, S2, S3, S4 und S6 
  • Ab Dezember 2024: moderne Fahrzeuge bei der S6 und Verlängerung der S4 nach Crailsheim

Der Aufsichtsrat der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert, hat gestern weitere Verbesserungen bei der S-Bahn Nürnberg beschlossen. 

Drei S-Bahnen pro Stunde zwischen Nürnberg und Erlangen

Während die S-Bahnen heute zwischen Nürnberg und Erlangen in einem 20-/40-Minuten-Mischtakt unterwegs sind, fahren sie ab 11. Dezember montags bis freitags alle 20 Minuten. Möglich wird das durch den Einbau zusätzlicher Weichen in Fürth Nord. Nachdem die Planungen der DB für eigene S-Bahn-Gleise zwischen Fürth und Eltersdorf durch Klagen ins Stocken geraten waren, hat der Freistaat diese sogenannte Interimslösung initiiert und finanziert. Die neuen Weichen verbinden im Bereich Fürth Nord den bereits fertiggestellten Teil der S-Bahn-Gleise mit den Bestandsgleisen. Dadurch können die S-Bahnen zwischen Fürth Hbf und Fürth Nord auf eigenen Schienen verkehren. Das ermöglicht den 20-Minuten-Rhythmus der Linie S1 auf diesem viel befahrenen Abschnitt.

„Ich freue mich, dass wir den bereits seit langem geplanten 20-Minuten-Rhythmus zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen endlich umsetzen können“, sagt Christian Bernreiter, Bayerns Verkehrsminister und neuer Aufsichtsratsvorsitzender der BEG. „Dass sich die Planung von DB Netz zum Ausbau der S-Bahn-Gleise im Raum Fürth immer weiter verzögert, war für uns einfach nicht mehr länger akzeptabel. Der Abschnitt, der die drei größten Städte der Metropolregion Nürnberg miteinander verbindet, ist einer der am stärksten nachgefragten S-Bahn-Streckenabschnitte. Deshalb haben wir eigene Mittel in die Hand genommen und mit der Interimslösung eine pragmatische Lösung gefunden, die den Fahrgästen zugutekommt.“

Die neuen Weichen sollen durch DB Netz im April fertiggestellt sein. Die Einführung des 20-Minuten-Rhythmus nach Erlangen erfolgt allerdings wegen Bauarbeiten auf anderen Streckenabschnitten erst im Dezember. Laut DB Netz wird es wegen weiterer Bauarbeiten entlang der Strecke Nürnberg – Erlangen –  Bamberg im Laufe des Jahres 2023 nochmals Einschränkungen im Fahrplan der Linie S1 geben. Bereits mit Inbetriebnahme der Weichen im April kann die S1 den dann neuen barrierefreien Bahnsteig in Fürth Klinikum (ehemals Fürth-Unterfarrnbach) anfahren.

Neue Fahrzeuge auf der S6 Nürnberg – Neustadt (Aisch)

Nach der Umbenennung der ehemaligen RB 10 Nürnberg – Neustadt (Aisch) in S6 und der Zuordnung zum Verkehrsvertrag S-Bahn Nürnberg im vergangenen Dezember hat der Aufsichtsrat der BEG erste Verbesserungen auf dieser Linie beschlossen. Im Dezember 2024 werden die Regionalverkehrszüge der Baureihe ET 425 durch modernere Fahrzeuge der Baureihe ET 442 ersetzt. Dieser Zugtyp ist heute bereits auf verschiedenen Linien der S-Bahn Nürnberg im Einsatz. Derzeit laufen die Vorbereitungen zum barrierefreien und S-Bahn-gerechten Ausbau der Stationen Siegelsdorf, Emskirchen und Neustadt (Aisch). Laut DB Station&Service sollen die Ausbauten voraussichtlich bis 2026 umgesetzt sein. Bereits ab kommendem Dezember wird eine erste Fahrplanverbesserung auf der Linie S6 umgesetzt: Die S-Bahnen fahren dann an Wochenenden bis circa 2 Uhr nachts. Parallel dazu wird auch auf den Linien S1, S2, S3 und S4 der Nachtverkehr an Wochenenden ausgeweitet.

„Unser Ziel ist es, die S6 Schritt für Schritt zu einer vollwertigen S-Bahn-Linie weiterzuentwickeln“, sagt Thomas Prechtl, Sprecher der Geschäftsführung der BEG. „Die Planung des Stationsausbaus durch DB Station&Service kommt voran und die Linie erhält eine verbesserte Fahrzeugflotte. Für deutliche Verbesserungen des Fahrplans sind wir jedoch auf den Ausbau der Schieneninfrastruktur angewiesen, insbesondere auf ein drittes Gleis im Abschnitt Siegelsdorf – Fürth. Der Bund, der laut Grundgesetz für den Aus- und Neubau der bundeseigenen Schieneninfrastruktur zuständig ist, muss der DB nun schnellstmöglich den Planungsauftrag für das dritte Gleis erteilen.“

Die Ausweitung der Nachtverkehre auf den Linien S1, S2, S3, S4 und S6 hatte der BEG-Aufsichtsrat bereits 2019 beschlossen. Pro Linienast soll es ab 11. Dezember an Wochenendnächten (Fr./Sa. und Sa./So.) zwei zusätzliche Abfahrten gegen 1 und 2 Uhr geben. Die letzten S-Bahn-Ver­bin­dungen ab Nürnberg Hbf nach Erlangen (S1), Hersbruck l. Pegn. (S1), Roth (S2), Neumarkt (S3) und Ansbach (S4) sollen sogar erst nach 3 Uhr am frühen Morgen abfahren. Auf der S1 startet auch in der Gegenrichtung ab Erlangen gegen 3 Uhr eine S-Bahn-Nachtver­bindung über Fürth nach Nürnberg.

