Lilibeth war das erste Baby, das in diesem Jahr im Klinikum Darmstadt geboren wurde.  Damit ist sie die Nummer Eins in der Zählung für 2023. Insgesamt kamen in 2022 2675 Kinder zur Welt – 1369 Jungs und 1304 Mädchen, bei zwei Babys gibt es keine Angabe zum Geschlecht.  Die Zahl der Geburten lag bei 2598, da es 74 Zwillingsgeburten und eine Drillingsgeburt gab.

In 2021 wurden 2830 Kinder im Klinikum geboren, was ein Plus von 269 zu 2020 bedeutete. Die statistischen Landesämter verzeichnen insgesamt aber wieder ein Minus bei den Geburtenzahlen. Auch die Stadt Darmstadt verzeichnet sinkende Geburtenzahlen.

Stark nachgefragt im Klinikum Darmstadt ist der hebammengeleitete Kreißsaal. „Dafür haben wir sogar eine Warteliste“, erklärt Muradiye Uzunkavak, Leitende Hebamme am Klinikum. Hier herrscht Geburtshausatmosphäre und die Frauen verzichten auf wehenfördernde Medikamente sowie auf starke Schmerzmittel. Zudem gibt es keine Mitbetreuung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Sollten doch Komplikationen auftreten, kann auf alle zurückgegriffen werden, was ein Level-1-Haus mit Perinatalzentrum an Sicherheiten bietet. Unter einem Dach ist daher das gesamte Spektrum der Geburtshilfe und Geburtsmedizin möglich.

Die Wahl der richtigen Geburtsklinik ist für werdende Eltern eine schwierige Entscheidung. Dr. Maike Manz, Sektionsleiterin der Geburtshilfe am Klinikum, wirbt für Transparenz und Fakten, um den Eltern bei der Entscheidung zu helfen. Fakt sei, dass etwa elf Prozent aller Kinder in Hessen nicht in einer adäquaten Versorgungsstufe zur Welt kommen. „Schwierig für uns Geburtshelfer*innen ist es dagegen, den Paaren keine Angst zu machen, und dennoch die realen Risiken nicht zu bagatellisieren“, so Dr. Manz. Alle Geburtskliniken sind in vier Stufen eingeteilt – vom Level-4-Haus (also einer „Geburtsklinik“ ohne jegliche kinderärztliche Versorgung vor Ort und einer frauenärztlichen Besetzung, die außerhalb der regulären Arbeitszeiten nur mit einer Assistenzärztin oder einem Assistenzarzt besetzt ist), bis zum Level-1-Haus, einem „Perinatalzentrum“, in dem Geburtsklinik und Neonatologie – d.h. eine Früh- und Neugeborenen-Intensiv- und Überwachungsstation – 24/7 vorhanden sind.

„Auch bei gesunden Müttern und bei unauffälligem Schwangerschaftsverlauf ist es immer möglich, dass unter der Geburt Komplikationen auftauchen.“ Oft fehle es in geburtshilflichen Einrichtungen mit einer sehr geringen Geburtenzahl (etwa weniger als 500 Geburten pro Jahr) auch an sonstiger Infrastruktur. „Wenn diese Kliniken z.B. nur wenige Blutkonserven bevorraten, kann das im Notfall viel zu wenig sein“ sagt Dr. Manz. „Ich wünsche mir hebammengeleitete Geburten an allen Perinatalzentren, weil das für die Frauen und werdenden Familien bedeutet: Gebären in Hausgeburtsatmosphäre – und trotzdem alle Airbags eines Perinatalzentrums Level-1 im Hintergrund zu haben. So sollte moderne Geburtshilfe aussehen. Das sind die Modelle der Zukunft!“

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