Vom Jahrhunderthochwasser betroffene sächsische Gemeinden haben sich besser entwickelt als nicht überflutete Gemeinden. Die Bevölkerung entwickelte sich dort pro Jahr um etwa einen viertel Prozentpunkt besser als in den Regionen, die verschont geblieben sind. Dies zeigt eine neue Untersuchung des ifo Instituts Dresden und des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI). „Da die Menschen die Risiken langfristig nicht über eine Pflichtversicherung tragen müssen, die das Risiko realistisch widerspiegelt, sind die Gegenden nach wie vor als Wohnlagen sehr attraktiv“, sagt Marcel Thum, der Leiter der Dresdner Niederlassung des ifo Instituts. 

Bei der Hochwasserkatastrophe vor 20 Jahren starben 21 Menschen unmittelbar durch die Flut. Die Schäden an Gebäuden und Infrastruktur wurden auf rund 6 Milliarden Euro geschätzt. „Offenbar ist es nicht gelungen, die Siedlungsstrukturen unmittelbar nach dem Hochwasserschock resilienter zu gestalten“, betont der wissenschaftliche Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) Michael Berlemann.

Die Untersuchung basiert auf den Bevölkerungsdaten der sächsischen Gemeinden von 1999 bis 2010. In die Messung der Betroffenheit von Überflutung flossen nur Siedlungsflächen ein. Über den gesamten Zeitraum hinweg hat sich die Bevölkerung in den von der Flut betroffenen Gemeinden um durchschnittlich 0,24 Prozentpunkte schlechter entwickelt. Allerdings war nach der Überschwemmung die Bevölkerungsentwicklung in den überschwemmten Gemeinden systematisch um 0,27 Prozentpunkte günstiger als in den nicht betroffenen Gemeinden.

Der Aufsatz von Michael Berlemann, Joel Methorst und Marcel Thum mit dem Titel „20 Jahre nach dem großen Hochwasser – Gefährdete Gemeinden für Einwohner attraktiver“ ist in Heft 04/2022 der Zeitschrift „ifo Dresden berichtet“ veröffentlicht. Die Beiträge des Heftes können kostenfrei heruntergeladen werden unter https://www.ifo.de/publikationen/ifo-dresden-berichtet

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