Änderung des Liniennetzes ab Dezember 2023

Die Abfahrtszeiten der Regionalverkehrslinie RE 50 Nürnberg – Regensburg werden ab Dezember 2023 um eine halbe Stunde verschoben. Hintergrund dieser Änderung ist, dass die BEG einen häufig geäußerten Wunsch der Fahrgäste erfüllen möchte: Sie erhalten in Nürnberg Hbf künftig direkten Anschluss an den Fernverkehr Richtung Berlin sowie Richtung Frankfurt und Köln. Da die Linie RE 50 zwischen Feucht und Neumarkt die gleichen Gleise wie die Linie S3 nutzt, müssen auch die Abfahrtszeiten der S3 angepasst werden. Das macht wiederum eine Veränderung der Linienführung im S-Bahn-System Nürnberg notwendig: Ab Dezember 2023 endet die S3 aus Neumarkt nicht mehr am Nürnberger Hauptbahnhof, sondern wird als neue Teilstrecke der S1 nach Bamberg verlängert. Der heutige S1-Linienast Hartmannshof – Nürnberg wird als neue S2 nach Roth durchgebunden, während die Strecke Nürnberg – Altdorf künftig als neue S3 betrieben wird.

Verlängerung der S4 nach Crailsheim

Formell beschlossen hat der BEG-Aufsichtsrat auch die bereits zwischen Bayern und Baden-Württemberg vereinbarte Verlängerung der S4: Sie endet ab Dezember 2024 nicht mehr in Dombühl, sondern fährt über Schnelldorf weiter bis Crailsheim und ist damit die erste länderübergreifende S-Bahn-Linie in Franken. Bis dahin soll durch DB Station&Service der Bahnsteig an Gleis 1 in Dombühl für den S-Bahn-Betrieb umgebaut sein. Der Abschnitt Dombühl – Crailsheim wird im Zweistundentakt bedient. Gemeinsam mit den Zügen der Linie RE 90 Nürnberg – Stuttgart gibt es erstmals ein stündliches SPNV-Angebot auf dieser Strecke.

Untersuchungen zum weiteren S-Bahn-Ausbau

Um zukünftig ein noch attraktiveres Angebot zu ermöglichen, hat der Freistaat letztes Jahr das „Ausbauprogramm S-Bahn Nürnberg“ (AuSbauNü) auf den Weg gebracht. Im Rahmen des AuSbauNü wird eine gesamthafte Infrastrukturausbaustrategie als Planungsgrundlage für die Weiterentwicklung der S-Bahn erarbeitet. „Mit dem Ausbauprogramm S-Bahn Nürnberg stellen wir die Weichen für die Zukunft der S-Bahn Nürnberg“, so Bernreiter. In einer Machbarkeitsstudie wird eine Vielzahl an Maßnahmen auf ihre verkehrliche Wirksamkeit, bautechnische Machbarkeit und wirtschaftliche Darstellbarkeit untersucht. Dazu zählen neue S-Bahn-Linien, neue S-Bahn-Haltepunkte oder S-Bahn-Verlängerungen. „Ich erwarte dann vom Bund, der für den Infrastrukturausbau zuständig ist, dass er die Realisierung der sinnvollen und notwendigen Maßnahmen maßgeblich finanziert“, so Bernreiter weiter. Aufgrund der sehr komplexen Untersuchungen werden erste Ergebnisse frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2022 erwartet. 

Über die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft ist ein Unternehmen des Freistaats Bayern. Im Auftrag des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr plant, finanziert und kontrolliert die BEG den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern. Zu den wesentlichen Aufgaben der BEG gehören dabei die Konzeption und Verbesserung von Fahrplänen sowie die Qualitätssicherung. Die Aufträge für Verkehrsleistungen werden in Wettbewerbsverfahren vergeben. Den Zuschlag erhält jeweils das Verkehrsunternehmen, welches das insgesamt wirtschaftlichste, also das qualitativ und preislich beste Angebot abgibt. Als Folge des Wettbewerbs zwischen den Eisenbahnverkehrsunternehmen konnte die BEG in den letzten Jahren nicht nur das Fahrplanangebot, sondern auch Qualitätsmerkmale wie Komfort und Fahrgastinformation ständig verbessern. Große Erfolge waren unter anderem die Einführung des Bayern-Takts – ein Stundentakt für fast ganz Bayern – sowie des Bayern-Tickets.

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