Am 20. Oktober ist Weltosteoporosetag. Rund 6,3 Millionen der über 50-Jährigen in Deutschland sind von Osteoporose betroffen. Prof. Dr. Michael Wild, Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie am Klinikum Darmstadt, behandelt „schleichende Frakturen“, die eine Folge der Osteoporose sein können, mit minimalinvasiven Eingriffen.

Die Fortschritte in der modernen Medizin führen zu einer immer älter werdenden Bevölkerung. Bedauerlicherweise werden die meisten Menschen aber nicht gesund alt, sondern leiden unter altersbedingten Erkrankungen, wie beispielsweise Arthrose oder degenerativen Wirbelsäulenveränderungen. Knochen erscheinen immer als starre Gebilde, die sich kaum verändern. Tatsächlich baut sich die Knochensubstanz ständig um. Hormone, Mineralstoffe, Vitamine und Hormone steuern diesen Prozess, der sich ab dem 30. Lebensjahr verändert. Wird dann mehr Knochenmasse abgebaut als neue gebildet, verlieren Knochen an Dichte und damit an Stärke.

Die Osteporose beginnt zunächst ohne größere Anzeichen. Erst später treten starke, chronische Schmerzen in der Wirbelsäule oder im Bereich des Brustbeins auf oder eben Knochenbrüche selbst nach banalen Stürzen. Bei Verdacht auf Osteoporose kann eine Knochendichtemessung vorgenommen werden.

Aufgrund der höheren Lebenserwartung sind insbesondere Frauen von Osteoporose betroffen. Weitere Risikofaktoren sind das Alter, Untergewicht, helle Haut und helle Haare sowie eine familiäre Vorbelastung. Vermeidbare Faktoren, welche die Osteoporose-Entstehung fördern, sind Bewegungsmangel, Fehlernährung, Rauchen und Alkoholkonsum.

Da die Osteoporose mit zunehmendem Alter fortschreitet, leiden manche Patient*innen unter sogenannten schleichenden Frakturen, die insbesondere das Kreuzbein und die Wirbelsäule betreffen.

Schleichende Frakturen entstehen aufgrund eines Missverhältnisses zwischen der Belastbarkeit des osteoporotischen Knochens und dem zu tragenden Körpergewicht, womit nicht ein Übergewicht gemeint ist. Wenn der Knochen die Last nicht mehr tragen kann, ermüdet er und gibt nach. Da die Wirbelsäule und das Kreuzbein (Sakrum) die Hauptlast tragen, sind die Frakturen dort auch am häufigsten lokalisiert. Diese schleichenden Frakturen führen zu zunehmenden Schmerzen mit einer Einschränkung der Gehfähigkeit beziehungsweise Mobilität. Während sich diese schleichenden Frakturen im Bereich der Wirbelsäule im Röntgenbild oft nachweisen lassen, ist dies im Bereich des Kreuzbeines (Sakrum) fast nicht möglich. Bei entsprechenden Beschwerden sollte daher immer zusätzlich eine Kernspintomographie (MRT) Untersuchung erfolgen. Hier zeigt sich sogar schon lange vor dem Auftreten einer kompletten Fraktur ein Knochenmarködem als Zeichen der Überlastung des Knochens. Eine konservative Therapie ist aufgrund der ausgeprägten Osteoporose meist nicht möglich, da eine Immobilisation des Patienten erhebliche Risiken mit sich bringt und die Osteoporose sogar noch fördert. Bei rechtzeitiger Diagnose einer schleichenden Fraktur besteht die Möglichkeit einer minimalinvasiven Operation, sowohl im Bereich der Wirbelsäule, als auch des Kreuzbeines.

Ist die Wirbelsäule betroffen, so werden der oder die betroffenen Wirbelkörper unter Vollnarkose mit einer Kanüle punktiert und mit einem speziellen Knochenzement gefüllt. Sollte der Wirbelkörper schon nachgegeben haben, kann er mit einem aufblasbaren Ballon wiederaufgerichtet werden, bevor er mit Knochenzement gefüllt wird. Diese Methode, die als Kyphoplastie bezeichnet wird, führt zu einer umgehenden Schmerzlinderung und vermeidet eine weitere Höhenminderung und Schiefstellung der Wirbelsäule. Meist können die Patient*Innen bereits am nächsten Tag die Klinik wieder verlassen. Bei rechtzeitiger Therapie werden hier ein Größenverlust und die Entstehung eines sogenannten Witwenbuckels verhindert. Bei einer schleichenden Fraktur des Kreuzbeines wird über der betroffenen Gesäßseite ein zwei Zentimeter langer Schnitt angelegt und das Kreuzbein mit einer Spezialschraube stabilisiert. Zusätzlich wird über diese Spezialschraube Knochenzement eingespritzt, damit die Schraube einen besseren Halt findet. Auch bei dieser Methode, die als Sakroplastie bezeichnet wird, kann der Patient die Klinik meist nach zwei bis drei Tagen wieder verlassen. Beide hier genannten Methoden sind wenig belastend, risikoarm, speziell für ältere Patient*innen mit Osteoporose entwickelt worden und führen zu einer deutlichen Verbesserung der Schmerzen und Lebensqualität. Nichtsdestotrotz ist die Prophylaxe der Osteoporose als auch ihre frühzeitige Diagnose sowie medikamentöse Therapie erstrebenswert, so dass diese schleichenden Frakturen erst gar nicht entstehen.

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